Es herrscht Windstärke 6 an der Nordsee. Böen und heftige Regenschauer fegen die Küste entlang. Schnell drehen sich die riesigen dreiblättrigen Rotoren der Windräder. Was für Urlauber auf Borkum ein Graus ist, kommt den Betreibern der Meereswindparks gerade recht. Kräftige Winde sind nötig, 
um den weitläufigen Offshore-Windpark rund 
45 Kilometer vor Borkum in Schwung zu bringen. Er zählt zu den ersten kommunalen Offshore-Projekten, die von der Aachener Firma Trianel gemeinsam mit 33 Stadtwerken umgesetzt wurden.

1999 als Kooperation gegründet, bündelt Trianel die Interessen von Stadtwerken und regionalen Energieversorgern, um deren Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Energiemarkt zu stärken.

"Ziel war es, einen eigenen Energiehandel aufzubauen, um für unsere Gesellschafter und Stadtwerkekunden günstig Gas und Strom zu beschaffen."

Sven BeckerTrianel-Geschäftsführer

"Trianel ist ein Kind der Energiemarktliberalisierung", so Becker weiter. Heute arbeiten 120 Portfoliomanager und Energiehändler auf dem Trading-Floor in Aachen. Sie kaufen und verkaufen auf den internationalen Energiebörsen, damit Stadtwerke ihren Bedarf an Strom und Gas günstig decken können. Neben dem Handel mit Energie kam die Energieerzeugung als zweites Standbein hinzu: Seit 2007 betreibt 
Trianel in Hamm-Uentrop das erste kommunale Gas-Gemeinschaftskraftwerk in Deutschland. Und seit Ende 2013 steht in Lünen das modernste Steinkohlekraftwerk Europas. Das Konzept der Stadtwerke-Kooperation geht offenbar auf: Heute zählen 56 Gesellschafter und weitere 60 Stadtwerke zur Gemeinschaft und sind damit Partner oder Kunden von Trianel.

Trianel-Geschäftsführer Sven Becker (links) und Jörg Vogt. Trianel-Geschäftsführer Sven Becker (links) und Jörg Vogt. (© 2015 Trianel)

Zuverlässige IT-Infrastruktur

Um die vielen energiewirtschaftlichen Aufgaben von der Erzeugung bis hin zur Belieferung zu 
bewältigen, benötigt Trianel im Hintergrund eine besonders zuverlässige IT-Infrastruktur. Ausfälle, etwa bei der Netzanbindung, kann sich Trianel auf keinen Fall leisten. Als der Umzug in eine neue Firmenzentrale anstand, war das Thema Zuverlässigkeit eine zentrale Anforderung an die Telekom. Ebenfalls wichtig: Mit dem Umzug musste das Netzwerk mit dem 
Rechenzentrum eines regionalen IT-Anbieters gekoppelt werden. Auf dessen Servern läuft eine spezielle Energiesoftware, die Trianel für den Energiehandel nutzt.

"Die Verbindung muss daher extrem stabil, sicher und hochverfügbar sein."

Christian MellenIT-Compliance und Providermanager bei Trianel

Christian Mellen Christian Mellen (© 2015 Rainer Holz)

Auch eine große Datenbandbreite ist wichtig, denn die Trading-Abteilung generiert täglich enorme Datenmengen – rund 100 Megabit pro Sekunde. Die werden unter anderem für die Vorhersagen des Energieverbrauchs benötigt. Die neue Leitung musste also einen immensen Datenstrom bewältigen. Doch was ist mit einem Back-up, wenn die 
Datenanbindung ausfällt? Schnell war klar: Eine einzige Leitung reicht nicht. Mehr Sicherheit sollte eine zweite, unabhängige Verbindung bringen. „Der Dienstleister muss außerdem ein extrem stabiles Netz anbieten sowie Störungen sofort erkennen und beheben können“, betont Mellen.

