Der digitale Wandel ändert Verantwortlichkeiten

Die Digitalisierung mischt die Karten in Unternehmen neu. Davon sind 90 Prozent der Entscheider überzeugt, die Horváth & Partners für die Studie „Digital Value 2018 – der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung“ befragt hat. Demnach sind die Veränderungen nicht nur technischer, sondern auch organisatorischer Art.

Das zeigt sich zum Beispiel in den Verantwortlichkeiten der CEOs (Chief Executive Officers). Nur acht Prozent der rund 210 teilnehmenden Führungskräfte halten die Geschäftsführung hinsichtlich der Digitalisierungsstrategie für maßgeblich.

CIOs übernehmen das Ruder

Das war 2016 noch ganz anders, als das Thema zu 37 Prozent als Chefsache galt. Damals teilten sich die CEOs die Planung der Digitalisierung zu fast gleichen Teilen (34 Prozent) mit ihren CIOs (Chief Information Officers). Michael Kieninger, Sprecher des Vorstands der Managementberatung Horváth & Partners, erklärt die neue Lage so:

„Heute fokussieren sich die Unternehmen auf die Umsetzung digitaler Maßnahmen, und diese legen sie in die Hände funktionaler Führungskräfte.“

Das heißt in Zahlen: Geht es um die Digitalisierung, gibt heute an erster Stelle (35 Prozent) der CIO den Ton an, gefolgt vom Strategiechef (CSO) mit 19 Prozent und dem CDO (Chief Digital Officer) mit elf Prozent.

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Michael Kieninger hält die Entwicklung für heikel: „Liegt die Digitalisierung vollständig in der Hand von IT- und Digitalexperten, droht die Gefahr, dass das Unternehmen die Möglichkeiten nur technikgetrieben angeht.“ Seiner Meinung nach gehört die Transformation weiterhin in den Verantwortungsbereich der CEOs.