Das Zauberwort heisst „digital“. Es macht die Economy zur Diconomy, zur digitalen Wirtschaft. Ihrem Stammmarkt sind die früheren Schreibmaschinenbauer treu geblieben: dem Büro. Jetzt geht's aber um digitale Bürokommunikation. ITK-IQ, statt mechanischer Hardware. Triumph-Adler ist ein Gewinner der digitalen Transformation.

Ein Produkt und sein Versprechen von TA: digitale Dokumenten-Organisation: papierlos, einfacher, billiger. Soll Unternehmen 70 Prozent Dokumenten-Kosten sparen. Dieser Shift von einem analogen zu einem digitalen Produktportfolio ist nur ein Beispiel von unzähligen. Und nur ein Beispiel dafür, wie die digitale Transformation neue Geschäftsmodelle gerade in der mittelständischen Wirtschaft hervor bringt.

Gewinner der Digitalisierung

TA hat antizipiert, dass Papierkommunikation zu händisch, langsam, teuer ist und kaum ein Unternehmen künftig an digitalem Dokumenten-Austausch bzw. an digitaler Kommunikation überhaupt vorbei kommt:

  • Finanzämter drängen zunehmend auf digitale Bereitstellung von Daten
  • Behörden schreiben öffentliche Aufträge bald wohl nur noch online aus
  • Videokonferenzen werden die aufwändigen Präsenz-Meetings ersetzen

Heute nutzen nur acht Prozent der Unternehmen 3-D-Videokonferenzen für den Austausch von eigenen Teams, mit Kunden oder Partnern. Die Prognose von BITCOM-Präsident Prof. Dieter Kempf:

Ein Viertel der Unternehmen sieht auch eine große Bedeutung der Virtual-Reality-Konferenzen. Dass sich diese Technologien nicht durchsetzen werden, das glaubt dagegen praktisch niemand.

Wer die Digitalisierung verschläft, riskiert seinen Untergang. Die Foto-Legende Kodak hat sie verschlafen, die Baumarkt-Riese Praktiker hat die Digitalisierung verschlafen, Quelle genauso, sagt Digitalisierungs-Experte Karl-Heinz Land. Seine These: „Adaptor die.“ Er sagt:

Der neue ‚connected, informed and all powerful consumer’, hat eine klare Erwartungshaltung: ‚Ich, Alles, Sofort und Überall’. Diese Herausforderung ist zugleich die Chance, sich im Wettbewerb mittels gezielter Digitalisierung zu differenzieren.

Attraktiver Return-on-investment

Das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat in einer Studie („The digital Advantage“ 2012) herausgefunden: Unternehmen, die sich digital top aufstellen, bekommen viel für ihre Investitionen:

  • Sie machen im Schnitt 9 Prozent mehr Umsatz
  • Sie sind im Schnitt 26 Prozent profitabler
  • Sie sind im Schnitt 12 Prozent mehr wert

Und Ihr Unternehmen? Haben Sie die richtigen Weichen gestellt oder sind Sie im Begriff den Zug Richtung Wettbewerbsfähigkeit zu verpassen?

Experten schätzen: Nur jedes dritte Industrie-Unternehmen ist digital auf der Höhe der Zeit.

Machen Sie jetzt selber die Probe aufs Exempel - anhand der folgenden Checkliste. Acht Kategorien,acht Kriterien, acht Fragen. Sie stammen aus einem viel umfangreicheren Analyse-Instrumentarium von Digitalisierungs-Experte Land zur Ermittlung der digitalen Reife von Unternehmen, dem Digital Readiness Index.

Digitalisierung-Checkliste: Wo steht Ihr Unternehmen im digitalen Reifeprozess?

Bekommen Sie eine erste Einschätzung dafür, ob Ihr Unternehmen schon fit für den Wettbewerb im digitalen Zeitalter ist. Gehen Sie Punkt für Punkt durch und antworten Sie mit JA oder NEIN.

  • Strategie
    Gibt es in Ihrem Unternehmen eine dokumentierte Digital-Strategie?
    Kennt die Führungsmannschaft und die Mehrheit der Mitarbeiter sie?
  • Transformation
    Ist jemand oder ein Team mit der Transformation beauftragt?
    Gibt es einen Digital Transformation Officer?
  • Produkte
    Bieten Sie neue digitale Services an, die einen Mehrwert für den Kunden sind?
    Tragen die neuen Produkt-Feature ihren erkennbaren Umsatzanteil bei?
  • Operations
    Werden 20 Prozent der Ressourcen (MAK, Budget) für die Implementierung digitaler Prozesse eingesetzt?
    Sind Digital-Prozesse schon relevant in Kernprozesse eingelassen?
  • Kultur
    Werden Entscheidungen schnell – und an der Kundenschnittstelle – auch dezentral getroffen?
    Steigt die Entscheidungsgeschwindigkeit durch die Digitalisierung?
  • Personal
    Gibt es Aufgabengebiete oder neue Stellenausschreibungen, die durch die Digital-Strategie erzeugt wurden?
    Befassen sich mehr als 20 Prozent der Mitarbeiter mit digitalen Inhalten?
  • Governance
    Gibt es klare, angewendete Leitlinien zur Implementierung der digitalen Transformation?
    Messen Sie Fortschritte bei der Umsetzung der Digitalstrategie
  • Prozesse
    Betreuen Sie Kunden bereits über verschiedene Kanäle hinweg, konsistent, personalisiert und automatisiert?
  • Technologie
    Werden Dienstleistungs- oder Fertigungsprozesse schon digital gesteuert?
    Sind schon Arbeitsplatzkonzepte umgesetzt, die ein effektives Zusammenarbeiten unabhängig von Zeit, Raum und Endgerät ermöglichen?

Digitalisierung: eine erste Selbsteinschätzung

Acht Fragen, acht Antworten – jetzt können Sie den Schnelltest selbst auswerten und bekommen ein erstes Gefühl dafür, ob Ihr Unternehmen eher am Anfang oder am Ende der Digitalisierung steht.

  • Auch wenn Sie mindestens fünf Mal mit JA antworten, sind Sie in einem kaum ausreichenden Stadium digitaler Umsetzung.
  • Können Sie sechs Mal mit JA antworten, haben Sie auf dem Weg zur Digitalisierung einen befriedigenden Weg zurückgelegt.
  • Bei sieben Mal JA sind Sie bei der Digitalisierung gut unterwegs.
  • Acht JA-Antworten bedeuten, dass Sie den Digitalisierungsprozess mutmaßlich sehr gut meistern werden.

Karl-Heinz Land:

Wer alle acht Fragen für sich mit einem JA beantworten kann, der ist in Sachen Digitalisierung wohl sehr gut unterwegs. Für den Erfolg sind allerdings drei Komponenten unverzichtbar: Man braucht ein Konzept, ein Mandat und Ressourcen! Also Köpfe und Investment. Das ist die conditio sine qua non für den Return-on-Investment.

To-do-Liste für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Die Unternehmensgröße spielt bei der Digitalisierung in Richtung höherer Marktfähigkeit übrigens keine Rolle: Kundenerlebnis, Kunden-Benefit und interne Produktivität sind die Erfolgsparameter unabhängig von der Größe. Ob eine Arztpraxis mit zehn Angestellten oder ein Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitern – alle, die durch eine Digitalisierung ihre Kundenorientierung und Wettbewerbssituation signifikant verbessern wollen, sollten Folgendes umsetzen:

  • Die Digitalstrategie muss in der Unternehmensstrategie verankert sein.
  • Der Veränderungsprozess ist Chefsache, darf nicht delegiert werden.
  • Neue digitale Produkte/Dienstleistungen steigern Kundennutzen und können das Geschäftsmodell ändern.
  • Digitalisierung verbessert Kernprozesse und steigert funktionsübergreifende interne Zusammenarbeit.
  • Inkubatoren machen eine zwingende Innovationskultur für alle sichtbar.
  • Digitalisierung erfordert frisches internes oder neues externes Know-how.
  • Umsetzung muss in den Zielvereinbarungen hinterlegt sein.
  • Veraltete IT-Systeme müssen abgelöst und Silo-Denken überwunden werden.

Die Unausweichlichkeit des Handelns ist ein Diktat des neuen, digitalen Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartners. Stichwort M2M: Die beiden Welten – Privatnutzer und professionelle Nutzer – verschmelzen zusehends: Hersteller von medizinischen Geräte etwa lieferten ihre Produkte bisher eher an Ärzte oder Kliniken – die digitale Vernetzung eröffnet nunmehr neue Geschäftsmodelle Richtung Endkunde. Das betrifft natürlich entsprechend viele andere Segmente und Industriezweige.

So oder so: Wettbewerber greifen von zwei Seiten an: Es sind entweder neue Unternehmen mit reiner digitalen DNA (Amazon, iTunes,eBay, Uber& Co.) oder eben alte Konkurrenten, die womöglich schneller digitalisieren als Sie und sich so Wettbewerbsvorteile sichern.

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