Besondere Anforderungen

Für die speziellen Anforderungen von Trianel schlug die Telekom mehrere Lösungen vor: Im 
ersten Schritt sollten Neubau und regionales Rechenzentrum über die Lösung „EthernetConnect“ verbunden werden. Damit sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s möglich – bei gleichbleibend hoher Qualität.

Auch die Sicherheit ist garantiert: Die Daten laufen jetzt über eine exklusiv für Trianel geschaltete Leitung. Für die Back-up-Verbindung galt 
zusätzlich: Sie sollte auf jeden Fall unabhängig von der Hauptleitung sein. „Wir wollten eine sogenannte disjunkte Verbindung haben“, erklärt 
Mellen die Sicherheitsmaßnahmen. „Also eine 
mit einer ganz anderen Wegführung. Das ist bei erdgebundenen Kabeln aber nicht so einfach, denn es gibt Vermittlungsstellen, an denen sich die Leitungen immer wieder treffen.“ Eine andere Lösung musste her.

Bits und Bytes per Luft

Trianel entschied sich schließlich für eine Richtfunkverbindung der Telekom. Dabei senden und empfangen Parabolantennen Signale im Mikrowellenbereich. Zwei Antennen verbinden Rechenzentrum und Neubau, die Daten werden dann per Glasfaserkabel ins Rechenzentrum geschickt.

Trader und Portfoliomanager auf dem Trading-Floor handeln mit Strom und Gas, Kohle und CO Trader und Portfoliomanager auf dem Trading-Floor handeln mit Strom und Gas, Kohle und CO (© 2015 Trianel)

Der Richtfunk bringt weitere Vorteile: „Wir haben mit einer Geschwindigkeit von 350 Mbit/s genug Bandbreite im Back-up-Fall zur Verfügung“, freut sich Mellen. Fällt die Hauptleitung aus, springt 
automatisch die Richtfunkverbindung ein.

Um Leitungsstörungen oder Ausfälle sofort zu erkennen, überwacht die Telekom die Anbindungen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Mitarbeiter 
fragen systematisch Geräteparameter und 
Meldungen der Netzwerkkomponenten ab. Bei Störungen wird Trianel sofort informiert. Das Ziel: Die Produktivität der Leitungen und damit die 
gesamte Systemverfügbarkeit zu erhalten.

So kann Trianel für jede Menge Datentraffic sorgen. Jetzt können die Bits und Bytes für den Energiehandel ungehindert fließen – bei jedem Wind und Wetter.

Schicker Neubau: 
2014 hat die Trianel GmbH ihre drei Standorte in Aachen in 
einer Zentrale zusammengefasst. Schicker Neubau: 
2014 hat die Trianel GmbH ihre drei Standorte in Aachen in 
einer Zentrale zusammengefasst. (© 2015 Guenther Goldstein)

Über die Trianel-Gruppe

  • Gründung: 1999
  • Unternehmenszweck: 
Erzeugung, Handel und Beschaffung von Energie, Entwicklung neuer 
Geschäftsmodelle für Stadtwerke
  • Sitz: Aachen
  • Mitarbeiter: 320

Internet: trianel.com

Die Trianel GmbH 
und die Telekom

Ausgang // Die Stadtwerke-
Kooperation Trianel suchte nach einem Dienstleister, der das Firmen-
netz seines Neubaus mit dem Rechenzentrum verbindet, in dem wichtige Energiesoftware läuft.

Lösung // Mit EthernetConnect hat die Telekom die lokalen Firmennetzwerke miteinander gekoppelt. Daten werden mit einem Gigabit pro Sekunde übertragen. Bei einem eventuellen Ausfall springt sofort eine Richtfunkverbindung ein.

Fazit // Die Daten werden sicher, abseits des öffentlichen Internets, über eine exklusive Leitung übertragen. Die Richtfunkverbindung trifft an keiner Stelle auf die EthernetConnect-Anbindung und läuft damit unabhängig. Über Störungen im Versorgungsnetz wird Trianel proaktiv von der Telekom informiert.