Abschreibung berechnen, Steuern sparen

Ob Maschinen, Software, Lizenzen oder Gebäude: Im Lauf der Zeit sinkt der Wert Ihrer betrieblichen Vermögensgegenstände. Gründe sind zum Beispiel Verschleiß und Beschädigungen – oder Ihre einstige Top-Investition ist mit den Jahren schlicht veraltet.

Mittels Abschreibungen erfasst die Bilanzbuchhaltung diese Wertminderung und deklariert sie in der GuV als Aufwand. Mit jedem Cent, den Ihr Rechnungswesen abschreibt, schrumpft folglich Ihr Buchgewinn – und damit Ihre Steuerlast.

Die Höhe der Abschreibung hängt grundsätzlich von drei Dingen ab:

  • Anschaffungspreis
  • Abschreibungsmethode
  • Nutzungsdauer

Wie Sie daraus Ihre Abschreibung berechnen, überlässt das Finanzamt ein Stück weit Ihnen. Diesen Spielraum müssen Sie nutzen, damit Ihnen der Fiskus nicht zu tief in die Firmenkasse greift. Das klappt, wenn Sie auf Ihrem Weg durchs Steuerlabyrinth an vier Stellen richtig abbiegen.

1. Weg: Abschreibungsmethode auswählen

Die lineare Abschreibung ist im HGB verankert und der Regelfall. Der jährliche Abschreibungsbetrag errechnet sich aus den Kosten für die Anschaffung geteilt durch die voraussichtliche Nutzungsdauer.

Beispiel: Sie kaufen einen Firmenwagen für 30.000 Euro. Der Anschaffungspreis wird gleichmäßig auf die Nutzungsdauer von zum Beispiel sechs Jahren umgelegt. Macht 5.000 Euro Abschreibung jährlich.

Bei der degressiven Abschreibung, die nur noch auf vor dem 1. Januar 2011 gekaufte Vermögenswerte anwendbar ist, wird ein fester Prozentsatz für die Abschreibungsrate angesetzt. Beispielsweise jährlich 25 Prozent des jeweiligen Restwertes. Im ersten Jahr können Sie folglich 7.500 Euro als Abschreibung berechnen, im zweiten 5.625 Euro und so weiter.

Wichtig bei Firmenwagen ist stets die Frage der Privatnutzung. Hier gelten besondere Regeln.

Weitere interessante Abschreibungsmodelle sind beispielsweise:

  • Leistungsbezogene Abschreibung. Wenn Sie Maschinen besonders intensiv nutzen, können Sie nach Genehmigung durch das Finanzamt eine höhere lineare Abschreibung berechnen als üblich.
  • Teilwertabschreibung. Liegt der Restbuchwert Ihrer Maschinen über dem tatsächlichen Wiederverkaufswert, dann setzen Sie den Differenzbetrag als Teilwertabschreibung an – und sparen Steuern.
  • Restwertabschreibung. Der Restbuchwert für eine Maschine steigt, wenn Sie sie technisch aufrüsten – und damit auch der Betrag, den Sie jährlich linear abschreiben können.

2. Weg: Nutzungsdauer checken

Zeit ist Geld, das gilt auch bei Abschreibungen. Ihr Ziel muss es sein, Ihre betrieblichen Vermögensgegenstände in möglichst kurzer Zeit und damit in hohen Raten abzuschreiben. Doch da hat das Finanzamt ein Wörtchen mitzureden. Es lässt nicht zu, dass Sie Ihren firmeneigenen Carport oder Ihre Immobilien innerhalb eines Jahres komplett abschreiben. Stattdessen nimmt es eine bestimmte Nutzungsdauer an.

Diese Nutzungsdauer ist für eine Vielzahl von Wirtschaftsgütern in Abschreibungstabellen festgelegt. Doch ist es keineswegs in Stein gemeißelt, welche Nutzungsdauer Sie zum Beispiel für Ihre neue Verpackungsmaschine ansetzen müssen. Hier lässt das Finanzamt mit sich handeln, wenn Sie geschickt argumentieren.

Prüfen Sie zudem laufend, ob der Buchwert der Maschine noch mit dem tatsächlichen Wiederverkaufswert übereinstimmt. Falls der Buchwert zu hoch ist, wird eine Teilwertabschreibung fällig. Nutzen Sie die Maschine besonders intensiv, dann ist möglicherweise auch eine leistungsbezogene Abschreibung günstig für Sie.

3. Weg: Faule Rechnungen abschreiben

In die Bilanz fließen neben Sachanlagen auch Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens ein. Das hat zur Folge, dass Abschreibungen von Forderungen entstehen, wenn einer Ihrer Schuldner seine Rechnung nicht bezahlt.

Solche faulen Rechnungen können Sie auf zwei Wegen als Abschreibung berechnen:

  • Einzelwertberichtigung: Sie schreiben jede „geplatzte“ Forderung einzeln ab.
  • Pauschalwertberichtigung: Sie schreiben einen pauschalen Prozentsatz auf alle Forderungen ab und orientieren sich dabei an den Zahlungsausfällen der Vorjahre.

4. Weg: Kleinkram schnell absetzen

Für geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) gelten Sonderregeln: Vermögensgegenstände ...

  • ... bis 150 Euro können Sie sofort als Betriebsausgabe buchen.
  • ... zwischen 150,01 bis 1.000 Euro lassen sich zusammenfassen und über eine pauschale Nutzungsdauer von fünf Jahren linear als Abschreibung berechnen.
  • ... bis zu einem Betrag von 410 Euro können Sie im Jahr der Anschaffung komplett als Sonderabschreibung deklarieren.

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