Wenn zu wenig Tempo das Geschäft stört

Im Fachmarkt von BabyOne in Münster herrscht Hochbetrieb. Die neuen Saisonfarben begeistern die Kunden, der Schlussverkauf bei den Kinderwagen lässt werdende Eltern in Scharen in die Filiale strömen. Ausgerechnet jetzt zeigt ein PC eine Störung im System an. Die IT-Abteilung analysiert den Fehler von der Zentrale aus und muss ein Update aufspielen. Die Internetleitung in Münster bietet aber nur eine Datenübertragung von sechs Mbit pro Sekunde – der Computer fällt über Stunden aus. An diesem Gerät können Mitarbeiter solange keine Bestellung eingeben oder den Kunden weitere Modelle zeigen.

„Die fehlende Bandbreite an einigen Standorten bremste früher die Zusammenarbeit aus, so wollten wir nicht mehr weiterarbeiten“, sagt Thomas Quibeldey, IT-Leiter von BabyOne. Die Mitarbeiter greifen auf viele Anwendungen auf dem zentralen Server zu und mussten dabei immer wieder Wartezeiten in Kauf nehmen. Umgekehrt war auch die IT-Abteilung für zentrale Updates der Kassensysteme oder Wartungen aus der Ferne auf eine angemessene Internetgeschwindigkeit angewiesen.

Leistungsfähigere Netze

Damit der PC in Münster nach einer Fehlerbehebung wieder schneller zur Verfügung steht, beschloss BabyOne, die IP-Umstellung der Telekom-Netze für einen neuen Aufschlag zu nutzen. Ziel: die eigene IT-Infrastruktur vereinheitlichen und die Zusammenarbeit zwischen Filialen und Zentrale verbessern. Denn das Internetprotokoll (IP) macht die Netze leistungsfähiger: Sie sind dadurch in der Lage, mehr Daten in kürzerer Zeit zu transportieren, denn durch die Übertragung in Paketform kann die Bandbreite besser ausgenutzt werden. Eine notwendige Effizienzsteigerung, wie der Cisco Visual Networking Index 2016 zeigt: Danach wird der Datenverkehr über das Internet bis 2020 auf 194 Milliarden Gigabyte im Monat anwachsen.

Auch bei BabyOne steigt der Datenverkehr mit jeder Tätigkeit weiter an, für die Mitarbeiter auf den zentralen Server zugreifen müssen. Gemeinsam mit der Telekom entwickelte das Unternehmen zwei Angebote: Filialen, die erst vor Kurzem in eine neue Telefonanlage investiert haben, stellen mithilfe eines Routers die Märkte auf IP um, können aber ihre alten Geräte weiterhin nutzen. Das zweite Angebot der Telekom beinhaltet dagegen Router, Anschluss und neue Telefonanlage.

Schnellere Daten, geringere Kosten

Für BabyOne war die Umstellung auf IP die richtige Entscheidung. Durch das Internetprotokoll konnte das Unternehmen verschiedene Anschlüsse konsolidieren. „Für das EC-Cash-Gerät etwa ist kein eigener Anschluss mehr nötig“, erklärt IT-Leiter Thomas Quibeldey. „Dadurch konnten wir die Anzahl von 200 auf rund 75 Stück reduzieren und sparen monatlich Kosten.“

IT-Leiter Thomas Quibeldey IT-Leiter Thomas Quibeldey hat die IP-Umstellung von BabyOne gemeinsam mit der Telekom vorangetrieben. (© 2017 Remann Telekom ) - © Eric Remann

An manchen Standorten erhöhte sich die Übertragungsgeschwindigkeit von sechs Mbit auf 100 Mbit pro Sekunde. Prozesse sind effizienter geworden, Mitarbeiter greifen schneller auf Anwendungen auf dem Server in der Zentrale zu, die IT spielt Updates zügiger auf die Kassensysteme. Auch das regelmäßige Abrufen der Kassendaten nimmt weniger Zeit in Anspruch.

Das Ziel: Bis Ende 2017 komplett auf IP

Auch für die Telekom bedeutete die IP-Einführung bei BabyOne eine Premiere. Erstmals verwendet sie den durchwahlfähigen DeutschlandLAN SIP-Trunk, um Anlagenanschlüsse in die IP-Welt zu überführen. Die Filialen behalten ihre Rufnummern, bekommen eine feste IP-Adresse und profitieren von Flatrates für Internet und Telefonie. Fachmärkte mit Mehrgeräteanschlüssen stellen dagegen mit DeutschlandLAN IP Voice/Data auf die Zukunftstechnologie um.

„Die meisten Umstellungen finden vor den Ladenöffnungszeiten statt, sodass die Kunden davon nichts mitbekommen“, sagt BabyOne-IT-Leiter Quibeldey. Rund vier Wochen vergehen von der Entscheidung für eines der Angebote bis zur Umsetzung. Drei bis acht Anschlüsse stellt die Telekom pro Monat um, bis Ende 2017 will BabyOne komplett auf IP arbeiten.

Die Filiale in Münster profitiert schon jetzt davon: Gibt es jetzt eine Störung im System, behebt die IT-Abteilung aus der Zentrale den Fehler rasch. Der PC steht den Mitarbeitern schnell wieder zur Verfügung und sie können einen neuerlichen Ansturm der Kunden bewältigen.

Einer der Fachmärkte von BabyOne Die Fachmärkte sind mit der BabyOne-Zentrale eng vernetzt: Mitarbeiter greifen auf wichtige Geschäftsanwendungen auf dem Server in der Zentrale zu. (© 2017 Remann Telekom ) - © Eric Remann

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