Mit Crowdfunding-Plattformen eine Idee finanzieren

Angenommen, jeder Deutsche gibt einem Gründer einen Euro – dann sitzt dieser letztendlich auf dem stolzen Berg von 80 Millionen Ein-Euro-Münzen. Ganz ähnlich funktionieren die Finanzierungsmöglichkeiten bei Crowdfunding-Plattformen. Die auch als Schwarmfinanzierung bezeichnete Methode ermöglicht es jedem Unternehmer, sein Projekt oder seine Geschäftsidee von vielen kleinen Kapitalgebern bezahlen zu lassen.

Auch interessant: Crowdlending – Kredit vom Schwarm

Je nach finanziertem Betrag erhalten die Investoren dabei eine vorher definierte Gegenleistung. Finanziert ein Schwarm beispielsweise die Entwicklung eines digitalen Sprachassistenten, bekommen die Unterstützer das Produkt vielleicht als erstes geliefert. Der gesamte Deal kommt in der Regel jedoch nur zustande, wenn der vom Gründer gewünschte Betrag spätestens mit Ablauf eines festgelegten Zeitraums erreicht wird. Ansonsten erhalten die Kapitalgeber in den meisten Fällen ihr Geld zurück.

Für diese Finanzierungsmöglichkeiten gibt es inzwischen diverse Crowdfunding-Plattformen, auf denen Gründer sich anmelden und ihre Idee vorstellen können. Einige davon eignen sich aber besonders gut, um ein Projekt zu starten.

1. VisionBakery

Hinter VisionBakery steht ein Team aus Leipzig, das unternehmerische Ideen aus allen möglichen Bereichen fördert. Die Seite gehört zu den etabliertesten und erfolgreichsten Crowdfunding-Plattformen in Deutschland.

Auch interessant: Crowdfunding-Projekte – so gelingt die Finanzierung

Die Nutzung von VisionBakery kostet nur dann etwas, wenn das Projekt erfolgreich finanziert wird. Die Seite rechnet auf die angestrebte Summe automatisch 11,9 Prozent drauf, die sie bei erfolgreicher Schwarmfinanzierung als Gebühr einbehält. In den Kosten ist auch ein die Kampagne begleitendes Beratungsangebot zu den Finanzierungsmöglichkeiten enthalten.

2. Sciencestarter

Wer die Auswirkungen von Elternteilzeit oder das Phänomen Big Data erforschen will, ist bei dieser Crowdfunding-Plattform genau richtig. Sciencestarter bietet die Möglichkeit, diverse Arten von Wissenschaftsprojekten über die Masse zu finanzieren.

Ein erfolgreich finanziertes Best-Practice-Beispiel ist etwa der Bau einer barrierefreien Sternwarte in Norddeutschland. Unterstützer erhielten dabei je nach Höhe des gespendeten Betrags eine Führung oder einen ganzen Astrourlaub vor Ort inklusive zweier Übernachtungen als Belohnung.

Crowdfunding-Plattformen Unternehmer können mit den Finanzierungsmöglichkeiten über Crowdfunding-Plattformen in wenigen Tagen ihr Projekt einfach finanzieren. (© 2018 Shutterstock / Wright Studio)

3. Indiegogo

Die internationale Plattform Indiegogo zeichnet sich durch ihre besonderen Chancen für Gründer aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Crowdfunding-Plattformen können Startups hier auch das investierte Geld bekommen, wenn nicht das gesamte Budget finanziert wird.

Mit Office 365 bestens organisiert Neben der Finanzierung ist für Unternehmer auch die optimale Organisation wichtig. Office 365 hat die idealen Programme, um Dateien besser zu verarbeiten und mit anderen zu teilen. Dazu bietet die Telekom flexible Komplettlösungen inklusive aller Office-Programme sowie einer Vernetzung über Skype for Business und SharePoint.

 >> zu Microsoft Office 365  

Erreicht das Projekt sein Finanzierungsziel, erhebt Indiegogo dafür eine Gebühr in Höhe von vier Prozent auf den Gesamtbetrag. Bei einem nicht komplett finanzierten Crowdfunding steigen die Gebühren auf neun Prozent.  Gründer können sich aber alternativ dazu entscheiden, den durch Unterstützer finanzierten Teil des ausgeschriebenen Betrags an die Investoren zurückzugeben.

Der große Vorteil bei Indiegogo: Die international sehr hohe Reichweite lässt sich bei Kampagnen als effektives Marketinginstrument für Produkte und Projekte nutzen.

4. Startnext

Bei Startnext handelt es sich um einen der Big-Player unter den Crowdfunding-Plattformen. Vor der eigentlichen Finanzierung muss das Projekt hier zunächst einmal die Startphase durchlaufen. Dabei müssen die Gründer eine bestimmte Anzahl von Fans für sich gewinnen, die abhängig von der jeweiligen Höhe des Finanzierungsziels ist.

Erst, wenn ausreichend Fans zusammen gekommen sind, kann die Finanzierungsphase starten. Praktisch: Dadurch, dass bereits Fans für das Projekt geworben sind, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Fundingziel erreicht wird.

Crowdfunding-Plattformen Von der Idee zur Finanzierung sind es beim Crowdfunding nur wenige Schritte. (© 2018 Shutterstock / Rawpixel.com)

5. Crowdfinance Portal

Der Anbieter Crowdfinance Poral ist ausnahmsweise kein Vermittlungs-, sondern ein reines Bewertungsportal. Das kann für ein Projekt trotzdem von Bedeutung sein. Denn bei Crowdfunding-Plattformen sind nicht nur die Finanzierungsmöglichkeiten wichtig, sondern auch die Kommunikation mit der Masse – vor allem natürlich mit zukünftigen Kunden.

Auch interessant: Investoren finden – vom ersten Date zur Ehe

Auf dieser Seite können Gründer dadurch schon mal den Bedarf an ihrem Produkt prüfen und abchecken, wie populär das Projekt ist. Praktisch: Das Portal ermittelt die Projekte der verschiedenen Crowdfunding-Plattformen und präsentiert die Finanzierungsmöglichkeiten in einem übersichtlichen Ranking.

6. Kickstarter

Diese Plattform setzt bewusst auf kreative Projekte bei ihren Finanzierungsmöglichkeiten. Dafür bietet Kickstarter eine internationale und riesige Community. Laut eigenen Angaben haben bereits über 15 Millionen Unterstützer Ideen auf der Plattform mitfinanziert.

Von den gespendeten Beträgen geben Gründer hier fünf Prozent als Bearbeitungsgebühr an Kickstarter ab. Dazu kommen Zahlungsabwicklungsgebühren in Höhe von drei Prozent, plus  0,20 Euro je Finanzierungsbeitrag. Aber auch hier heißt es alles oder nichts. Erreicht ein Projekt das Finanzierungsziel nicht, geht das Geld zurück an die Unterstützer. Schaffen Gründer es, den Betrag zu finanzieren, erhalten die Geldgeber, wie bei anderen Crowdfunding-Plattformen auch, eine Belohnung.