Brückenteilzeit gewährt Recht auf Rückkehr in Vollzeit

Mehr Kinderbetreuung übernehmen, zu hohe Belastungen abfedern, eine größere Weiterbildung starten oder einfach mehr Freizeit genießen – die Gründe, warum Angestellte einige Zeit lang nur in Teilzeit arbeiten möchten, sind vielfältig. Doch oft entscheiden sie sich dagegen, denn sie befürchten, die Arbeitszeiten zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder aufstocken zu können und in der Teilzeit gefangen zu sein.

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Und das ist durchaus denkbar. Schließlich muss der Arbeitgeber die bei Teilzeit fehlende Arbeitskraft ausgleichen und stellt dafür unter Umständen einen neuen Mitarbeiter ein. Oder er vereinbart mit einem anderen Angestellten ein höheres Pensum als bisher.

Die ab Januar in Kraft tretenden Regelungen zum Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) erschweren Unternehmen diesen Ausgleich möglicherweise. Die sogenannte Brückenteilzeit, die anschließend gilt, garantiert eine Rückkehr in die volle Stelle nach Ablauf einer befristeten Periode. Das heißt für Arbeitgeber: Sie können die fehlende Arbeitskraft nur überbrücken, nicht jedoch dauerhaft ausgleichen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Zeitarbeit zwar unter Umständen diese Lücke sinnvoll schließen könnte. Doch diese ist auf 18 Monate beschränkt. Die Brückenteilzeit kann jedoch durchaus deutlich länger dauern.

Mittelstand betrifft befristete Teilzeit nur partiell

Die neuen Regelungen für befristete Teilzeit trifft auf kleine und mittelständische Unternehmen lediglich bedingt zu. Denn das Gesetz greift erst bei Firmen ab 45 Mitarbeitern. Je angefangenen 15 Mitarbeitern hat dabei einer von ihnen das Recht auf Brückenteilzeit.

Erst bei Unternehmen mit mehr als 200 Angestellten muss der Arbeitgeber jeden Antrag auf befristete Teilzeit bewilligen. Wichtig zu wissen: Bei der Anzahl an Mitarbeitern werden Auszubildende ausgenommen.

Brueckenteilzeit Teilzeit soll für Angestellte nicht mehr zur Einbahnstraße werden, was jedoch auf Kosten der Flexibilität der Unternehmen geht. (© 2018 Shutterstock / MichaelJayBerlin)

Unternehmen sind jedoch nicht gänzlich machtlos gegen eine Flut von Anträgen auf Teilzeit. Sie können diese aus betrieblichen Gründen ablehnen, wenn beispielsweise die Organisation eines Arbeitsplatzes Teilzeit im angegebenen Zeitraum nicht zulässt oder der Firma durch die verringerte Arbeitszeit hohe Kosten entstehen.

Für Firmen ab 45 Mitarbeitern bedeutet das trotzdem, dass sie sich auf die Brückenteilzeit vorbereiten sollten. Das Ziel sollte sein, bei der Verteilung von Arbeitskraft mehr Spielraum und Flexibilität zu erhalten und dadurch längere Lücken eventuell einfacher ausgleichen zu können.

Diese Voraussetzungen müssen Mitarbeiter erfüllen

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Die Regelungen zur Brückenteilzeit geben etwa vor, dass Mitarbeiter für ihre reduzierte Arbeitszeit einen festen Zeitraum von einem bis fünf Jahren wählen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass Angestellte frühestens sechs Monate nach Antritt einer Arbeitsstelle die befristete Teilzeit in Textform beantragen können. Darüber hinaus muss der Antrag mindestens drei Monate vor dem Beginn des verringerten Pensums beim Arbeitgeber vorliegen.

Nachträgliche Anpassungen während der Brückenteilzeit sind nicht mehr möglich. Eine weitere Verminderung der Arbeitszeit sowie das Verkürzen oder Verlängern der Periode sind damit ausgeschlossen.

