Die Cloud macht’s

Ob für Bildschirme und Rechner, für Server, Software oder Datenschutz: Bevor sie über erste Umsätze nachdenken konnten, war für viele Jungunternehmer der Traum vom erfolgreichen Startup schon wieder beendet. Der Grund: Zu hohe Einstiegskosten für Hard- und Software erstickten auch vielversprechende Geschäftsideen bereits im Keim. Das ist heute anders – dank Cloud Computing. Mittlerweile haben auch Startups die Möglichkeit, IT-Ressourcen bei Bedarf einfach per Mausklick aus der Cloud abzurufen – von klassischen Rechenkapazitäten über profane Büro-Software bis hin zur kompletten Entwicklungsumgebung. Und das ganz flexibel: Wer sich nicht vertraglich binden will, bucht und zahlt immer nur das, was er gerade braucht.

„Startups steuern oft mit wenig Kapital auf eine ungewisse Zukunft zu“, sagt Miriam Mertens, verantwortlich für die Zusammenarbeit mit Startups bei der Telekom Deutschland Geschäftskunden.

„Cloud Computing gibt ihnen heute die nötige Flexibilität, sich ganz auf die Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle zu konzentrieren.“

Miriam Mertens
Vice President Startup Cooperations Deutsche Telekom
Miriam Mertens (© 2017 Deutsche Telekom)

Schlüsselfaktor: Freiheit

So groß die Chancen sind, die die neue Freiheit bietet: Bei der Auswahl eines geeigneten Anbieters sollten Startups einige Schlüsselfaktoren beachten. So ist etwa Unabhängigkeit eines der wichtigsten Cloud-Kriterien für Startups. US-amerikanische Cloud-Anbieter verwenden in der Regel proprietäre – also selbstentwickelte – Systeme. Damit laufen Startups Gefahr, sich ungewollt an den Anbieter zu binden: Einmal in der Umgebung eines Cloud-Providers mit eigenem System etabliert, lässt sich eine Cloud-Infrastruktur nicht ohne weiteres auf ein anderes System übertragen – ein klassischer Vendor-Lock-in droht.

„Das wäre in etwa so, als wollte man seine Apps und Daten von einem iPad mit iOS auf ein Microsoft-Tablet mit Windows übertragen“, sagt Frank Strecker, bei der Telekom zuständig für das Cloud-Geschäft. „Also über Umwege durchaus machbar, aber umständlich und daher unwirtschaftlich.“

Mega-Trend OpenStack

Besser geeignet für Jungunternehmen sind Systeme mit Open-Source-Standard. Gerade OpenStack-basierte Angebote wie beispielsweise das der Open Telekom Cloud werden immer beliebter. „Derzeit hat das Open Source Cloud Management Framework „OpenStack“ ein unglaubliches Momentum. Keine Produktankündigung, kein Cloud-Event und keine Key-Note ohne den Verweis auf OpenStack“, sagt Rene Büst vom Branchenspezialisten Crisp Research.

Diese Entwicklung bestätigt auch eine aktuelle Umfrage von IDC im Auftrag von Cisco. Demnach sehen 56 Prozent der befragten Unternehmen in OpenStack einen wichtigen Faktor ihrer Cloud-Strategie. Das Cloud-System mit offenem Quellcode gelte mittlerweile sogar als „Treiber für bessere Geschäftsergebnisse“, schreiben die Autoren der Studie.

IT-Reserven für alle Fälle

Besonders in turbulenten Zeiten spüren Startups wie der Schweizer Software-Anbieter Octopus Cloud die Vorteile von flexibel skalierbarer IT. Mit ihrer Abrechnungs-Software namens SPLA Manager waren die drei Gründer innerhalb kürzester Zeit international gefragt. Um auch in Zukunft jederzeit ihren IT-Bedarf passgenau decken zu können, setzen die Schweizer seit kurzem auf die Open Telekom Cloud. Bei hoher Nachfrage werden automatisch Server nachgebucht – und bei sinkendem Bedarf wieder freigegeben. Die Telekom rechnet dann stundengenau nur die Kapazitäten ab, die tatsächlich verwendet wurden.

Die Octopus Cloud AG fand mit der Telekom einen Anbieter für sofort verfügbare Infrastruktur-Services nach deutschem Datenschutzrecht mit zertifiziertem hohem Sicherheitsniveau. (© 2016 Telekom)

„Wir nutzen das flexible Cloud-Modell außerdem für unsere Weiterentwicklung. Hat ein Mitarbeiter eine neue Idee, setzt er über die Cloud kurzfristig einen neuen Server auf und kann rumprobieren. Ist er fertig, deaktiviert er die virtuelle Maschine einfach mit wenigen Mausklicks“, sagt Bruno Pauli von Octopus Cloud. „Effizienter kann man kaum entwickeln.“

Hasenfuß Datenschutz

Eines der wichtigsten Aspekte für viele Startups sind Datensicherheit und Datenschutz. Denn sobald Daten deutscher Kunden verarbeitet und gespeichert werden, verpflichten sich Unternehmen, die strengen deutschen Datenschutzbestimmungen einzuhalten.

„Ein Anbieter mit Rechenzentren im Ausland kann das nicht immer zu 100 Prozent garantieren“, sagt Telekom-Startup-Expertin Mertens. „US-amerikanische Unternehmen unterliegen beispielsweise dem Patriot Act. Damit verpflichten sie sich, Daten ihrer Kunden auf Anfrage der amerikanischen Behörden heraus zu geben.“ Ihr Tipp an ambitionierte Gründer:

„Lieber direkt auf einen deutschen Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland setzen, anstatt die eigene Lösung im Ernstfall anschließend nach Deutschland übertragen zu müssen.“

Miriam Mertens

Weiterführende Informationen unter: www.telekom.de/startups