Übernahmen: Digitalisierung sorgt für Umwälzungen

Investoren haben im Jahr 2015 rund 135 deutsche Firmen teilweise oder ganz übernommen und dafür 15,7 Milliarden Euro ausgegeben – so viel Geld wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Alexander Kron, Experte bei der Unternehmensberatung Ernst & Young, macht zwei Faktoren für diese Entwicklung verantwortlich: Der schwache Euro locke Investoren aus dem angelsächsischen Raum an und die Digitalisierung zwinge Unternehmen, ihr Geschäftsmodell anzupassen und gewisse Sparten zu verkaufen. Im Tagesspiegel erklärt Kron:

"Die Konjunkturaussichten in Deutschland bleiben gut, die Kassen sowohl der strategischen Investoren als auch der Finanzinvestoren sind gut gefüllt, und die Banken sind bereit, auch große Transaktionen zu unterstützen."

Gründer belohnten sich selbst

Für eine Reihe von Gründern haben sich die Übernahmen in finanzieller Hinsicht gelohnt. So verkaufte die außerbörsliche Handelsplattform 360T ihre Anteile an die Deutsche Börse – für beachtliche 725 Millionen Euro. Das Fitness-Start-up Runtastic wechselte für immerhin 220 Millionen Euro zur Adidas-Gruppe. Auch für andere Unternehmen haben sich Durchhaltevermögen und innovative Geschäftsideen ausgezahlt:

  • Die Mediengruppe Funke hat die Online-Jobbörse Absolventa übernommen.
  • Die Kinder-App-Entwickler Fox and Sheep wechselten in die Hände des Spielzeughersteller Haba.
  • BlaBlaCar hat sich die deutsche Online-Mitfahrbörse Carpooling gesichert.

Weiterführende Links: 

  • Darum hat myTaxi-Gründer Niclaus Mewes sein Start-up an die Daimler-Tochter Moovel verkauft.
  • Digitalisierung: Was das Geschäft beflügelt.