Regierungskritischer Account auf Twitter

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat eine Forderung der USA auf die Herausgabe von Daten nicht nur abgelehnt, sondern gleich eine Klage wegen eines widerrechtlichen Angriffs auf die Meinungsfreiheit gegen die Trump-Regierung eingereicht.

Die Betreiber des Accounts hatten auf Twitter unter anderem Kritik gegen die Einwanderungspolitik der US-Regierung geäußert, woraufhin das Heimatschutzministerium auf die Herausgabe der Nutzerdaten pochte. Das soziale Netzwerk will die Identität der Kritiker jedoch schützen, solange keine Beweise für straf- oder zivilrechtliche Verstöße vorliegen. Unterstützung erhält Twitter von der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liberties Union), die ebenfalls vor Gericht ziehen will.

Twitter verdankt Trump viel Aufmerksamkeit

Es geht um den Account @ALT_uscis, der bereits rund 130.000 Follower hat und laut der Funke-Mediengruppe, die sich auf Gerichtsunterlagen bezieht, offenbar von unzufriedenen US-Beamten ins Leben gerufen wurde. Auf dem Account wird jedoch darauf hingewiesen, dass dieser in keinem Zusammenhang mit einer US-Behörde stehe.

Seit der Amtseinführung von Donald Trump wurden eine Reihe von Konten eingerichtet, die mit dem Zusatz "Alt" die Namen und Logos von Regierungseinrichtungen verwenden, um die aktuelle Politik zu kritisieren.

Die Klage von Twitter hat jedoch einen pikanten Beigeschmack, da das Netzwerk dank Trump ein großes Maß an Aufmerksamkeit auf sich zieht. Schließlich nutzt der Präsident das Medium vornehmlich, um seine Ansichten in kurzen Phrasen unters Volk zu bringen. Diese Mitteilungen haben solch eine Bedeutung, dass sich Börsenkurse daraufhin schon stark veränderten. In Japan wirbt Twitter sogar mit dem Gesicht des US-Präsidenten.