Community of Practice: Darum geht es

Die Zeiten, in denen Unternehmer ihr Wissen im stillen Kämmerchen gehortet haben, sind vorbei. Austausch und Vernetzung lauten die Schlagworte der Stunde! Ein vielversprechender Ansatz für modernes Wissensmanagement: Eine Community of Practice. Diese Wissensgemeinschaft spezialisiert sich auf ein bestimmtes Themenfeld und generiert so Expertise. Daraus ergeben sich vielfältige Vorteile wie ...

  • Effizienzsteigerung,
  • Kostenreduzierung,
  • Umsatzsteigerung und/oder
  • eine zeitgemäße Weiterbildung der Mitarbeiter.

Alle Beteiligten eint ein gemeinsames Interesse an einem Thema. Durch den intensiven Austausch von Erfahrungen legen die Teilnehmer ungenütztes Wissen von Mitarbeitern frei und wenden es an. Im Zuge der Digitalisierung versammeln sich die Mitglieder einer Community of Practice nicht zwangsläufig in einem Raum, sondern kommunizieren via Video-Telefonie oder in Team-Chats.

So funktioniert die Umsetzung

  • Legen Sie zunächst ein bestimmtes Arbeitsfeld fest, das die Community of Practice beackern soll. Hier sind Ihnen keine Grenzen gesetzt: Dies kann ein Bereich in der Produktentwicklung, im Marketing oder in der IT-Abteilung sein.
  • Als nächstes wählen Sie die Mitglieder der Gruppe aus. Am besten rekrutieren Sie Experten aus unterschiedlichen Feldern, um mehrere Blickwinkel auf ein Thema zu erhalten.
  • In einem Kick-Off-Meeting einigen sich alle Beteiligten auf die Arbeitsabläufe und regelmäßige Treffen.
  • Die Community of Practice legt fest, wie sie zu neuen Erkenntnissen gelangt und wie sie das Wissen dokumentiert.
  • Um die geplanten Ziele zu erreichen, sichert sich die Wissensgemeinschaft die Bereitstellungen von Räumen, technischen Hilfsmitteln und zeitlichen Ressourcen zu. Die Geschäftsführung wird in die Pläne eingeweiht.
  • Einem intensiven Wissensaustausch zwischen den Teilnehmern steht nichts mehr im Wege.

Community of Practice in der Wirtschaftswelt

Grau ist alle Theorie – wie setzen die Communities of Practice ihre Ziele in der Realität um?Hier einige Beispiele aus der Wirtschaft:

Xerox. Der Kundendienst des Technologieunternehmens repariert Kopiermaschinen in Büros. Irgendwann begannen die Xerox-Mitarbeiter, sich beim gemeinsamen Frühstück und Mittagessen über Tipps und Tricks ihrer Arbeit auszutauschen. Das Unternehmen realisierte, was für ein Potenzial in diesen informellen Treffen steckt und errichtete Datenbanken, wo das Wissen des Kundendienstes gesammelt und allen zugänglich gemacht wurde. Dadurch erreichte Xerox Effizienzsteigerungen im Wert von 100 Millionen US-Dollar.

Neofonie. Der Softwareunternehmen brachte den internen Wissensaustausch auf Vordermann, indem es Dienstvorträge organisierte. Die Teilnahme ist für alle Mitarbeiter offen, aber nicht verpflichtend. Der Clou: Neofonie lädt Wissenschaftler und universitäre Kooperationspartner ein, die die neuesten Forschungsergebnisse vorstellen. Dadurch bleibt das Unternehmen am Puls der Zeit und erhält exklusiven Zugang zu Know-how-Trägern. Diese Vernetzung mit der Wissenschaftselite hilft insbesondere, Risiken in der Produktentwicklung zu minimieren. Die Forscher profitieren wiederum vom Feedback der Softwareentwickler aus Markt- und Kundensicht.

Bernd Kußmaul GmbH. Das Technologieunternehmen aus Baden-Württemberg praktiziert den Community-of-Practice-Ansatz als Netzwerkmanager. Wie das funktioniert? Kußmaul stellt für andere Unternehmen Lieferanten-Kontakte aus den Bereichen Automotive, Medizintechnik, Luftfahrt und Maschinenbau her. Um die Qualität der einzelnen Versorger zu messen, dokumentiert Kußmaul Reklamationsfälle in einer Datenbank.

Darüber hinaus sorgt Kußmaul dafür, dass das Know-how zwischen den einzelnen Beteiligten fließt: Hat Lieferant A beispielsweise Probleme beim Fräsen, dann steht Lieferant B, der über mehr Expertise in diesem Bereich verfügt, beratend zur Seite. Wenn Lieferant B hingegen Kapazitätsengpässe bei einem anderen Auftrag hat, dann springt Lieferant A ein. Dadurch begreifen sich die verschiedenen Akteure in Kußmauls Netzwerk nicht als Konkurrenten, sondern als Partner. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Weiterführende Links:

  • Wissensmanagement: Wie Sie Informationsquellen richtig nutzen, lesen Sie in diesem mDM-Ratgeber.
  • Debriefing: So sichern Sie das Spezialwissen von scheidenden Fachkräften.