Urlaubsgeld als Relikt aus der Vergangenheit

Im Kampf um begehrte Absolventen gilt es, mit attraktiven Benefits zu überzeugen. Arbeitgebern, die mit Urlaubsgeld bei zukünftigen Führungskräften punkten wollen, könnten allerdings qualifizierte Berufseinsteiger durch die Lappen gehen. Bei denen gilt diese altehrwürdige Arbeitgeberleistung nämlich als wenig attraktiv – sofern sie sie überhaupt auf der Rechnung haben. Lediglich 35 Prozent der akademischen Berufsstarter halten das Urlaubsgeld nach wie vor für eine attraktive Sonderleistung, wie eine aktuelle Umfrage des Karriere-Netzwerks Absolventa zeigt. Zwei Drittel der Absolventen lassen sich mit diesem Benefit also nicht mehr anlocken. Jeder fünfte Absolvent hält Urlaubsgeld sogar für nicht mehr zeitgemäß, 45 Prozent halten andere Arbeitgeberleistungen für wertvoller.

Zeitgmäße Benefits machen Arbeitgeber attraktiv

Arbeitgeber, die sich als modernes Unternehmen positionieren wollen,  sollte daher eher auf zeitgemäße Benefits setzen. Gerade Berufseinsteigern scheinen leistungsorientierte Gratifikationen offenbar attraktiver, erklärt Absolventa-Geschäftsführer Christoph Jost.

"Arbeitgeber sollten sich in der Wahl ihrer Sonderleistungen nach den Bedürfnissen der Kandidaten richten. Vor allem junge Berufsstarter sind nicht mehr mit Leistungen zu locken, die nicht mehr in die heutige Arbeitswelt passen. Unsere Umfrage zeigt: Das Urlaubsgeld scheint überholt. Für Berufseinsteiger sind Gehaltskonzepte interessanter, die Leistung belohnen und nicht generell ausgezahlt werden.“

Arbeitgeberleistung mit langer Tradition

Obwohl es keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt, hatte diese Gratifikation in Deutschland eine lange Tradition, bevor sie Anfang des neuen Millenniums in Vergessenheit geriet. Eine saisonale Bonuszahlung wurde 1960 erstmals von Gewerkschaften gefordert. Ab Mitte der 60er Jahre wurde diese Arbeitgeberleistung tatsächlich umgesetzt und das Urlaubsgeld wurde schnell zum Standard in Arbeitsverträgen. Inzwischen kommen nur noch rund 40 Prozent der deutschen Arbeitnehmer regelmäßig in den Genuss dieser Sonderleistung.

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