Burnout: Weit verbreitet unter Führungskräften

Es brennt in deutschen KMU. Doch leider werden die Alarmsignale allzu oft ignoriert. Dabei spüren mehr als 50 Prozent der bundesdeutschen Manager schon die Hitze des Burnouts, wie die Studie Deutschland, Deine Manager der Baumann Unternehmensberatung ermittelt hat.

Also sind Führungskräfte gleich in doppelter Hinsicht gefordert:

• Zum einen müssen Sie eine Burnout-Prävention für sich selbst finden und
• zum anderen alles tun, damit ihre Mitarbeiter nicht von innen ausbrennen.

1. Prioritäten setzen

Bei der Burnout-Prävention sollten Sie sich zunächst aber ausnahmsweise selbst der Nächste sein. Greifen Sie als Führungskraft auf ein paar allgemeingültige Strategien zurück, um dem Burnout zu entgehen. Nehmen Sie sich dabei zunächst Zeit, um über Ihre Situation nachzudenken und herauszufinden, …

  • welche Projekte Ihrer vollen Aufmerksamkeit bedürfen und
  • bei welchen Sie zunächst einen Gang zurückschalten können.

Das gelingt Ihnen, wenn Sie sich auf Ihre beruflichen und privaten Ziele sowie Ihre Stärken und Defizite besinnen. Zeit für solche elementaren Gedanken schaufeln Sie sich am besten frei, indem Sie einmal im Quartal einen Termin mit sich selbst ausmachen.

2. Freizeit pflegen

Für eine effektive Burnout-Prävention sollten Sie außerdem feste Zeiten für ein Hobby einplanen – am besten eine Tätigkeit, die nichts mit Ihrem Job zu tun hat. Vielleicht wollten Sie schon immer eine Sprache lernen? Oder analoge Fotografie ausprobieren? Nehmen Sie sich die Zeit.

Nach Möglichkeit sollten Sie diese kurzen Auszeiten durch längere Pausen ergänzen, damit Sie dem Burnout vorbeugen. Machen Sie sich selbst die Bedeutung des Begriffs Urlaubszeit wieder bewusst. Denn diese Phase ist auch für sie als Führungskraft immens wichtig, um neue Kraft zu tanken.

Übrigens: Schon die täglichen Mittagspausen sollten Sie sich nehmen. Ihr Vorteil: ein Plus an Aufmerksamkeit, Kreativität und Leistungsvermögen für die zweite Tageshälfte.

3. Sich öffnen

Glauben Sie nicht, dass Sie die Burnout-Prävention ganz allein bewältigen müssen. Denn Isolation ist die völlig falsche Strategie. Ganz im Gegenteil:

• Sie sollten sich öffnen und
• Ihre Gedanken mit jemandem teilen.

Aber das ist manchmal einfacher gesagt, als getan. Ist kein geeigneter Gesprächspartner zur Hand, können Sie sich einen Berater oder Coach suchen, dem Sie vertrauen.

Der Vorteil: Für diese Berufsgruppe gilt allgemein die Schweigepflicht. Als Führungskraft brauchen Sie also nicht befürchten, dass Firmengeheimnisse weitergetratscht werden. Stattdessen können Sie dem Burnout vorbeugen, indem Sie über alles sprechen, was Ihnen zur Last wird.

Burnout-Prävention: Was Führungskräfte für Ihre Mitarbeiter leisten können

Als ausgeglichene Führungskräfte haben Sie dann auch die Möglichkeit, für ein positives Klima im Team zu sorgen. Denn ohne selbiges sind alle Strategien, mit denen Sie dem Burnout vorbeugen, für die Katz. Der schlimmste Fall: Ihre Beschäftigten ziehen sich gegenseitig in emotionale Abgründe. Und das vermutlich sogar völlig unfreiwillig.

Was Sie also für eine Burnout-Prävention im Team leisten können?

  • Geben Sie jedem Ihrer Mitarbeiter das Gefühl, etwas Ausschlaggebendes für Ihr Unternehmen zu leisten.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig und umfassend – sowohl über neue Entwicklungen als auch über das Tagesgeschäft.
  • Seien Sie bei kleinen Fehlern Ihrer Mitarbeiter nachsichtig.
  • Äußern Sie Kritik besser nur im Vieraugengespräch.
  • Geben Sie auch eigene Fehler zu.
  • Verfolgen Sie die Politik der offenen Tür und geben Sie Ihren Mitarbeitern die Gelegenheit, ihre Sorgen und Nöte mitzuteilen.
  • Verteilen Sie ab und zu Lob.

Doch leider helfen manchmal auch alle Mühen nicht, um dem Burnout vorzubeugen. Tritt ein Burnout-Syndrom bei einem Ihrer Mitarbeiter auf, sollten Sie kein Tabu schaffen und das Problem unter den Teppich kehren. Stattdessen sollten Sie aktiv werden und der oder dem Betroffenen jede nötige Hilfe zukommen lassen.

Weiterführende Links

  • Weitere Informationen dazu erhalten Sie auch in einer Broschüre der Techniker Krankenkasse .
  • Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) hat eine nützliche Broschüre über Burnout bei Führungskräften zusammengestellt.
  • Wenn Sie mehr Infos zum Thema Burnout-Prävention lesen wollen, schauen Sie beim Fachmagazin Apotheken Umschau  vorbei.