Mittelstand verliert an Innovationskraft

Der deutsche Mittelstand ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftsstärke Deutschlands. Doch mittelständische Unternehmen verloren in den letzten Jahren an Innovationskraft. Das ergab eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Haben 2010 noch etwa 75 Prozent aller mittelgroßen Unternehmen von 250 bis zu 1000 Mitarbeitern regelmäßig neue Produkte und Prozesse eingeführt, waren es 2015 nur noch etwa zwei Drittel.

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Um dieser Tendenz entgegenzusteuern, sei die Politik gefragt. Sie müsse die Verwaltung digitaler aufstellen, um Genehmigungsverfahren für neue Fabrikgebäude und Ähnliches beschleunigen zu können. Zudem dürfe laut IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl die steuerliche Forschungsförderung nicht nur für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gelten, sondern auch für die größeren Mittelständler, die sogenannten Mid Caps. Denn diese würden derzeit meist pauschal den Großunternehmen zugerechnet und unterliegen damit auch den gleichen Regulierungen.

Zahl der Mid Caps stieg stark an

Die Zahl der größeren Unternehmen im Mittelstand steigt stetig an – innerhalb von 15 Jahren um mehr als ein Drittel auf rund 13.700. Etwa 8,5 Millionen Menschen finden dort mittlerweile Beschäftigung, das ist im selben Zeitraum ein Anstieg von rund 36 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe finden sich damit 43 Prozent aller Arbeitnehmer in einem Mid Cap wieder.