Angestellte haben zudem mehrmals die Möglichkeit, die befristete Teilzeit zu nutzen. Allerdings ist ein weiterer Antrag erst möglich, nachdem sie mindestens ein Jahr zurück im vollen Pensum gearbeitet haben.

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Der Arbeitgeber ist grundsätzlich dazu verpflichtet, die Brückenteilzeit zu bewilligen, wenn von Mitarbeitern sämtliche Voraussetzungen eingehalten werden. Lehnt er den Antrag ab, muss er dies bis spätestens einen Monat vor dem Beginn der befristeten Teilzeit schriftlich und begründet mitteilen.

Gesetz gilt bedingt für bereits reduzierte Arbeitszeit

Ausgenommen sind von den Regelungen der befristeten Teilzeit zwar Mitarbeiter, die noch vor Januar ein reduziertes Pensum begonnen haben oder beantragen. Doch auch ihnen soll mit dem neuen Gesetz eine Rückkehr in die Vollzeit erleichtert werden.

Brueckenteilzeit Einen Grund für den Wunsch nach befristeter Teilzeit brauchen Mitarbeiter nicht zu nennen. (© 2018 Shutterstock / Andreas Saldavs)

Diese Beschäftigten können deshalb ebenfalls einen Antrag auf die Rückkehr in Vollzeit stellen. Zwar muss dieser nicht umgehend bewilligt werden. Aufgrund des Antrags steht der Arbeitgeber jedoch ab Januar in der Pflicht, den Angestellten bei der Neubesetzung von geeigneten Stellen eventuellen Bewerbern von außerhalb der Firma zu bevorzugen.

Was bei Brückenteilzeit anders ist als vorher

Ein Anspruch auf Teilzeit besteht bereits seit Längerem in Unternehmen mit mindestens 15 Mitarbeitern. Davon sind und bleiben demnach auch Firmen betroffen, welche aus der Brückenteilzeit herausfallen.

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Bisher fand ein Wechsel in Teilzeit jedoch in den meisten Fällen unbegrenzt statt. Die Möglichkeit, in ein volles Pensum zurückzukehren, muss der Arbeitgeber auf Wunsch der Angestellten zwar nicht erst seit der Brückenteilzeit prüfen. Einen Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit haben Mitarbeiter jedoch erst durch die ab Januar gültigen, neuen Regelungen im TzBfG.

Eltern- und Pflegezeit funktionieren wie bisher

An den Bestimmungen zur Elternzeit und der Übernahme der Pflege eines Verwandten ändert sich durch die Brückenteilzeit soweit erst mal nichts. Weiterhin können Mitarbeiter aus diesen Gründen ihre Wochenstunden auf 15 bis 30 Stunden verringern. Eine Rückkehr in das bisherige Pensum steht ihnen bereits vor der Einführung des neuen Gesetzes zu.

Brueckenteilzeit An den Regelungen der Elternzeit ändert sich durch die Brückenteilzeit nichts. (© 2018 Shutterstock / Halfpoint)

Wer Elternzeit nehmen möchte, muss das Unternehmen jedoch mindestens sieben Wochen vor dem Beginn in Kenntnis setzen. Für eine späte Elternzeit zwischen einem Alter des Kindes von drei und acht Jahren beträgt die Frist zu informieren 13 Wochen.

Bei der Pflegezeit hängt die Frist für einen Antrag von der Länge und dem Umfang der Reduktion ab. Über höchstens sechs Monate hinweg können Angestellte aus diesem Grund ihre Arbeitszeit auf minimal 15 Stunden in der Woche verringern.

Checkliste: Das ist wichtig bei der Brückenteilzeit

  • Betriebe ab 45 Angestellten müssen befristete Teilzeit gewähren
  • Bisherige Teilzeit gilt weiter bei 16 bis 44 Mitarbeitern
  • Auszubildende zählen nicht mit zu den Angestellten
  • Brückenteilzeit muss drei Monate vor Beginn beantragt werden
  • Die Ablehnung ist möglich aus betrieblichen Gründen
  • Eltern- und Pflegezeit werden wie bisher geregelt