Warum einen Lieferanten einstellen?

Jedes Unternehmen hat seine Kernkompetenzen. Der Gastronomiebetrieb konzentriert sich auf die Zubereitung deliziöser Speisen und der Schreiner weiß wie kein anderer, einzigartige Möbelstücke anzufertigen. Auch Ihr Unternehmen hat seine Stärken, vielleicht aber auch ein paar Schwächen. Dann sollten Sie überlegen, heikle Aufgaben in die Hände derer zu legen, die sich besser damit auskennen. Dazu kann auch der Warentransport zählen. Insbesondere dann, wenn Lieferanten qualitativ bessere und preiswertere Leistungen erbringen als Ihr eigenes Unternehmen.

Den richtigen Lieferanten finden: Die Lieferantenbewertung

In der Regel können Sie aus einem großen Pool an Lieferanten schöpfen. Achten Sie dabei aber nicht nur auf den Preis, sondern berücksichtigen Sie weitere Kriterien bei der Lieferantenauswahl. Erster Schritt hin zum passendem Vertragspartner daher: Erstellen Sie eine Lieferantenbewertung, um potenzielle Kandidaten zu vergleichen. Im Rahmen der DIN EN ISO 9001 ist der Einkauf sogar dazu verpflichtet, ein Bewertungssystem zu erstellen, um Kundenanforderungen sowie den Ansprüchen an die Produkt- beziehungsweise Dienstleistungsqualität gerecht zu werden.

Kriterienkatalog erstellen

Definieren Sie acht bis zehn Kriterien, die Ihnen bei der Lieferantenauswahl helfen. Mehr sollten es nicht sein, damit Sie den Arbeitsaufwand in Grenzen halten. Holen Sie die dafür notwendigen Informationen von verschiedenen Quellen ein: vom Zulieferer selbst, Referenzkunden, Lieferantenaudits und so weiter. Folgende Faktoren können Sie zum Beispiel einbeziehen:

  • Zuverlässigkeit. Hält der Lieferant Termine ein? Bringt er die geforderten Mengen? Oder ist der Anbieter gar dafür bekannt, hin und wieder falsche Ware zu transportieren?
  • Vergleichen Sie die Preise unterschiedlicher Anbieter. Welcher hat die günstigsten Konditionen?
  • Insbesondere bei umfassenden Bestellmengen lohnt sich die Frage nach Rabatten.
  • Flexibilität. Wie beweglich ist der Lieferant bei Änderungen der Bestellung?
  • Produktbreite. Ist der Logistiker dazu in der Lage neben den bestehenden (Vor-)produkten, andere Materialien zu liefern, sodass Sie nicht auf weitere Lieferanten zurückgreifen müssen? Je größer nämlich die angebotene Produktpalette ist, desto wichtiger ist der Dienstleister für Ihre Wertschöpfungskette.

Nächster Schritt: Kriterien gewichten und bewerten

Im nächsten Schritt gewichten Sie die ausgewählten Faktoren nach Relevanz. Spielt beispielsweise die Zuverlässigkeit eine größere Rolle als die Produktbreite, dann lassen Sie das erste Kriterium mit 20 Prozent und das andere mit 15 Prozent in die Lieferantenbewertung einfließen. Summa summarum müssen die Prozentwerte der gewichteten Kriterien 100 ergeben. Ist Ihnen ein Lieferant bereits bekannt, fällt die Gewichtung natürlich einfacher. Sind alle notwendigen Daten eingesammelt und im System eingetragen, sollten Sie die Bewertungen von weiteren Abteilungen überprüfen lassen.

Anschließend verteilen Sie Punkte je Kriterium – sehr gute Leistungen werden dabei mit zehn Punkten bewertet, sehr schlechte mit null. Das Punkteschema ermöglicht Ihnen auf diese Weise einen guten Vergleich der Anbieter.

Der Aufwand rund um das Thema Lieferantenauswahl lohnt sich. Haben Sie nämlich den idealen Partner gefunden, dann können Sie beispielsweise Kosten für Reklamtionen, Wareneingangsprüfungen oder Produktrückrufe reduzieren oder sogar komplett einsparen.

Weiterführende Links:

  • Welche Rolle spielt der globale Markt bei der Lieferantenauswahl?  Global Sourcing ist hier das Stichwort. Welche Vor- und Nachteile die Beschaffungsstrategie hat, lesen Sie hier.
  • Wie verhandeln Sie richtig im Einkauf? Vier Tipps und Strategien.