Das Gesamtergebnis der Studie „Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2014/2015“ des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) und der Creditreform Boniversum GmbH (Boniversum) entspricht der eher zurückhaltenden gesamtwirtschaftlichen Konjunkturlage zu Jahresbeginn. Obwohl alle Basiswerte (Auftragseingang, Umsatz-, Ertrags- und Personalsituation) einen rückläufigen Trend aufweisen, ist die Stimmung dennoch weiterhin deutlich positiver als in der gesamten deutschen Wirtschaft: So ist der Anteil der Unternehmen, die steigende Auftragseingänge und höhere Umsätze erwarten, bei den Interaktiven Händlern etwa doppelt so hoch wie der entsprechende Wert in der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung.

Der langfristige Wachstumstrend hält an

Auch die Erwartungen für die künftige Lage spiegeln den konjunkturellen Optimismus wieder und liegen deutlich über den aktuellen Lagebeurteilungen. Christoph Wenk-Fischer, bevh-Hauptgeschäftsführer, dazu: „Obwohl die Konjunkturdelle 2014 an einer umsatzstarken Branche wie dem Interaktiven Handel nicht spurlos vorbeigegangen ist, so hält der langfristige Wachstumstrend dennoch an. Die Ergebnisse der Händlerbefragungen bestätigen das und zeigen vor allem, dass der Online- und Versandhandel mit seinem überdurchschnittlich guten Geschäftsklima eine tragende Säule der konjunkturellen Aufwärtsbewegung ist“.

Der deutsche Online- und Versandhandel blickt optimistisch in die Zukunft. Der deutsche Online- und Versandhandel blickt optimistisch in die Zukunft. (© 2015 iStock)

Investitionsbereitschaft: Optimistisch in die Zukunft

Weiter geht aus der Studie von bevh und Boniversum hervor, das mit 86 Prozent die Investitionsbereitschaft der befragten Unternehmen nach wie vor auf sehr hohem Niveau liegt, trotz leichtem Rückgang um drei Prozentpunkte. Der Vergleichswert der Gesamtwirtschaft liegt bei 54 Prozent. Die Interaktiven Händler favorisieren dabei Investitionen zur Kapazitätserweiterung, was als Ausdruck für konjunkturellen Optimismus zu verstehen ist. Vor allem umsatzstarke sowie Unternehmen aus den Bereichen Technik und Bekleidung planen überdurchschnittlich zu investieren.

Social Media: Der direkte Draht zum Kunden

Auch zeigt die Studie, das die Verbreitung von Social Media in den letzten zwölf Monaten nochmals zugenommen und auch Mobile Commerce weiter an Bedeutung gewonnen hat. Fast neun von zehn Online- und Versandhändlern nutzen Kanäle wie Facebook, Google+ oder Twitter, um ihre Kundenbeziehungen zu qualifizieren und auszubauen: 86 Prozent der Unternehmen sind in sozialen Netzwerken aktiv, das sind 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Hauptgründe für die Nutzung sind die Relevanz als Marketingplattform (30 Prozent; 2014: 21 Prozent), ein engerer Kundenkontakt (28 Prozent; 2014: 28 Prozent) sowie die Steigerung des Bekanntheitsgrades (24 Prozent; 2014: 33 Prozent).

Mobile Commerce: Der neue Umsatztreiber

Über die Hälfte der Interaktiven Händler (55 Prozent) bieten laut Studienergebnis bereits optimierte M-Commerce-Angebote - in Form eines mobil-optimierten Shops, responsive Design oder einer eigenständigen App - an. Der Umsatzanteil liegt bei etwa 15 Prozent, die durchschnittliche Warenkorbgröße bei 99 Euro. Besonders in den umsatzstarken Branchenbereichen Technik und Bekleidung spielt Mobile Commerce eine überdurchschnittlich große Rolle.

Dazu Ralf Zirbes, Geschäftsführer von Boniversum: „Für Verbraucher ist das Einkaufen über mobile Endgeräte bereits selbstverständlich. Dass Mobile Commerce auch auf Händlerseite zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigen die aktuellen Ergebnisse. Bereits sechs von zehn Online- und Versandhändlern haben ihre Shops für den Mobile-Commerce optimiert. Neben den umsatzstarken Unternehmen setzen aber auch kleine Unternehmen auf Mobile-Commerce - dies sicherlich als Teil einer Spezialisierungsstrategie“.

Fakten zur Studie „Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2014/2015“
Für die Erhebung wurden über 160 Unternehmen zu ihrer Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage auf Grundlage verschiedener Indikatoren befragt. Die Studie ist Ergebnis einer Kooperation von bevh und der Creditreform Boniversum GmbH und ermöglicht bereits das vierte Jahr in Folge eine detaillierte Analyse der Situation und Bedürfnisse von Online- und Versandhändlern in Deutschland. Die Studie kann zum Preis von 249 EUR bzw. 99 EUR für bevh-Mitglieder zzgl. MwSt. bestellt werden.

Auszüge der Studie lesen Sie hier.

Quelle: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh)