Design Thinking Process: Produktentwicklung mit Strategie

Unternehmen wollen Produkte auf den Markt bringen, die Kunden fesseln und begeistern. Den Hebel für den Erfolg müssen Sie dafür bereits in der Entwicklung ansetzen. Wie? Mit Design Thinking Process. Die Methode orientiert sich stark an den Bedürfnissen des Nutzers. Ein interdisziplinäres Team soll durch genaues Beobachten und umfassendes Experimentieren echte Innovationen generieren. Und das in nur sechs Schritten. Lassen Sie uns die einzelnen Abschnitte anhand des fiktiven Beispiels einer App-Entwicklung durchgehen ...

1. Schritt: Das Wesentliche begreifen

Wer ein Produkt entwickelt, löst nicht seine eigenen Probleme, sondern jene des Nutzers. Klären Sie also zunächst folgende Fragen: Womit hat der User zu kämpfen?  Wie kann Ihre App sein Leben erleichtern? Mit welchen Instrumenten erreichen Sie Ihr Projektziel?

2. Schritt: Beobachten

Die Gedanken des Nutzers bleiben Unternehmern und Entwicklern häufig verborgen. Umso wichtiger ist es, das Nutzerverhalten im Alltag zu beobachten. Welche Apps haben Ihre Bekannten bereits installiert? Zu welcher Uhrzeit und unter welchen Umständen nutzen sie diese? Tipp: Führen Sie mit der Zielgruppe Interviews durch, um Antworten zu finden. Dabei sollten Sie den befragten Personen Ihre Meinung nicht aufwingen oder Sie von der Genialität Ihrer Idee überzeugen – das würde nur die Ergebnisse verfälschen. Vielmehr sollten Sie zuhören. Denn nur so erfahren Sie mehr über die Stärken und Schwächen Ihrer Produktinnovation.

3. Schritt: Sichtweisen definieren

Dieser Abschnitt im Design Thinking Process führt alle gesammelten Beobachtungen zusammen. Nehmen wir an, Sie haben etwas Außergewöhnliches festgestellt: Nutzer verlassen eine App immer dann, wenn Werbung eingeblendet wird. Versuchen Sie nun eine allgemeine Hypothese aufzustellen: Gilt das nur für Banner-Anzeigen? Variiert die Ausstiegsrate je nach Werbeinhalt? Das Beantworten solcher Fragen ist mühsam. Aber: Allgemein gültige Einsichten sind in der Produktentwicklung sehr wertvoll.

4. Schritt: Ideen generieren

Nun entwickeln Sie Ideen, die das Problem des Users lösen. Das klappt am besten mit einem interdisziplinären Team. Vor allem außenstehende Personen liefern häufig einen frischen Input für Ihr Projekt. Desing Thinking Process bedeutet nämlich auch: Spielen Sie verrückte Ideen in Ihrem Szenario durch und suchen Sie nicht bloß nach der bequemsten Lösung. Innovationen entstehen außerhalb der Komfortzone.

5. Schritt: Versuchsmodelle entwickeln

Ein Prototyp ist sehr wichtig für den Design Thinking Process. Der Nutzer kann erstmals Dinge ausprobieren. Damit wird das Feedback für Ihr Entwicklungsteam noch spezifischer. Ein Tipp: Erstellen Sie nicht nur einen einzigen Protoyp. Entwickeln Sie besser mehrere kostengünstige Apps, um die verschiedenen Ideen auf ihre Marktfähigkeit zu überprüfen.

6. Schritt: Testen

Der letzte Schritt im Entwicklungszyklus: ausgiebiges Testen. Es reicht nicht, den User zu fragen: Findest du mein Produkt gut? Vielmehr sollten Sie herausfinden, warum die Nutzer von Ihrem Prototyp begeistert oder gelangweilt sind. Am besten geben Sie Nutzern die Möglichkeit, die App in ihrem Arbeitsalltag zu nutzen. So kreieren Sie ein realistisches Testszenario. Machen Sie sich aber keine Illusionen: Nicht jeder Nutzer kann zu 100 Prozent überzeugt werden. Ebenso laufen Tests selten reibungslos ab: In der Testphase bügelt das Team Fehler aus und das macht das Produkt so Schritt für Schritt besser.

Weiterführende Links: 

  • Design Thinking Process: Auch das Portal "t3n" hat die Methode näher beleuchtet.
  • App-Entwicklung: Großes Potenzial für Push-Nachrichten.