Hreflang-Tag: Wer braucht es?

Unternehmen, die mit deutschsprachigen Websites auch Kunden in Österreich oder der Schweiz erreichen wollen, sollten die sperrig klingende hreflang-Anmerkung kennen. Ebenso jene, deren Websites identische Inhalte in verschiedenen Sprachen anbieten. Denn damit signalisieren sie Suchmaschinen, dass sie ein internationales Angebot im Internet haben. Firmen, die hingegen ausschließlich in deutscher Sprache und nur in Deutschland aktiv sind, brauchen sich damit nicht zu beschäftigen.

Wann der Einsatz von hreflang zu empfehlen ist, lässt sich am einfachsten an zwei fiktiven Fällen erklären. Im ersten Beispiel geht es um einen deutschsprachigen Online-Shop mit Dekorationsartikeln, dessen Zielgruppe Nutzer im DACH-Raum sind – neben Usern aus Deutschland also auch solche aus Österreich (Austria) und der Schweiz (Confoederatio Helvetica). Das zweite Exempel ist ein mittelständischer Maschinenhersteller, der alle Seiten vom Deutschen ins Englische und Chinesische übersetzt hat.

Hreflang-Tag: Was bringt es?

Das hreflang-Attribut ist also für jeden von Bedeutung, dessen Angebot über staatliche und/oder sprachliche Grenzen hinausgeht. Doch wieso ist es überhaupt von Bedeutung? Verantwortlich dafür sind Suchmaschinen, sprich Google. Google kann bekanntlich sehr viel, aber nicht alles. Manchmal müssen Webseitenbetreiber Google auf die Sprünge helfen. Das ist bei international ausgerichteten Seiten der Fall.

Der hreflang-Tag unterstützt Google dabei, die Architektur und den Aufbau der Seitenstruktur zu verstehen. Das wiederum ermöglicht es der Suchmaschine, die jeweils richtige Seite für den einzelnen Nutzer anzuzeigen.

Zurück zum Beispiel mit dem Online-Deko-Shop für die DACH-Länder, der für jedes Land eine entsprechende Version besitzt. Ohne den Einsatz von hreflang könnte es zu folgendem Szenario kommen. Ein Nutzer in der Schweiz möchte seine Wohnung verschönern und landet über Google auf einer Produktseite für Deutschland. Da er keine Preisangabe in Schweizer Franken sieht, wendet er sich enttäuscht ab.

Genau in solchen Fällen schafft das Attribut Abhilfe. Dank hreflang zeigt Google jedem Nutzer die für ihn richtige Webseitenversion an. Darüber hinaus können Sie mit der hreflang-Anmerkung Duplicate Content verhindern. Das Vermeiden von doppelten Inhalten hilft der Suchmaschine, in den Suchergebnissen die „richtigen“ Seiten darzustellen, die nun nicht mehr unnötig gegeneinander konkurrieren.

Hreflang-Tag: Wie funktioniert es?

Um zu verstehen, wie der hreflang-Tag funktioniert, spaltet man ihn in seine Einzelteile auf. Im Allgemeinen sieht der Aufbau des Attributs so aus: <link rel=”alternate” hreflang=”xx-XX” href=”URL” />. Wofür stehen die einzelnen Teile?

  • <link: dieser Abschnitt des Befehls öffnet den Link-Tag.
  • rel=“alternate“: dieser Teil sagt aus, dass es eine alternative Version der Seite gibt.
  • hreflang=“xx-XX“: Hier bestimmen Sie die Sprache (xx) und das Land (XX).
  • href=“URL“: Hier steht die URL des alternativen Inhalts.
  • />: dieser Abschnitt schließt den Link-Tag.

Ganz wichtig innerhalb des hreflang-Attributs sind also die Sprache und die Länderkennung. Die Sprache geben Sie zwingend im ISO 639-1 Format ein. Die Länderkennung im ISO 3166-1 Alpha 2 Format ist optional. Gerade im DACH-Raum werden hreflang-Angaben aber häufig ein Länderkürzel enthalten. Bleiben wir beim obigen Beispiel des Online-Shops für Dekorationsartikel. Eine konkrete Ausformulierung des hreflang-Attributs könnte lauten:
<link rel=“alternate“ hreflang=“de-CH“ href=“https://www.online-deko-shop.ch/produkt1584“ />.

Nun zum wichtigsten Aspekt beim Verwenden von hreflang. Die Verlinkung muss immer in beide Richtungen erfolgen. Alle gleichlautenden Inhalte müssen untereinander verlinkt werden. Eine hreflang-Anmerkung kann also niemals alleine stehen. Im Beispiel müssen sich also zum genannten Attribut auch diese gesellen:
<link rel=“alternate“ hreflang=“de-DE“ href=“https://www.online-deko-shop.de/produkt1584“ />
<link rel=“alternate“ hreflang=“de-AT“ href=“https://www.online-deko-shop.at/produkt1584“ />

Hat man das Prinzip einmal verstanden, ist der Einsatz von hreflang nicht allzu schwierig. Allerdings sollten Sie immer auf die richtigen Sprach- und Länderangaben achten und beide niemals vertauschen. Groß- oder Kleinschreibung spielen übrigens keine Rolle.

Hreflang-Tag: Wo einbinden?

Die Funktionsweise haben Sie nun im Großen und Ganzen verstanden. Doch wo sollen Sie das Attribut auf Ihrer Website einbinden? Hier gibt es grundsätzlich drei Optionen:

  • Der Tag wird im <head>-Bereich jeder einzelnen Seite implementiert.
  • Angabe der Varianten im http-Header. Diese Möglichkeit müssen Sie wählen, falls es sich bei Ihren Inhalten nicht um HTML-Seiten, sondern beispielsweise um PDFs handelt.
  • Sie binden hreflang als XML-Sitemap-Markup ein.

Für welche Variante Sie sich letztendlich entscheiden: Seien Sie besonders aufmerksam und präzise. Kleinste Fehler im Code oder beim Einbinden führen dazu, dass Google sämtliche hreflang-Angaben ignoriert.

Weiterführende Links:

  • Google stellt eine Hilfeseite zum Thema hreflang bereit.
  • Doppelter Inhalt auf Ihren Webseiten ist leider nicht von doppeltem Nutzen. Denn damit verschenken Sie SEO-Potenzial.