Mittelstand soll mit Start-ups in Deutschland kooperieren

"Die Start-ups von heute sind der Mittelstand von morgen." Dieser Meinung ist die Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM), Friederike Welter. Geäußert hat sie sie in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa). Gleichzeit ist das Statement eine Aufforderung an den heutigen Mittelstand, mit Start-ups in Deutschland stärker zu kooperieren. Die fortschreitende Digitalisierung könne Gründer unterstützen. Als Vorbild für die Zusammenarbeit sieht Welter große Unternehmen mit ihren Start-up-Einheiten und Inkubatoren.

Mit schnellen Fortschritten rechnet sie allerdings nicht. Die Zahlen für gewerbliche Existenzgründungen seien rückläufig, 2015 waren es zum Beispiel 388.000 neue Betriebe. Grund dafür ist der boomende Arbeitsmarkt mit einer hohen Nachfrage nach hochqualifizierten Kräften. So seien vor allem Hochschulabsolventen aus den Ingenieurwissenschaften so "schnell weg vom Markt", dass von ihnen nur wenige Gründer eines eigenen Unternehmens würden.

Gute Chancen für Gründer in Pflege und Gesundheit

In den Bereichen Pflege und Gesundheit  sieht die IfM-Chefin gute Chancen für Start-ups in Deutschland: "Da steckt für mich noch viel mehr Musik drin." Welter ist übrigens auch Vorsitzende des Sachverständigenbeirats des Förderprogramms "Exist". Die Einrichtung will das Gründungsklima an Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbessern.

Besonders im Vergleich zu den USA kommt das oft eher schlecht weg. Diese Einschätzung hält Welter allerdings für falsch:

"Gerade junge Gründer sagen derzeit: Das europäische Umfeld ist viel interessanter als das Silicon Valley."

Für Start-ups in Deutschland würde sich in Städten wie Berlin, München, Leipzig und Dresden eine lebendige Szene entwickeln. Eine Garantie gegen Durststrecken für Gründer sei das aber nicht. Deshalb sei ein nachhaltiges Geschäftsmodell wichtiger als rasantes Wachstum. Laut Welter brauchen "junge Unternehmer neben einer guten Geschäftsidee und Risikobereitschaft auch Durchhaltevermögen."

Weiterführende Links:

  • Aufschwung in Start-ups: 2016 arbeiteten durchschnittlich 15 Mitarbeiter in Jungunternehmen. Das waren mehr als im Vorjahr.
  • Ein Business-Angel hilft Ihnen bei der Start-up-Finanzierung und stellt wichtiges Know-how zur Verfügung. Doch wie kommen Gründer an solch wichtige Kontakte? Und wie können sie die Investoren überzeugen?