Definition: Was ist ein Arbeitsunfall?

Wenn Beschäftigte bei der Ausübung ihres Jobs verunglücken, erleiden sie einen Arbeitsunfall. Das gilt auch für ähnliche Missgeschicke auf einer Geschäftsreise, beim Betriebssport oder bei Betriebsausflügen und -feiern. Davon zu unterscheiden ist der Wegeunfall. Dieser Ausdruck meint ein Unglück auf direktem Weg zur oder von der Arbeit. In beiden Varianten greift die gesetzliche Unfallversicherung.

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Und das passiert ziemlich oft. Allein im Jahr 2017 ereigneten sich 873.522 meldepflichtige Malheure mit Verletzungsfolge bei der Arbeit. Diese Zahl meldet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Die weitaus häufigste Ursache für körperliche Verletzungen am Arbeitsplatz: Ein Kollege stolpert, rutscht aus oder stürzt. Andere Unglücksraben bedienen Maschinen falsch oder verheben sich an schweren Gegenständen.

Mitarbeiter richtig schützen

Anders als die Kranken- und Rentenversicherung, fällt die gesetzliche Unfallversicherung in den Aufgabenbereich der Unternehmen. Sie sollten jeden Mitarbeiter bei einer Berufsgenossenschaft oder einem anderen zuständigen Unfallversicherungsträger anmelden.

Damit Arbeitsunfälle möglichst selten vorkommen, müssen Sie außerdem ein Mindestmaß an Vorkehrungen treffen. Die Bestimmungen dazu finden sich im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).

Wer nach einem Arbeitsunfall hilft

Was aber tun, wenn Kollege Schmidt trotz aller Vorkehrungen im Lager gerade von der Leiter gekippt ist? Ist die Situation besonders bedrohlich, sollte natürlich umgehend ein Krankenwagen gerufen werden.

Darüber hinaus sind die ausgebildete Ersthelfer die erste Anlaufstelle im Betrieb bei einem Arbeitsunfall: Bei mehr als 20 Versicherten im Unternehmen müssen mindestens fünf Prozent der Belegschaft einen Erste Hilfe-Lehrgang besucht haben, wenn es sich um einen Verwaltungs- und Handelsbetrieb handelt. Bei allen anderen Unternehmen sind es zehn Prozent. Die Teilnahme an Fortbildungen für Ersthelfer ist in der Regel freiwillig.

Arbeitsunfall Ausgebildete Helfer im Unternehmen sollen bei Unfällen Erste Hilfe leisten können. (© 2018 Shutterstock / Halfpoint)

Und was ist bei mittelschweren oder leichten Fällen zu tun? Ein Gang zum sogenannten Durchgangsarzt kann auf keinen Fall schaden. Damit das reibungslos funktioniert, sollte der Hinweis, wo der Mediziner zu finden ist, sichtbar aushängen. Aber was kann solch ein Spezialist? Er oder sie ist ein Facharzt der Chirurgie oder Orthopädie und verfügt über eine unfallmedizinische Ausbildung. Zudem ist er oder sie zuständig:

  • Wenn abzusehen ist, dass die Arbeitsunfähigkeit über den Unfall hinausführt. Der Pechvogel muss dann nach der ersten Notfallbehandlung ein weiteres Mal zum entsprechenden Durchgangsarzt.
  • Wenn die notwendige ärztliche Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert oder Heil- und Hilfsmittel zu verschreiben sind.

Nicht vergessen: Eventuelle Erste Hilfe-Leistungen sollten Unternehmen schriftlich festhalten. Die Dokumentation dient als Nachweis, dass der Arbeitsunfall während einer versicherten Tätigkeit geschah. In die Aufzeichnung gehören folgende Punkte:

  • Ort, Zeit und Hergang des Unfalls
  • Art und Umfang der Verletzung
  • Angewandte Erste Hilfe-Maßnahmen sowie die Namen der Ersthelfer
  • Name des Verletzten beziehungsweise Erkrankten
  • Namen von Zeugen

Wissenswertes rund um die Unfallanzeige

Ist die Verletzung so gravierend, dass der Betroffene mehr als drei Tage arbeitsunfähig ist, muss die Firma den Arbeitsunfall dem Unfallversicherungsträger melden. Dazu ist in der Regel ein Formular auszufüllen, die sogenannte Unfallanzeige. Womöglich geht das bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse auch online. Ansonsten einfach ein ausgefülltes Exemplar des Fragebogens per Post an den zuständigen Unfallversicherungsträger senden.

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Eine Kopie davon behält das Unternehmen zur Dokumentation. Und sofern vorhanden, bekommt der Betriebsrat eine Ausfertigung. Darüber hinaus hat der verunglückte Mitarbeiter das Recht auf ein Duplikat der Unfallanzeige, wie die DGUV weiter informiert. Der Chef ist dabei dazu verpflichtet, seine Untergebenen auf den Anspruch hinzuweisen.

Versicherungsfall: ja oder nein?

Im nächsten Schritt prüft die Unfallversicherung, ob Versicherungsschutz besteht und wenn ja, in welchem Umfang dieser gewährleistet werden kann. Nicht immer ist ein Arbeitsunfall automatisch ein Versicherungsfall.

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Ein Beispiel: Hat ein verletzter Mitarbeiter nicht die vorgeschriebene Schutzkleidung getragen, muss er wahrscheinlich selbst für die finanziellen Folgen seines gesundheitlichen Schadens aufkommen. Das Gleiche gilt übrigens für Unfälle, die einem Beschäftigten bei privaten Tätigkeiten während der Arbeitszeit widerfahren.

Auch in puncto Wegeunfall haftet nicht immer die gesetzliche Unfallversicherung: Ein Antrag auf Kostenübernahme kann abgelehnt werden, wenn ein Mitarbeiter auf der Fahrt zur Arbeit oder auf dem Heimweg einen Umweg gemacht hat. Dafür genügt schon ein kurzer Abstecher ins nächste Kaufhaus.

Darum sollten Arbeitgeber ihre Belegschaft unbedingt zur Beachtung innerbetrieblicher Schutzanweisungen auffordern und grundsätzliche Sicherungsmaßnahmen klar darstellen.