Der Feelgood-Manager macht Unternehmen attraktiver

Der „War for Talents“ lässt Unternehmen erfinderisch werden. Längst ist bekannt, dass ein hohes Gehalt und ein Firmenwagen nicht immer ausreichen, um die umworbenen Fachkräfte in die Firma zu locken. Die Talente von heute und morgen sind stattdessen auf eine ausgewogene Work-Life-Balance bedacht. Sie möchten sich außerdem mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können, mit einem guten Gefühl zur Arbeit gehen, ihre Bedürfnisse äußern und ernst genommen werden.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde ein neues Berufsbild ins Leben gerufen: der Feelgood-Manager. Amerikanische Unternehmen, allen voran Google, haben den Hype um das Feelgood-Management ausgelöst. Mittlerweile kommt auch das deutsche Betriebsklima vielerorts ohne den „Wohlfühl-Manager“ nicht mehr aus.

Mission des Feelgood-Managers: Betriebsklima verbessern

Doch was macht er eigentlich? Klar, er soll für eine Wohlfühlatmosphäre im Betrieb sorgen. Wie er seinen Job umsetzt, ist jedoch sehr unterschiedlich. In Unternehmen X arbeitet der Feelgood-Manager beispielsweise auf Minijob-Basis und versorgt die Belegschaft zweimal die Woche mit leckeren Mahlzeiten, gestaltet die Räume um und hat ein offenes Ohr für alle. In Unternehmen Y ist er hingegen der erste Ansprechpartner für alle kritischen Belange der Mitarbeiter. Außerdem organisiert er Events, die das Gemeinschaftsgefühl stärken sollen.

Die möglichen Aufgabenbereiche im Überblick:

  • Verbessert die Kommunikation
  • Sorgt für ein entspanntes berufliches Umfeld, das zugleich effizient ist
  • Fördert das Gemeinschaftsgefühl
  • Ist erster Ansprechpartner für Mitarbeiter: Gibt es Kritikpunkte oder Verbesserungsvorschläge?
  • Organisiert Events für ein besseres Betriebsklima
  • Sorgt unter Umständen für das leibliche Wohl der Belegschaft und die Verschönerung der Räumlichkeiten
Der Feelgood-Manager ist der erste Ansprechpartner bei Problemen. (© 2017 Pressmaster/Shutterstock )

Check: Sind Feelgood-Manager für Unternehmen profitabel?

Der Feelgood-Manager widmet sich also ganz unterschiedlichen Aufgaben. Dass ein gutes Betriebsklima die Mitarbeiterzufriedenheit und auch die Effizienz steigert, ist hinreichend bekannt. Aber muss dafür ein neues Berufsprofil entwickelt werden? Oder ist es nicht vielmehr ein Hype, der schon bald überholt sein wird? Viele Experten sind vom Konzept überzeugt. Warum? Weil unsere Arbeitswelt immer digitaler wird. Im Zuge der technologischen Entwicklungen arbeiten Menschen immer schneller und produktiver, sind flexibler und ständig erreichbar über Smartphone, Tablet und Co. Das schlaucht.

Umso wichtiger ist die Rolle des Feelgood-Managers. Er ist der Gegenpol zum geschäftigen Treiben, sorgt für die perfekten Rahmenbedingungen im Betrieb, ist das fehlende Puzzlestück. Wenn er seinen Job gut macht, trägt er zur Mitarbeiterbindung bei. Denn wer gern zur Arbeit geht, schaut sich nicht bei der Konkurrenz um. Das erhöht die Reputation des Unternehmens und lockt im besten Fall neues qualifiziertes Personal an. Das Feelgood-Management wird daher in Zukunft wohl noch an Bedeutung gewinnen.