Ungewöhnlicher Kündigungsgrund

Das Arbeitsgericht Aachen hat entschieden: Wer sich mit dem Ehemann einer Angestellten streitet und sie deshalb entlassen möchte, hat dafür keinen ausreichenden Kündigungsgrund. In dem verhandelten Fall war ein Arzt mit dem Angetrauten seiner Angestellten so heftig aneinander geraten, dass er nicht mehr mit ihr arbeiten wollte. Er kündigte ihr, obwohl er mit ihrer Arbeit als Arzthelferin sehr zufrieden gewesen war.

Der Hintergrund des Streits: Der Arzt hatte den Ehemann mit Umbauarbeiten an seiner Praxis und seinem Privathaus beauftragt und sich über das Ergebnis geärgert. Daraufhin kam es zu einem heftigen Streit zwischen den beiden Männern, besonders der Ehemann sei dabei auch handgreiflich geworden und habe den Arzt geschlagen und gewürgt. Daraufhin warf dieser direkt ein Kündigungsschreiben an seine Praxishilfe in den Briefkasten der Eheleute.

Arbeitsgericht: sachfremder Kündigungsgrund

Für das Arbeitsgericht Aachen, vor dem die Kündigungsschutzklage der Angestellten verhandelt wurde, war der Fall klar: Die Kündigung sei unwirksam, weil es sich um einen sachfremden Kündigungsgrund handele. Das Fehlverhalten des Mannes dürfe keine Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis seiner Ehefrau haben, weil die Rechtssphären der Eheleute getrennt zu betrachten seien. Einen betrieblichen Kündigungsgrund habe der Arzt nicht vorweisen können.

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