Fachkräftemangel: Vorübergehende Besserung?

Kleine und mittlere Betriebe werden optimistischer: Bei der Suche nach klugen Köpfen erwarten "nur" 57 Prozent der mittelständischen Unternehmen Probleme. Vor fünf Jahren sah das noch anders aus. 2010 rechneten immerhin 75 Prozent der Mittelständler mit Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften. Dies belegen die Zahlen einer aktuellen KfW-Studie. Gründe für die aktuelle Entspannung sind die wachsende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie die Zuwanderung von Fachkräften aus anderen EU-Staaten. Besonders im Dienstleistungssektor führt dies zu einer Stimmungsaufhellung.

Rekrutierung der Fachkräfte: Langfristige Herausforderung

Dennoch ist es zu früh, von einer grundlegenden Entspannung der Personalsituation auszugehen. Denn der demografische Wandel macht den Mittelständlern bei der Fachkräfterekrutierung vielleicht schon bald einen Strich durch die Rechnung. Jörg Zeuner, Chefsvolkswirt der KfW, prognostiziert:

"Wenn sich ab etwa 2025 die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge aus dem Erwerbsleben zurückziehen, wird dies zu deutlichen Rekrutierungsproblemen und Fachkräfteengpässen führen. Schon in der mittleren Frist werden die Schwierigkeiten spürbar sein."

Laut der Studie sind die häufigsten Gründe für die Rekrutierungsprobleme:

  • Bewerbermangel im Berufsbild (57 Prozent),
  • zu hohe Lohnvorstellungen (44 Prozent),
  • fehlende Zusatzqualifikation (37 Prozent) oder
  • unattraktive Arbeitsbedingungen (23 Prozent).

Einige Branchen haben deshalb ein besonders ungutes Gefühl. So befürchten im Bau und im Verarbeitenden Gewerbe  drei Viertel der Unternehmen Engpässe bei der Fachkräfterekrutierung. Die FuE-intensiven Branchen erwarten zudem zu hohe Lohnwünsche und fehlende Zusatzqualifikationen von MINT-Absolventen.

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