Hybrid Cloud im Mittelstand

Wie die von der Telekom initiierte Studie „Hybrid Cloud im deutschen Mittelstand ergab, sind Sicherheits- und Compliance-Aspekte das größte Hemmnis für mittelständische Unternehmen, eine Hybrid Cloud zu nutzen. Unterstützende Beratung auf diesem Gebiet würde mehr als der Hälfte der befragten Firmen weiterhelfen.

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Alles kann, nichts muss: Die Angebote der Cloud-Dienstleister ermöglichen es heutzutage Unternehmen, ihre IT-Infrastrukturen und -Anwendungen in einer Kombination aus vor-Ort-Betrieb und Private- sowie Public-Cloud-Lösungen aufzustellen. An diesem Mischbetrieb hat der Mittelstand offensichtlich Gefallen gefunden. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen PAC-Studie Hybrid Cloud im deutschen Mittelstand auf Basis von Interviews mit IT-Managern, fachlichen Leitern und Entscheidern aus 205 mittelständischen Unternehmen der Branchen verarbeitendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. „Hybrid Cloud ist das führende Modell – derzeit und auch in Zukunft“, sagt Studienautor Wolfgang Schwab, Principal Consultant bei PAC. Oder – wie es ein Studienteilnehmer ausdrückte: „Man kommt nicht mehr drum herum!“

Digitalisierung verändert Kundenanforderungen

Denn auf die mittelständischen Unternehmen warten große Veränderungen, die sich nur mit einer zeitgemäßen IT bewältigen lassen – allen voran die Digitalisierung und die sich dadurch ändernden Kundenanforderungen, die fast zwei Drittel der Teilnehmer (63 Prozent) als wichtigste Herausforderung nennen. Und fast ebenso viele Unternehmen (64 Prozent) glauben, dass Cloud Computing einen großen Beitrag leisten kann, um die Herausforderung Digitalisierung zu bewältigen. „Anwendungen und Systeme auf hybriden Cloud-Systemen lassen sich in der Regel einfacher und schneller an neue Gegebenheiten anpassen“, bestätigt Studienautor Schwab.

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Höhere Anforderungen durch hybriden Cloud-Betrieb

Die Befragung zeigt aber auch, dass mit einer Hybrid-Cloud-Nutzung in bestimmten Bereichen erhöhte Anforderungen verbunden sind. Im Fokus stehen vor allem Sicherheits- und Compliance-Aspekte, doch auch höhere Netzanforderungen (LAN/WAN) bereiten Unternehmen noch Kopfzerbrechen. Nicht zuletzt spielen Fragen der Integrierbarkeit vorhandener Unternehmensinfrastruktur eine Rolle: „Unsere größte Herausforderung ist die hohe Komplexität unserer Systemlandschaft“, sagt ein befragter Manager. „Unser Unternehmen ist in den letzten 50 Jahren gewachsen, d.h. wir haben natürlich nicht nur moderne Anwendungen, sondern auch veraltete, mit denen wir aber unbedingt arbeiten müssen.“

Nach Ansicht der PAC-Analysten lassen sich jedoch alle Herausforderungen mit dem richtigen Umsetzungspartner lösen: So empfiehlt PAC etwa bei den Knackpunkten Netzwerkanbindung und WAN-Ausbau, den fast die Hälfte (46 Prozent) der befragten Unternehmen als großes Hemmnis betrachtet, die Zusammenarbeit mit einem geeigneten Provider.

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Anforderungen und Erwartungen an Hybrid Cloud

Digitalisierung und veränderte Kundenanforderungen, Fachkräftemangel sowie Innovationsdruck sind die größten geschäftlichen Herausforderungen in mittelständischen Unternehmen. Das zeigt die PAC-Studie Hybrid Cloud im deutschen Mittelstand. Welche IT-Lösungen eignen sich am besten, um diese Herausforderungen zu meistern? IT kaufen oder mieten – oder On Premises, Public und Private in einem Mischbetrieb kombinieren? Wie verbreitet ist die Nutzung von Cloud-Services, und welche Erwartungen verbinden mittelständische Unternehmen mit ihrem Einsatz? Welche Rolle spielen externe Dienstleister – und wie wichtig sind Sicherheitszertifizierungen von Cloud-Dienstleistern? Diese und andere Fragen hat PAC 205 Entscheidern aus den Schlüsselbranchen Handel, Dienstleistungen und verarbeitendes Gewerbe gestellt. Die aufschlussreichen Ergebnisse beleuchtet die Studie detailliert und mit zahlreichen Infografiken.

