Ende der Gratiskultur bei Twitter?

Elf Jahre lang war Twitter kostenlos – jetzt  könnte die Gratiskultur bald ein Ende haben. Der Kurznachrichtendienst erwägt, zumindest von professionellen Nutzern Geld durch ein Abo-Modell einzusammeln. Denn Werbeerlöse allein reichen den Amerikanern nicht, um schwarze Zahlen zu schreiben.

Diese Geschäftskunden würden dafür von zusätzlichen Funktionen profitieren: So könnten sie in der Twitter-App Tweetdeck auf neue Werkzeuge zum Erstellen ihrer Tweets und Analyse ihres Erfolgs zugreifen. Auch automatische Benachrichtigungen bei Neuigkeiten sind im Gespräch.

Teilzeit-Nutzer zwitschern weiter kostenlos

Doch bevor Twitter Nägel mit Köpfen macht, wollte das Unternehmen das Interesse an einem Abo-Modell mit einer Umfrage unter den "Heavy Usern" ausloten. Dieser Fragebogen geriet offenbar unfreiwillig in die Hände von US-Journalisten, die Screenshots der Umfrage von Nutzern aufgriffen. Mittlerweile hat Twitter die Überlegungen zu einem Abo-Modell bestätigt. Teilzeit-Twitterer sollen aber weiterhin kostenlos zwitschern können.

Die Kommunikationsplattform sucht seit geraumer Zeit nach Möglichkeiten, um in die Gewinnzone zu kommen. Der Verlust im vergangenen Jahr betrug 457 Millionen Dollar (424 Mio. Euro) – immerhin ein leichter Aufwind nach 521 Millionen Dollar  (483 Mio. Euro) im Jahr 2015.

Ende 2015 überlegte Twitter angeblich sogar, die Grenze von 140 Zeichen pro Tweet aufzulösen oder zumindest aufzuweichen, um neue User auf die Plattform zu ziehen. Diese Idee wurde aber wieder verworfen.