Azubi-Mangel fordert Umdenken

Auf der Flucht von Krieg und Not stranden viele Flüchtlinge in Deutschland. Hier angekommen verbietet ihnen das Gesetz, in den ersten drei Monaten eine reguläre Arbeit anzunehmen. Für die Wirtschaftstreibenden ist dies ein untragbarer Zustand. Denn laut dem Berufsbildungsbericht 2015 blieben rund 37.100 betriebliche Ausbildungsplätze unbesetzt und viele Asylbewerber sind motiviert, eine Lehre zu absolvieren.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte auf einer dpa-Pressekonferenz in Berlin:

"Viele Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung zu uns kommen, werden längerfristig oder sogar für immer bleiben. Es ist im Interesse aller, alles zu tun, damit sich diese Menschen zügig in den Arbeitsmarkt integrieren können."

Asylbewerber: Das soll sich ändern

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag (18. Juni) adressierte Ingo Kramer klare Forderungen an die Politik. Er wünschte sich, dass ...

  • Asylsuchende, die einen Ausbildungsplatz gefunden haben, sicher in Deutschland bleiben dürfen;
  • Asylbewerber einen leichteren Zugang zu Förderungsinstrumenten der Berufsbildung erhalten;
  • das Berufsverbot für Asylbewerber in der Zeitarbeit aufgehoben wird.

In dieselbe Kerbe schlug auch der Präsident des Deutschen Industrie und Handelkammertages (DIHK), Eric Schweitzer. Auch er forderte Rechtssicherheit für die Asylsuchenden. Insbesondere, wenn jemand eine Ausbildung beginne, solle er diese ohne Angst vor Abschiebung auch abschließen können.

In diesen Jahr rechnen die Behörden mit 450.00 Asylanträgen. Bund und Länder hatten angekündigt, die finanziellen Mittel für Asylbewerber auf eine Milliarde Euro aufzustocken.

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