Crowdinvesting: Koalition plant lockerere Vorschriften

Unternehmen in Deutschland mittels Crowdinvesting zu gründen, soll in Zukunft einfacher werden. Die Koalition will für diesen boomenden Markt die Informationspflicht lockern. Der Plan: Anleger, die sich über Internet-Plattformen an dem Geschäftsmodell eines Start-ups beteiligen, sollen sich künftig nicht mehr mit einem langen  Informationsblatt herumschlagen, dass sie derzeit auch noch an die Crowd-Plattform zurückschicken müssen. Statt dessen können Kapitalgeber die Anmeldung zum Corwdinvesting komplett online durchführen.

Außerdem will die Regierung die ursprünglich vorgesehene Obergrenze von 10.000 Euro für Investoren aufheben – dadurch dürfen spendable oder risikofreudige Anleger so viel Geld in die Crowd-Projekte pumpen, wie sie möchten.

Weitere zentrale Punkte des Gesetzentwurfes:

  • Start-ups ist es erlaubt, ihre Geschäftsidee in allen Medien zu bewerben.
  • Start-ups sind verpflichtet, ihre Anleger über die Kündigungsmöglichkeiten und die Fälligkeit der Anlage aufzuklären.
  • Crowdinvesting-Projekte müssen einen umfangreichen Informationsprospekt erst ab einem Projekt-Volumen von 2,5 Millionen Euro vorlegen. Ursprünglich war diese Informationspflicht schon für Crowd-Projekte ab einer Million Euro vorgesehen.
  • Bekommt ein Investor kalte Füße, darf er dank eines 14-tägigen Widerrufsrechts seine Entscheidung rückgängig machen.

Crowdinvesting für Start-ups: Jetzt ist der Bundestag am Zug

Mit dem Gesetzentwurf übt die Bundesregierung den schwierigen Spagat zwischen Verbraucherschutz mittels Informationspflicht und einer möglichst unbürokratischen Existenzgründung. Am Donnerstag verabschiedet der Bundestag das neue Regelwerk. Der Bundesrat soll im Juni grünes Licht dazu geben.

Der Crowdfunding-Markt ist in Europa im vergangenen Jahr um 144 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro angestiegen. Dies ergab eine Studie der Universität Cambridge. Auch in Deutschland sammeln immer mehr Gründer im Netz Geld für innovative Projekte und Geschäftsmodelle. Das deutsche Crowdfunding-Volumen stieg im Jahr 2014 um 113 Prozent auf 140 Millionen Euro.

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