Workaholics können ihren Arbeitsalltag nicht mehr managen

Für Workaholics ist der Job ihr Lebensmittelpunkt. Sie arbeiten so lange, bis der letzte Aktenberg vom Schreibtisch verschwindet oder jegliche Aufgaben erledigt sind. Solch eifrige Mitarbeiter wünscht sich jeder Chef? Nicht unbedingt. Erstens gehören viele Vorgesetzte selbst zur Gattung Workaholic und zweitens können Arbeitssüchtige ihren Arbeitsalltag nicht mehr richtig bewältigen. Wie der Experte und Psychologe Stefan Poppelreuter in der "Augsburger Allgemeinen" erklärt, schaffen viele Betroffene häufig gar nichts mehr – aus Angst, den Anforderungen nicht zu genügen:

"Sie können nicht delegieren, keine Prioritäten setzen und eignen sich nicht, mit anderen zusammenzuarbeiten."

Folgen der Arbeitssucht: Erschöpfung, Magengeschwüre und Co.

Nicht jeder Mensch, der viel arbeitet, ist automatisch arbeitssüchtig. Im Gegensatz zu "normalen" Vielarbeitern leiden Arbeitssüchtige häufig unter Kontrollverlust und Entzugserscheinungen. Die Arbeitssucht kann mittelfristig weitaus mehr Folgen haben. Dazu gehören psychovegetative Störungen wie depressive Verstimmungen, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen. Aber auch körperliche Probleme, beispielsweise Herz-Kreislauf-Beschwerden, Kopfschmerzen und Magengeschwüre.

Hilfsangebote für Workaholics

Laut AOK ist jeder neunte deutsche Arbeitnehmer arbeitssüchtig, wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet. Poppelreuter geht von 400.000 Betroffenen hierzulande aus. Insbesondere Selbstständige, aber auch Menschen, die in helfenden und kreativen Berufen tätig sind, besäßen eine Neigung zum Arbeitssuchtverhalten. Nicht selten flüchten Betroffene wegen anderer Lebenskonflikte in die Arbeit.

Hilfe finden Workaholics nur in professionellen Therapien. Eine erste Anlaufstelle sind beispielsweise Selbsthilfegruppen speziell für Workaholics. Darin können sich in die Sucht Getriebene austauschen und die Ursachen für ihr Verhalten erforschen. Auf der Webseite der "Anonymen Arbeitssüchtigen" sind die verschiedenen Gruppen verzeichnet.

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