Crowdsourcing, die Intelligenz der Masse

Sollten Sie mit dem Begriff Crowdsourcing noch nicht so viel anfangen können, dann hier eine kurze Erläuterung. Ähnlich wie beim Outsourcing bezeichnet Crowdsourcing die Auslagerung einer Aufgabe. Allerdings nicht an einen bestimmten Dienstleister, sondern an die Crowd, also die Menschenmenge im Web. Gerade durch die globale Vernetzung des Internets ist dies mit wenig Aufwand möglich.

Einsatzgebiete: Was kann man crowdsourcen?

Welche Aufgaben eignen sich eigentlich für Crowdsourcing in Unternehmen? Nun, das Werkzeug ist sehr flexibel einsetzbar. So hilft es bei der Ideenfindung oder bei der Optimierung von Produkten. Auch Arbeiten können crowdgesourct werden, wie zum Beispiel das Verfassen von Texten. Das wohl prominenteste Beispiel für Crowdsourcing: Wikipedia, die Internet-Enzyklopädie.

Warum Crowdsourcing? Vorteile der Schwarmintelligenz

Die Vorteile von Crowdsourcing für Unternehmen sind ebenfalls vielfältig: Zum einen werden Kreativität und Ideenreichtum der gesamten einbezogenen Menschenmenge genutzt. Darüber hinaus ist diese auch motiviert, denn ihre Ideen bekommen Gehör und können beispielsweise zu einem neuen Produkt führen. Anreize, wie Belohnungen oder Preise, stacheln die Eigeninitiative weiter an. Noch ein Plus für das Unternehmen: Der „Tunnelblick“ der eigenen Sicht verschwindet. Zudem ist Crowdsourcing verhältnismäßig kostengünstig.

Wer ist die Crowd? Internes und externes Crowdsourcing

Die massentaugliche Innovationsmethode unterteilt sich in internes und externes Crowdsourcing. Bei der externen Variante setzen Unternehmen auf die Schwarmintelligenz der (End-)Kunden. Besonders populär ist das beispielsweise, wenn es um eine neue Schokoladen-Sorte oder Smartphone-Farbe geht.

Für Unternehmen viel wichtiger ist jedoch das interne Crowdsourcing. Hierbei bilden die eigenen Mitarbeiter die Crowds. Somit sind sie nicht nur besser überschaubar, sondern haben auch die Unternehmensinteressen fester im Blick. Auch gut: Das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit dem Betrieb erstarken. Das kommt den Human Resources zugute. Ein weiterer Vorteil gegenüber der konventionellen Vorschlags-Kette ist, dass Ideen nicht in Hierarchien versanden.

Wie crowdsourcen? Transparenz als Schlüssel zum Erfolg

Möchten Sie Crowdsourcing in Ihrem Unternehmen integrieren, so gilt es einige Dinge zu beachten. Zunächst brauchen Sie eine entsprechende Plattform. Das kann ein spezieller (Micro)Blog sein oder eine Sektion im Intranet. Auch Wikis und Innovations-Webseiten eignen sich dafür. Wichtig dabei ist die Transparenz. Anders als im herkömmlichen Vorschlagswesen müssen die Ideen von anderen Crowdmitgliedern kommentiert und bewertet werden können. Regen Sie also zur Konversation an – schließlich können daraus auch weitere Ideen entstehen.

Nach der Diskussion und Abstimmung sind die Entscheider des Unternehmens gefragt: Welche Ideen sollen weiter verfolgt und gar umgesetzt werden? Auch solche Beschlüsse sowie den Stand der Dinge gilt es, regelmäßig zu kommunizieren. Merke: Beim Crowdsourcing gibt es keinen Chef, der die Ideen seiner Mitarbeiter erhört, sondern nur gleichberechtige Crowd-Worker auf Augenhöhe.

Im Angesicht der Crowd: Crowdsourcing in persona

Obwohl Crowdsourcing häufig digital und in geschriebenem Wort abläuft, gibt es auch andere Ansätze. Zum Beispiel bieten sich verschiedene Arten von Workshops an. So können regelmäßige Zukunftskonferenzen oder Open Space-Events, – quasi kreative Kaffeepausen – implementiert werden. Auch Ideenwettbewerbe  bilden einen möglichen Rahmen, ebenso wie zielgerichtete World Café-Runden.

Praxisbeispiel: IBM – virtuelles Crowdsourcing am Limit

Crowdsourcing mittels Plattform treibt IBM auf die Spitze. Alle Mitarbeiter des US-amerikanischen IT-Riesens erhalten ein virtuelles, gefülltes Portemonnaie. Dieses Budget können Sie in Ideen ihrer Kollegen investieren und so dafür abstimmen. Die Urheber müssen sich allerdings zuvor konkrete Gedanken über Kosten, Qualität und Termine machen, durchgeplante Projekte simulieren und anschließend auch das ausgerufene Ziel erreichen. War der virtuelle Testlauf erfolgreich, so wird über eine reale Umsetzung entschieden.

Praxisbeispiel: Problemlösung bei Tchibo Ideas

Kaffee-Gigant Tchibo hat ebenfalls eine Innovationsplattform, setzt dabei jedoch auf das externe Verfahren. Damit suchen die Hamburger Bohnenröster nach Alltagsproblemen sowie deren Lösungen für ihr Nonfood-Angebot. Die besten Konzepte setzen sie um und testen sie intensiv gemeinsam mit der Crowd. Erweist sich ein Produkt als Hit, wandert es in den Tchibo-Vertrieb. So kam es bereits zur Fahrrad-Garage, zur variablen Tortenhaube, der Decke mit integriertem Kissen und vielen weiteren praktischen Konsumgütern.

Weiterführende Links:

  • Mehr zum Thema Crowdsourcing für Unternehmen erfahren Sie zum Beispiel bei der IHK München und Oberbayern.
  • Weitere Praxisbeispiele für den erfolgreichen Einsatz von externem Crowdsourcing in Unternehmen finden Sie beim Dialogmarketing-Portal Direkt+.
  • Wie Sie Kreativität in Ihrem Unternehmen sonst noch fördern können, erfahren Sie bei uns.