Schwachstelle Warenkorb

Eine Studie der Marketingagentur Connexity bringt es an den Tag: Die Hälfte der Online-Shopper bricht ihren Einkauf ab. Fast ein Fünftel (18 Prozent) tut das, während der Warenkorb geöffnet ist. Das ist bitter, doch sollte es Händler nicht entmutigen. Schließlich liegt hier viel Potenzial brach, dass sich nutzen lässt.

1. User Experience verbessern

Zu Kaufabbrüchen kommt es oft aus einem simplen Grund: Die verhinderten Shopper konnten den gewünschten Artikel nicht finden. Online-Shops sollten deshalb für eine einfache Navigation sorgen und ihre Ware nach einem leicht erfassbaren, wiederkehrenden Schema strukturieren. Hilfreich  sind aussagekräftige Produkt-Abbildungen sowie detaillierte Informationen zur Ware und ihrem Preis, die in einem einheitlichen Stil gestaltet sind. Im besten Fall gibt es jeweils eine eigene Produktseite, die sich nach einem Mausklick auf die Bilder beziehungsweise die Artikelbezeichnung öffnet. Die separate Seite bietet dann Platz für ausführlichere Beschreibungen sowie Einzelheiten zu erhältlichen Größen, Farben und Ausstattungsvarianten.

Business Hacks: Besserer Warenkorb verhindert Kaufabbrüche Klar, übersichtlich und ansehnlich – so sollten Produkte präsentiert werden. (© 2017 Shutterstock / Andrey_Popov)

2.  Warenkorb optimieren

Ist der gesuchte Artikel gefunden, sollte er ohne große Umwege im Warenkorb landen. Sprich: mit einem Klick. Sinnvoll ist zudem ein kurz eingeblendeter Hinweis, der die Aktion bestätigt. Zum Beispiel "Der folgende Artikel wurde in den Warenkorb gelegt:", gefolgt von der jeweiligen Produktbezeichnung. Der Warenkorb selbst sollte ebenfalls klar und übersichtlich aussehen. Zusätzliche Elemente wie Werbung für weitere Produkte oder unruhige Banner und Animationen sind hier überflüssig und irritieren die Kunden. Alles was ablenkt, begünstigt den Kaufabbruch.

Stattdessen sollte der Warenkorb eine knappe Auflistung seines Inhalts zeigen, inklusive Angaben zu Menge, Preis und Lieferdatum. Mehr braucht es an dieser Stelle nicht. Abgesehen von den Schaltflächen "Weiter einkaufen" sowie "Zur Kasse gehen" oder "Bezahlen".

3. Bestellen einfach halten

Je länger und komplizierter ein Bestellvorgang ist, desto wahrscheinlicher wird der Kaufabbruch. Sind also alle Artikel im Warenkorb verstaut, sollte die Bezahlung zügig ablaufen. Mehr als fünf Schritte bis zur verbindlichen Order sind  nicht zu empfehlen. Eine Statusanzeige bietet dem Kunden dabei Orientierung. Sie zeigt ihm, an welcher Stelle des Kaufprozesses er sich gerade befindet und was ihn im weiteren Verlauf noch erwartet.

Gut ist ein einfaches Login für Bestandskunden sowie eine schnelle Registrierung für Erstbesteller. Umständliche Bestellformulare wirken abschreckend. Genervte Kunde verlieren schnell die Lust am Ausfüllen und neigen zum Kaufabbruch.

Sinnvoll ist es, dem Nutzer eindeutig zu vermitteln, was von ihm in jedem Schritt erwartet wird. Falls er trotzdem etwas falsch macht, dann helfen ihm eingeblendete, klar formulierte Fehlermeldungen weiter. Praktisch sind sogenannte Inline-Validierungen, die eingetragene Angaben und Daten der Kunden in Echtzeit überprüfen. Treten trotz aller Sorgfalt des Shopbetreibers Probleme auf, sollte in jedem Bestellschritt ein gut sichtbarer Hinweis zu einer Online-Hilfe oder Telefon-Hotline auf der Seite platziert sein.

Business Hacks: Besserer Warenkorb verhindert Kaufabbrüche Je einfacher die Bestellung für die Kunden abgewickelt ist, desto besser. (© 2017 Shutterstock / Rawpixel.com)

Checkliste: Auch das hilft gegen den Kaufabbruch

  • Wankelmütige Shopbesucher mit Rabatten (zwischen zehn und 25 Prozent) überzeugen
  • Gutscheincodes leicht aktivierbar machen
  • Während der Registrierung und der Bestellung nur wirklich erforderliche Informationen abfragen
  • Permanente Anzeige des Warenkorbinhalts und -werts in einer Seitenleiste oder einem kleinen Fenster
  • Mehrere, übliche Zahlmöglichkeiten anbieten, auf exotische Varianten verzichten
  • Möglichkeit zur Gastbestellung anbieten (Einkauf ohne Registrierung)