CeBIT-Redner Kurzweil blickt optimistisch in die Zukunft

Google-Chefentwickler Ray Kurzweil nahm sich am Mittwochabend Zeit, um auf der Global Conference der CeBIT in Hannover einen Ausblick zu wagen, wie sich künstliche Intelligenz und menschliche Gesellschaft weiterentwickeln werden. Der technologische Vordenker versprühte eine geballte Portion Optimismus:

"Die Zukunft wird sich durch neue Technologien immer weiter verbessern, so wie es auch in der Vergangenheit immer aufwärts ging."

Schließlich sei der technische Fortschritt Teil der menschlichen Evolution. Und durch diesen habe die Menschheit schon viel erreicht: So sei die weltweite Armut in den letzten 20 Jahren um die Hälfte zurückgegangen, Ausbildung und Gesundheit der Menschen hätten sich deutlich verbessert. Kurzweil sprach auf der Cebit sogar von der friedvollsten Zeit in der Geschichte, auch wenn dieser Aspekt durch die umfassende Krisenberichterstattung oft anders wahrgenommen werde. Außerdem prophezeite er, dass künftig in immer mehr Ländern Demokratie herrschen wird.

Immer neue Jobs entstehen

Auch seinem Heimatland prognostiziert der US-Amerikaner trotz aller derzeitigen Probleme eine goldene Zukunft: Die zunehmende Automatisierung werde zwar einen nicht unerheblichen Teil an Arbeitsplätzen kosten, doch diese würden an anderer Stelle in anderen Jobs wieder entstehen. Nur wie diese Jobs in Zukunft aussehen, könne noch niemand genau sagen. So sei es immer gewesen.

"Vor rund 100 Jahren haben die meisten Menschen noch in der Landwirtschaft oder in Fabriken gearbeitet, ein Großteil dieser Jobs ist durch den technologischen Fortschritt mittlerweile weggefallen. Dennoch sind heutzutage mehr Menschen in Arbeit als je zuvor."

Künstliche Intelligenz macht große Fortschritte

Kurzweils Ansicht nach werden Computer bald in der Lage sein, so etwas wie ein Gehirn zu entwickeln – diese künstliche Intelligenz werde der Menschheit zugutekommen. Seine Vision: Eines Tages wird ein Mensch sein Gehirn an einen Computer anschließen und Gedanken und Erinnerungen in einer Cloud ablegen können.

In der Bio- und Nanotechnik sieht Kurzweil großes Entwicklungspotenzial. So hat der 69-Jährige schon mit der Vorhersage für Aufsehen gesorgt, dass ab den 2030er Jahren im menschlichen Blutkreislauf mitfließende Nanoroboter das Immunsystem optimieren könnten. Insgesamt würden künstliche Intelligenz und Weiterentwicklungen bei Computern einen dramatischen Anstieg der menschlichen Leistungsfähigkeit ermöglichen.

Kurzweil kann auf eine dreißigjährige Erfolgsgeschichte von genauen Prognosen zurückblicken und ist Autor mehrerer Bestseller. Er gilt als einer der weltweit führenden Erfinder, Denker und Futuristen.