Ein Befund schockierte die Analysten ganz besonders: Noch längst nicht alle Unternehmen haben IT-Sicherheitslösungen implementiert. Obwohl viele Unternehmen insbesondere für die Anfangszeit von Cloud Computing immer wieder Sicherheitsbedenken äußerten, waren unabhängig von einem möglichen Hybrid-Cloud-Einsatz nur bei 76 Prozent der Befragten überhaupt Sicherheitslösungen im Einsatz. An dieser Stelle sehen die PAC-Analysten daher dringenden Handlungsbedarf.

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Externe Unterstützung bringt Hybrid-Services voran

Um die Nutzung von Hybrid-Cloud-Services voranzutreiben, ist externe Unterstützung ratsam. „Den meisten Unternehmen ist klar, dass die Einführung einer Hybrid-Cloud nur in Ausnahmefällen intern zu bewerkstelligen ist“, schreiben die PAC-Analysten. Daher halten Unternehmen externe Unterstützung für wichtig – hoch im Kurs stehen vor allem Beratungsangebote und Systemintegrationsleistungen, gefolgt von Weiterbildungsangeboten. Um auch selbst aktiv werden zu können, wünschen sich viele Unternehmen zudem Self-Service-Portale.

Hybrid Cloud ist eine strategische Entscheidung

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Annahme zeigt die PAC-Studie auf, dass auch kleinere mittelständische Firmen das Thema Hybrid Cloud strategisch angehen – größere Mittelstandsbetriebe tun dies ohnehin. An der Entscheidungsvorbereitung für die Auswahl des IT-Betriebsmodus sind bei den befragten Unternehmen Nutzer, IT und Geschäftsführung beteiligt. So lässt sich sicherstellen, dass die Sichtweisen aller Beteiligten gehört werden. Die finale Entscheidung über die Cloud-Nutzung trifft dann entweder die Geschäftsführung (vor allem bei kleineren Unternehmen) oder der IT-Bereich.

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Strategie formulieren und Vorbilder suchen

4 Tipps für den richtigen Umgang mit der Hybrid Cloud:

  • IT- und Hybrid-Cloud-Strategie formulieren

Auch kleine und mittlere Unternehmen benötigen eine IT-Strategie, die an die Unternehmensziele anknüpft und den Weg für neue Technologien wie Hybrid-Cloud-Services öffnet. Nicht alles muss im eigenen Haus stattfinden: Fehlendes  internes Know-how lässt sich auch durch den Bezug von externen Managed Services und System Integration Services ausgleichen

  • Hybrid-Cloud-Grundlagen schaffen

Vor einer Anpassung des Betriebsmodells gilt es die eigene IT-Landschaft zu konsolidieren und zu prüfen, welche Anwendungen für die Nutzung in einem Software-as-a-Service-Modell (SaaS) geeignet sind. Ebenso ist zu prüfen, ob für Netzwerk (LAN/WAN) und Internetzugänge ausreichende Bandbreiten vorhanden sind. Hier sollte der bevorzugte Telekommunikationsanbieter der erste Ansprechpartner sein.

  • Services richtig managen lernen

Cloud-Services und deren Management sowie die Einrichtung einer umfassenden Hybrid-Cloud-Lösung erfordern ein Umdenken. Den meisten kleineren und mittelgroßen Unternehmen fehlt es hierbei an Erfahrung und Know-how, so dass der Einsatz von externen Dienstleistern sinnvoll ist. Um einen optimalen IT-Betrieb sicherzustellen, müssen Unternehmen zudem lernen, diese Dienstleister zu managen und zu steuern.

  • Best Practices und Use Cases einholen

Es gibt eine Vielfalt von Hybrid-Cloud-Lösungen auf dem Markt – doch nicht jedes Angebot passt zu jedem Kunden. Unternehmen sollten daher Use Cases, Best Practices und Referenzen potentieller Partner eingehend prüfen. Nur so lässt sich feststellen, ob ein Anbieter tatsächlich über die notwendigen Erfahrungen mit ähnlichen Unternehmen in ähnlichen Branchen verfügt. Kleine Systemhäuser können PAC zufolge bei Hybrid-Cloud-Lösungen oftmals keine entsprechende Vielfalt an Referenzprojekten vorweisen.

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Alle Einzelergebnisse und Infografiken der PAC-Studie stehen in einem PDF-Dokument zum Download bereit.