Seit Juni 2019 stehen im Rahmen des Digitalpakts fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der rund 40.000 Schulen in Deutschland zur Verfügung. Rechnerisch sind das durchschnittlich 120.000 Euro pro Schule oder 500 Euro pro Schüler, die Schulen unter anderem in Laptops, WLAN oder Smartboards stecken können. Voraussetzung, um an das Geld zu kommen, ist ein pädagogisches Konzept sowie Lehrer, die für den sinnvollen Einsatz mit digital unterstütztem Unterricht fortgebildet sind.

Grundbedingung methodisch-didaktische Konzepte

Steckbrief

Name: Aloisiuskolleg
Gründung: 1900
Hauptsitz: Bonn Bad-Godesberg
Mitarbeiter/Lehrer: ca. 60
Schüler: 730

Lernen mit digitalen Medien bietet großes Potenzial, um Lernprozesse zu verbessern, Lehrkräfte zu entlasten, individuelle Interessen und Neigungen der Schüler oder inklusive Bildung zu fördern. Darin sind sich Pädagogen inzwischen weitgehend einig. Aber dafür braucht es neben digitaler Infrastruktur vor allem auch methodisch-didaktische Konzepte, damit Geräte wie Laptop und Smartboards oder der Zugriff auf Internet und Lernsoftware sinnvoll im Unterricht genutzt werden können. Und es braucht Fortbildungen für das Kollegium sowie einen grundlegenden Support, der einen reibungslosen Ablauf sichert.

Das Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg beschäftigt sich seit 2013 mit Medienbildung und Veränderungen durch den digitalen Wandel. Als Schule unter der Trägerschäft des Jesuitenordens und dem "Zentrum für Ignantianische Pädagogik“ (Ludwigshafen) hat das Aloisiuskolleg gemeinsam mit weiteren Schulen des Ordens das Konzept der „Digital Leadership Education“ entwickelt. Unter anderem sieht das Konzept vor, Schüler mit Digital Skills und Digital Mindsets für das zukünftige Berufsleben zu qualifizieren. Dazu gilt es, neue Formen des Lernens zu entwickeln und die Lehrpläne mit Blick auf Digital Leadership weiterzuentwickeln.

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Veraltete Server, überforderte Netzinfrastruktur

Doch ohne moderne IT- und Netzwerktechnik lassen sich die besten digitalen Medienkonzepte nicht umsetzen. Zwar hatte das Aloisiuskolleg einen eigenen Serverraum, in dem das Kolleg auf Servern erste Software für die Verwaltung der Schule betrieb. Doch war diese IT-Ausstattung veraltet, der Netzanschluss ans Internet war zu langsam für die zunehmende Datenmenge und die Firewall drosselte den Datenverkehr zusätzlich.

Daher mussten der Verwaltungsleiter Andre Hoffbauer und der IT-Leiter Patrick Gies des Aloisiuskollegs die IT- und Netzwerkinfrastruktur modernisieren. Auf das Geld aus dem Digitalpakt wollte die Schule aber nicht warten und hat stattdessen im ersten Schritt das NRW-Förderprogramm „Gute Schule 2020“ angezapft. Hier stellt das Land NRW seit 2016 gemeinsam mit der NRW.BANK zwei Milliarden Euro für die kommunale Schulinfrastruktur bereit. Rund ein Viertel davon ist für den Ausbau von WLAN- und Breitbandnetzen reserviert.

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Um Schüler mit Digital Skills und Digital Mindsets für das zukünftige Berufsleben zu qualifizieren, hat das Aloisiuskolleg gemeinsam mit weiteren Schulen des Ordens das Konzept der „Digital Leadership Education“ entwickelt. Um Schüler mit Digital Skills und Digital Mindsets für das zukünftige Berufsleben zu qualifizieren, hat das Aloisiuskolleg gemeinsam mit weiteren Schulen des Ordens das Konzept der „Digital Leadership Education“ entwickelt. (© Christian Ender)

