Betriebliche Kinderbetreuung: Ein Geschenk für Mitarbeiter und Unternehmen

Betriebliche Kinderbetreuung gehört zu den beliebtesten Zusatzleistungen überhaupt, so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Tower Watson. Wer seine Mitarbeiter bei der Unterbringung des Nachwuchses unterstützt, macht sich als Arbeitgeber attraktiv. Besonders bei 25- bis 39-Jährigen. Jeder Dritte aus dieser Altersgruppe würde den Arbeitsplatz wechseln, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen, berichtet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Arbeitenden Eltern erspart eine betriebliche Kinderbetreuung jede Menge Stress – Unternehmern kinderbetreuungsbedigte Fehlzeiten. Zudem hilft die familienfreundliche Maßnahme dabei, die Abwesenheitsdauer von Müttern nach dem gesetzlichen Mutterschutz zu senken. Auch auf die Personalfluktuation hat die Zusatzleistung positive Auswirkungen, denn wer sich und seine Familie in guten Händen weiß, überlegt sich zweimal, woanders Fuß zu fassen. Dementsprechend ist das Einsparpotenzial, das durch die betriebliche Kinderbetreuung bei Überbrückungskosten und Personalrekrutierung entsteht, nicht zu unterschätzen.

Doch auf welche Art können Sie Ihren Mitarbeitern bei der Kinderbetreuung unter die Arme greifen?

Betriebskindergarten: Der Macher

Unternehmer können als Träger einen Betriebskindergarten gründen. Vorteil: Bei der Gestaltung des Horts haben Sie freie Hand. Standort, Öffnungszeiten, pädagogisches Konzept – richten Sie alles genau so ein, wie es zum Arbeitsalltag Ihrer Mitarbeiter passt. Unterstützung bei der Umsetzung und Konzeption erhalten Sie unter anderem durch staatliche Förderprogramme und Jugendämter.

Im Vergleich zu anderen Arten der Kinderbetreuung bringt ein Betriebskindergarten hohe Verbindlichkeiten mit sich. Räume müssen gemietet und Personal angestellt werden. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt von der Betriebsgröße und der Anzahl der zu betreuenden Kinder ab.

Verbundkita: Der Networker

Eine geringe Anzahl an Kindern oder die finanzielle Lage Ihres Unternehmens sprechen dagegen, einen eigenen Betriebskindergarten einzurichten? Dann könnte die Verbundkita die Lösung darstellen. Schließen Sie sich mit anderen kinderreichen Unternehmen aus Ihrer Umgebung zusammen und stemmen Sie das Projekt betriebliche Kinderbetreuung gemeinsam. Investitions- und Betriebskosten teilen dabei ebenso brüderlich wie die Belegplätze der Kindertagesstätte.

Nachteil: Im Gegensatz zum Betriebskindergarten ist der Abstimmungsbedarf bei einer Verbundkita relativ groß. Eine zentrale Koordinationsstelle kann hier Abhilfe schaffen.

Belegplätze: Der Spezialist

Um eine betriebliche Kinderbetreuung zu gewährleisten, müssen Sie das Rad nicht neu erfinden. Sie können auch mit bestehenden Kindertagesstätten kooperieren. Schließen Sie mit dem Hort Ihrer Wahl einen Vertrag ab und sichern Sie sich genau so viele Betreuungsplätze, wie Sie für die Kinder Ihrer Mitarbeiter benötigen. Betreuungsarrangements dieser Art können Sie auch mit mehreren Kindergärten gleichzeitig treffen. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Ihre Mitarbeiter das Kind lieber in der Nähe ihres Wohnortes unterbringen möchten oder zusammen mit einem Geschwisterchen, das bereits in einer bestimmten Kita ist. Auf diese Weise kommt dem Nachwuchs eine professionelle Betreuung zugute, während Sie sich ganz auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Tagespflegeperson: Der Vertraute

Für kleine und mittelständische Unternehmen ist die betriebliche Kinderbetreuung durch eine Tagespflegeperson besonders interessant. Denn diese bietet ihre Dienste auch für kleine Gruppen von bis zu fünf Kindern an. Aufgrund der familienähnlichen Art der Unterbringung werden Tagespflegepersonen auch von vielen Eltern geschätzt. Für Unternehmer lohnt sich dieses Modell, da das finanzielle Risiko relativ gering ist und – abgesehen von der Beauftragung, Kostenbeteiligung und gegebenenfalls Unterbringung in eigenen Räumlichkeiten – wenig Aufwände mit sich bringt.

Tipp: Auch eine Tagespflegeperson kann krank werden oder in den Urlaub fahren. Achten Sie darauf, dass der Beauftragte in einem Netzwerkverbund organisiert ist. So ist im Notfall für Ersatz gesorgt.

Weiterführende Links:

  • Sie möchten Ihre Frauenquote im Unternehmen steigern? Lesen Sie im mDM-Ratgeber, worauf weibliche Führungskräfte Wert legen.
  • Betriebliche Zusatzleistungen: Welche die beliebtesten 5 sind, lesen Sie hier.