Arbeitsvertrag aufsetzen: Basics

Ein Arbeitsvertrag legt das Fundament für die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern. In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit – das heißt, Sie können die Inhalte des Dokumentes weitestgehend selbst bestimmen. Trotzdem gibt es einige Punkte, die unbedingt im Arbeitsvertrag stehen sollten:

  • Arbeitsinhalt und Arbeitsort: Halten Sie fest, welche Tätigkeiten und Aufgaben der Mitarbeiter zu verrichten hat. Haben Sie mehrere Filialen, legen Sie zudem den Arbeitsort fest.
  • Beginn und Laufzeit: Legen Sie den Beginn und die Dauer des Arbeitsverhältnisses fest. Vereinbaren Sie gegebenenfalls eine Probezeit – maximal sechs Monate sind per Gesetz erlaubt.
  • Arbeitszeit und Vergütung: Regeln Sie die wöchentliche Arbeitszeit und bestimmen Sie die Höhe des Gehalts. Zusätzlich anfallende Leistungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld dokumentieren Sie ebenfalls in den Inhalten.
  • Urlaub: Arbeitnehmer haben einen Anspruch von mindestens 24 Urlaubstagen bei einer Sechs-Tage-Woche. Ist bei einem Arbeitsverhältnis eine Fünf-Tage-Woche vereinbart, stehen dem Arbeitnehmer mindestens 20 Tage Urlaub zu.
  • Geheimhaltungspflicht: Verpflichten Sie den Mitarbeiter, Betriebsinterna geheim zu halten – nichts ist ärgerlicher als Firmengeheimnisse, die durch Ex-Mitarbeiter beim Konkurrenten landen.

Befristeter Arbeitsvertrag: Mehr Flexibilität

Befristete Arbeitsverträge können für Führungskräfte bedeutende Vorteile bringen. Sie begrenzen das Arbeitsverhältnis auf eine bestimmte Dauer, wodurch Ihr Unternehmen flexibler wachsen und schrumpfen kann. Eine Kündigung zum Ende der Laufzeit ist nicht notwendig. Wie Staufenbiel.de erläutert, hat die Befristung den Vorteil, dass der Kündigungsschutz nicht greift und etwa eine Schwangerschaft oder auch die Mitgliedschaft im Betriebsrat nicht vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses schützt.

Wenn Sie den Inhalt des Arbeitsvertrags verfassen, sollten Sie beachten, dass die Befristung maximal zwei Jahre dauern darf. Dann muss entweder der Arbeitnehmer in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis aufgenommen werden, oder das Arbeitsverhältnis endet.

Unbefristeter Arbeitsvertrag: Kündigungsfristen beachten

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag legt eine Anstellung auf Dauer fest und ist in gewisser Weise ein Vertrauensbeweis an Ihren Mitarbeiter. Der Inhalt muss an die gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden. Wenn Sie einen Arbeitsvertrag aufsetzen, regeln Sie, ob die Kündigung zum 15. des Monats oder zum Monatsende erfolgen kann. Abhängig von der Beschäftigungsdauer beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist zwischen vier Wochen und sieben Monaten, informiert das Staufenbiel Institut.

Krankheitsfall: Krankmeldung einfordern

Ihr Mitarbeiter liegt mit Schnupfen und Wärmflasche im Bett? Formulieren Sie den Inhalt des Arbeitsvertrages so, dass der Mitarbeiter seine Erkrankung dem Unternehmen bereits am ersten Tag mitteilen muss. Bei einer längeren Erkrankung von mindestens drei Tagen ist eine Krankmeldung vorzulegen. Sollte Ihnen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht bis zum vierten Tag der Erkrankung vorliegen, so können Sie die Entgeltfortzahlung verweigern. Liegt die Bescheinigung vor, dann sind Sie dazu verpflichtet das Entgelt ab dem ersten Tag der Erkrankung nachzuzahlen.

Überstunden bergen Konfliktpotential

Mitarbeiter, die in der Urlaubszeit scharenweise ans Meer fahren, unerwartete Grippewellen, die ganze Abteilungen lahm legen oder aufwendige Sonderprojekte, die von allen Mitarbeitern Höchstleistungen fordern: Gründe für Überstunden gibt es viele.

Der Arbeitgeber darf Überstunden aber nur dann verlangen, wenn sie für das Unternehmen notwendig und für den Angestellten zumutbar sind. „Zumutbar“ ist ein dehnbarer Begriff. Grundsätzlich gilt: Nur wenn Überstunden im Arbeitsvertrag erwähnt sind, darf der Arbeitgeber diese verlangen. Je klarer die Regelung im Arbeitsvertrag gehalten ist, desto leichter lassen sich Streitfälle im Vorhinein vermeiden.

Geben Sie im Vertrag am besten die Höhe der Zuschläge an oder legen Sie die Regeln für einen Zeitausgleich fest. Laut dem Arbeitszeitgesetz hat der Arbeitgeber das Recht, die Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche zu verlängern. Für Fach- und Führungskräften lässt sich indes eine elegante Lösung finden: In ihren Verträgen steht häufig, dass Überstunden mit dem zumeist überdurchschnittlich hohen monatlichen Gehalt bereits abgegolten sind.

Fazit: Je präziser Sie den Inhalt im Arbeitsvertrag ausformulieren, desto besser beugen Sie Streitfälle vor.

Weiterführende Links:

  • Die Karrierebibel beantwortet häufig gestellte Fragen zum Thema Arbeitsvertrag.
  • Anschaulich: Im Musterbeispiel sehen Sie, wie ein Arbeitsvertrag aussehen kann.