Office 365, Exchange-Server und Firewalls

„Wir haben unsere Server in unseren eigenen Serverräumen erneuert, den Exchange-Server in die Cloud migriert, besitzen jetzt Office 365 A1-Lizenzen, mit denen wir als Schule zum Beispiel Outlook, Word, Excel oder PowerPoint kostenfrei nutzen können.“, sagt Gies. „Auch die Firewalls mussten wir erneuern, da sie zu langsam waren und den Datenverkehr ausbremsten. Und wir verfügen nun über einen Glasfaseranschluss.“

Die neue Technologie ist aber erst der Anfang des langfristig angelegten Medienkonzepts. Hoffbauer: „Wir entwickeln das altersgerecht gestaffelte Medienkonzept weiter. Wir wollen schulische Inhalte durch den gezielten Einsatz digitaler Medien vermitteln.“ Bisher nutzt das Kolleg Moodle, ein freies objektorientiertes Kursmanagementsystem sowie Lernplattform, die kooperative Lehr- und Lernmethoden unterstützt, steigt jedoch in Kürze auf das benutzerfreundlichere System „itslearning“ um. In einigen Fächern bauen die Schüler Wikis auf, lernen digitale Bild- und Videobearbeitung oder Grundlagen der IT. „Wir prüfen nun im Rahmen unseres Konzepts ‚Digital Leadership Education‘ weitere Unterrichtssoftware, etwa für den Mathematikunterricht“, sagt Hoffbauer.

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WLAN für Lehrer, Schüler und Verwaltung

Und auch technisch will sich das Aloisiuskolleg weiterentwickeln. Zwar gibt es ein WLAN für Lehrer und Verwaltung sowie für die Oberstufenschüler, die im Internat leben. „Mehr würde das WLAN derzeit nicht verkraften. Daher werden wir das WLAN komplett neu aufsetzen“, sagt Gies. Dafür hat die Telekom ein Netzwerk-Redesign geplant, die aktuellen Verbindungsprobleme analysiert und den Bandbreitenbedarf durch Messungen genau definiert. Auf dieser Basis wird die Telekom eine homogene, skalierbare und einfach zu betreibende LAN-Infrastruktur aufbauen. „Besonders wichtig für uns ist, dass wir die IT und Netzwerke weitgehend selbst managen können“, sagt Gies.

Und wie sieht es insgesamt mit der Digitalisierung in den deutschen Schulen aus? Die Deutsche Telekom Stiftung und das Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund haben Anfang 2019 mehr als 600 Lehrer der Sekundarstufe I gefragt, wie sie die digitale Ausstattung und die Unterstützung an ihrer Schule bewerten? Noch bestehen große Unterschiede. Die Ergebnisse zeigen aber, dass sich was tut an deutschen Schulen. So gibt es inzwischen in mehr als zwei Drittel der Einrichtungen Medienkonzepte. Und eine Mehrheit der Lehrer gibt an, dass sich vor Ort ein IT-Koordinator oder eine Lehrkraft um die praktische Umsetzung des jeweiligen Medienkonzepts kümmert. Und gut 80 Prozent der Lehrer sagen, dass die Schulleitungen die notwendigen Rahmenbedingungen für den Einsatz digitaler Medien bereitgestellt haben.

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DEUTSCHE TELEKOM UND ALOISIUSKOLLEG

Die Aufgabe: Das Aloisiuskolleg (AKO) wollte seine IT- und Netzwerkinfrastruktur auf neue Füße stellen, um digitale Lernmethoden und Medien in den Unterricht zu integrieren und die Verwaltungsabläufe stärker zu digitalisieren.

Die Lösung: Das AKO hat zunächst einen Glasfaseranschluss bekommen. Die Telekom hat die Serverstruktur sowie eine homogene und skalierbare LAN-Infrastruktur konzipiert, konfiguriert, in Betrieb genommen und die Migration unterstützt. Office 365-Lizenzen inklusive Sicherheitsfeatures auf Basis von Cisco Meraki ergänzen die IT-Infrastruktur. Später sollen Microsoft SharePoint und Onedrive for Business sowie ein erweitertes WLAN – auch für Schüler – dazukommen.

Die Vorteile: Das AKO hat jetzt die Möglichkeit, sein Medien- und Digitalisierungskonzept für die Schule und den Unterricht umzusetzen. Die Infrastruktur ist für zukünftige Digitalisierungsprojekte ausgelegt. Die Server können von der Schule selbst betrieben werden.