Eine erholsame Nacht im großen Bett, ein frisch gebrühter Kaffee am Morgen und eine warme Dusche – und das alles auf vier Rädern: Möglich macht das die Carthago Reisemobilbau GmbH aus Aulendorf. Das Unternehmen aus Süddeutschland, das auch einen Sitz in Odranci in Slowenien hat, gehört zu den führenden Premium-Herstellern der Branche. Seit mehr als 40 Jahren entwickeln rund 1.400 Mitarbeiter Wohnmobile der Extraklasse.

Steckbrief

Name: Carthago Reisemobilbau GmbH
Gründung: 1979
Hauptsitz: Aulendorf
Mitarbeiter: 1.400
Jahresumsatz: ca. 355 Millionen Euro

Eine Branche, die Jahr für Jahr wächst. Laut dem Caravaning Industrie Verband wurden im ersten Quartal 2019 mehr als 18.000 Fahrzeuge neu zugelassen – mehr als jemals zuvor. Ein Trend, von dem auch Carthago profitieren möchte. Nötig dafür: Mehr Personal, eine erweiterte Produktionslandschaft und eine zuverlässige IT-Infrastruktur, die sich flexibel an die Unternehmensgröße anpassen lässt. Die bisherige Infrastruktur war dafür nicht mehr ausreichend: Carthago hatte nur ein einzelnes, eigenes Rechenzentrum ohne Backup-Möglichkeiten oder Ausfallsicherheit.

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Fiel ein Rechenzentrum aus, etwa durch Gewitter oder durch Schäden, die Bauarbeiten verursacht hatten, war die gesamte Produktion gefährdet. Mit teuren Folgen: Ein Tag Stillstand in der Produktion kostet das Unternehmen rund eine Million Euro. Zudem konnten Vertriebsmitarbeiter mit der alten Lösung weder Fertigungsstatus noch Auftragsbestand der Reisemobile in Echtzeit einsehen, Handelspartner auf Messen und Veranstaltungen nicht adäquat informieren oder beraten. Die Fertigungsprozesse waren außerdem nicht transparent genug, weil einzelne Schritte aufgrund der langsamen und teils überlasteten Infrastruktur nicht schnell genug einsehbar waren.

Mehr produzieren mit flexibler Infrastruktur

Mit der neuen Data-Center-Lösung wollte Carthago wirtschaftliche Schäden vermeiden und auf die steigende Nachfrage in der Branche schneller reagieren. Vor allem nach Messen muss in kurzer Zeit ein großes Auftragsvolumen bearbeitet werden. Wichtig war daher eine flexible Skalierbarkeit und eine standardisierte, hochverfügbare und zukunftsfähige Infrastruktur, mit der sich die Produktpalette und die Produktionslandschaft einfach erweitern lässt.

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Die Lösung fanden die Schwaben bei Cisco und der Telekom, die im August 2019 zwei räumlich getrennte und redundante Rechenzentren in Aulendorf installierte. Beide Data Center sind hochverfügbar und bieten die Möglichkeit zum Echtzeit-Backup. Vorteil für das Unternehmen: Sobald ein Rechenzentrum ausfällt, entweder unvorhergesehen wegen einer Störung oder geplant durch eine Wartung, springt das andere ein. Mit einem zusätzlichen Monitoring-System kann Carthago die Server jederzeit genau im Blick behalten und somit drohende Ausfälle frühzeitig erkennen und fehlerhafte Einzelteile rechtzeitig austauschen oder warten. Durch die Erhöhung der Bandbreiten und die Glasfaseranbindung sind Daten jetzt viel schneller verfügbar. Mitarbeiter können Kundenanfragen und Aufträge zügiger verarbeiten und Handelspartnern in Echtzeit über den Fertigungsstatus der Wohnmobile informieren.

Außerdem ermöglicht die hohe Leistung der Server auch den Einsatz von Robotern im Lager, was wiederum Zeit und Ressourcen einspart. Und auch die Backups des ERP-Systems laufen mit den neuen Rechenzentren schneller: Was früher einen gesamten Arbeitstag in Anspruch nahm, ist heute in zwei Stunden erledigt.

Carthago ist mit der Lösung zufrieden. Die standardisierte und flexibel skalierbare Lösung von Cisco und Telekom erfüllt alle Bedürfnisse des Mittelständlers: Sie ist einfach zu implementieren und überschaubar in der Wartung. Künftig möchten die Schwaben diese Lösung auch für den Produktionsstandort in Slowenien einsetzen.

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Carthago hatte zurvor nur ein einzelnes, eigenes Rechenzentrum ohne Backup-Möglichkeiten oder Ausfallsicherheit. Carthago hatte zurvor nur ein einzelnes, eigenes Rechenzentrum ohne Backup-Möglichkeiten oder Ausfallsicherheit. (© Carthago / Manuel Berninger)

DEUTSCHE TELEKOM UND CARTHAGO REISEMOBILBAU

Die Aufgabe: Um künftig mehr Reisemobile produzieren und verkaufen zu können, suchte Carthago nach einer neuen IT-Infrastruktur, die sich flexibel skalieren lässt und ausfallsicher ist. Das einzelne Rechenzentrum bot nicht mehr ausreichend Kapazitäten, um zukunftsfähig zu bleiben.

Die Lösung: Der Mittelständler setzt nun auf zwei räumlich getrennte, redundante Rechenzentren von Cisco mit einer Bandbreite von insgesamt 40 Gigabits pro Sekunde.

Die Vorteile: Die neuen Rechenzentren sind hochverfügbar, ein Echtzeit-Backup ist möglich. Fällt ein Data Center aus, springt das andere ein – überwacht vom Servicemanagement der Telekom.