Deshalb ist betriebliche Gesundheitsförderung unerlässlich

Ein gesunder Mitarbeiter ist ein leistungsfähiger Mitarbeiter. Das klingt platt, leuchtet aber ein, weil Arbeitnehmer unter hoher physischer und psychischer Belastung  weniger produktiv sind. In der Folge steigen Ausfallzeiten an und auch die Fluktuation nimmt zu. Durchschnittlich 18,9 Arbeitstage fehlt jeder Beschäftigte im Jahr. Hinzu kommen bis zu 20 Tage, an denen er sich krank und somit kaum leistungsfähig zum Schreibtisch schleppt – so besagt es der Fehlzeiten-Report der AOK und der Universität Bielefeld.

Eine gute, betriebliche Gesundheitsförderung kann das ändern und senkt so Kosten. Und das nicht zu knapp. Denn verringert sich der Krankenstand um nur 0,5 Prozent, so spart ein mittelständisches Unternehmen dadurch bis zu 60.000 Euro pro Jahr.

Eine betriebliche Gesundheitsförderung kann zudem eine echte Investition sein: Ein ROI von 1:3 bis 1:7 ist dabei nicht ungewöhnlich. Etwa 15.000 bis 70.000 Euro müsste ein mittelständisches Unternehmen in so ein Vorhaben stecken. Bis zu 500 Euro können dabei pro Mitarbeiter lohnsteuerfrei investiert werden.

Mehr als nur ein Kostenfaktor: Weitere Vorteile der Betrieblichen Gesundheitsförderung

Fassen wir kurz zusammen: Betriebliche Gesundheitsförderung mag zwar mit Kosten verbunden sein, doch die Vorteile überwiegen in Summe. So können Arbeitgeber damit:

  • die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitern sichern – oder gar erhöhen,
  • dank weniger Krankheitsausfällen sogar Kosten senken,
  • Produktivität und Qualität steigern,
  • das eigene Image aufwerten,
  • Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten und stärken,
  • Motivation der Mitarbeiter intensivieren,
  • ebenso deren Identifikation mit dem Unternehmen und in der Folge die
  • Mitarbeiterbindung erhöhen.

Natürlich haben auch die Arbeitnehmer etwas von der betrieblichen Gesundheitsförderung. Sie können unter anderem:

  • ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand und die Lebensqualität verbessern,
  • gesundheitliche Risiken senken,
  • Arztbesuche reduzieren,
  • Belastungen verringern sowie
  • von besseren Arbeitsbedingungen profitieren.

Umsetzungsmöglichkeiten: Die ersten Schritte der betrieblichen Gesundheitsförderung

Die betriebliche Gesundheitsförderung ist demnach für alle Seiten ein Gewinn. Fragt sich nur, wie gehen Sie dieses Projekt an? Für den Anfang bieten sich Verbote an – zum Beispiel von Rauchen (am besten kombiniert mit Kursen zur Entwöhnung) oder Mobbing.

Der nächste Schritt betrifft die Infrastruktur in Ihrem Unternehmen. Gesundheitsfördernde Arbeitsplatzgestaltung ist hier das Stichwort. Gesunde Kantinenkost oder beispielsweise Obstkörbe für die Abteilungen verbessern die Ernährung. Unser Tipp: Starten Sie eine Gesundheitswoche und testen Sie, wie das bei Ihren Mitarbeitern ankommt. Selbst einen Sportraum können Sie einrichten oder Zuschüsse für Fitness Center- und die Mitgliedschaft in einem Sportverein anbieten. Sollte sich so eine Einrichtung in der Nähe Ihres Firmensitzes liegen, fragen Sie doch mal eine Kooperation an oder holen Sie sich Tipps ein. Möglich sind auch regelmäßige Gesundheitschecks und Prophylaxen sind in Zusammenarbeit mit Ärzten und Krankenkassen.

Das Kursangebot – Schlüssel zu einer guten betrieblichen Gesundheitsförderung

Zu den häufigsten Mitteln der betrieblichen Gesundheitsförderung zählen Kurse für Mitarbeiter. Dafür suchen Sie auch hier den Kontakt zu Krankenkassen, anderen Sozialversicherungsträgern, Gesundheitszentren und ähnlichen Institutionen. Zu deren Programm gehören beispielsweise:

  • Ernährungsberatung,
  • Rückenkurse,
  • emotionale Trainings,
  • Suchtprävention für Tabak, Alkohol und Co.,
  • Zeit- und Stressmanagement-Kurse,
  • Gesundheitszirkel,
  • Fahrsicherheitstrainings,
  • Yoga und Qigong-Kurse.

Natürlich bieten sich darüber hinaus Sportkurse jeglicher Art an. Sie möchten gleichzeitig das Teamgefühl stärken? Dann stellen Sie doch eine Mannschaft auf! Egal ob Fußball, Feldhockey oder Basketball – Turniere und Ligen für Unternehmens-Teams gibt es viele. Unser Tipp: Schicken Sie ein Lauf-Team zu einem örtlichen Staffellauf oder (Teil-)Marathon. Das klappt in er Regel ohne größeren Aufwand.

Gesundheit leben: Betrieblichen Gesundheitsförderung  im Unternehmen verankern

Je mehr Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung Sie ergreifen, desto besser. Wirklich tiefgreifend wird der Wandel jedoch erst, wenn Sie dies auch in Ihrem Unternehmensleitbild festhalten. Unser letzter Tipp daher: Betriebliche Gesundheitsförderung leben. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, Führungskompetenzen, flache Hierarchien, eine Vertrauenskultur, Teamarbeit und transparente Kommunikation. Kurz, alles was unnötigen Druck von Ihrer Belegschaft nimmt, ohne dass ihr Betrieb gleich zum Streichelzoo wird.

Weiterführende Links

  • Das Bundesministerium für Gesundheit bietet ein ganzes Themenportal zur Betrieblichen Gesundheitsförderung.
  • Ein umfangreiches Dossier zum Thema betriebliche Gesundheitsförderung gibt es zudem beim Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).