Haben Sie immer Kleingeld zur Hand, wenn Sie es gerade brauchen? Zum Glück hat das Unternehmen Weiss + Appetito Communication GmbH mit Smart Lockers eine digitale Lösung entwickelt, mit der wir uns die leidige Münzgeldsuche künftig ersparen können. Zumindest, wenn es um Schließfächer geht, ob am Bahnhof, im Schwimmbad oder am Arbeitsplatz. Per App können Nutzer diese nun bargeldlos mieten – von zu Hause oder unterwegs. Das Smartphone sorgt für die Authentifizierung. „Mit der Lösung wollten wir ursprünglich nur eigenen Kunden und Besuchern das Leben leichter machen“, sagt Walter Daumann, Geschäftsführer von Weiss + Appetito. Denn die sollten bei ihren Stippvisiten ihre Wertsachen in den Smart Lockers-Schließfächern deponieren können. Dann habe das Team gemerkt, wie groß das Potenzial dafür auch außerhalb des eigenen Unternehmens ist.

Mehr Komfort für den Kunden

Groß genug jedenfalls, um damit die Jury des Digital Champions Award zu überzeugen – in diesem Fall in der Kategorie „Digitales Kundenerlebnis“. „Weiss + Appetito haben den Preis mehr als verdient“, sagte Juror und Laudator Dietmar Grichnik, Professor für Entrepreneurship an der Universität St. Gallen, „weil sie ein weit verbreitetes, analoges Problem clever digital gelöst haben.“

Bereits zum dritten Mal küren Telekom und WirtschaftsWoche mittelständische Unternehmen mit dem Transformationspreis – dieses Mal im Rahmen des Digitalisierungsgipfels DIGITAL2018 in Köln. 13 Bewerber schafften es in diesem Jahr ins Finale des Digital Champions Awards, überzeugten mit innovativen Ideen und smarten Lösungen. „Die DCA-Preisträger zeigen, was digital geht“, sagt Juror Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden von Telekom Deutschland. „Sie schöpfen die Chancen, die sich mit der Digitalisierung bieten, voll aus, zeigen unternehmerischen Mut und großen Veränderungswillen.“ Seine Hoffnung: dass das Beispiel der Digital Champions im Mittelstand weiter Schule macht – und der DCA als Inkubator von Ideen und Austauschplattform funktioniere. „Der DCA beweist, dass Mittelständler auch in der Digitalisierung einmalig und bahnbrechend sind“, sagte Jurorin Miriam Meckel, Herausgeberin der WirtschaftsWoche. „Solche digitalen Erfolgsgeschichten sind zur Nachahmung dringend empfohlen.“

Viele Wege führen zum digitalen Erfolg

Eine dieser Erfolgsgeschichten schreibt etwa Qiagen. Mit einer Gesamtlösung für den Sales-Bereich hat das Bio-Tech-Unternehmen seine Verkaufsprozesse digitalisiert. Über eine App können die Mitarbeiter die Kundenhistorien direkt einsehen und daraus viel leichter als bisher passende Produktempfehlungen ableiten. Für diesen gelungenen Schritt auf seinem Transformationsweg erhielt das Hildener Unternehmen den Digital Champions Award (DCA) in der Kategorie „Digitale Prozesse und Organisation“. „Die Digitalisierung von Prozessen ist eine Aufgabe des Top-Managements“, sagte Juror Hubertus Porschen, CEO der Consultants GmbH und Vorsitzender des Verbands „Die Jungen Unternehmer“ in seiner Laudatio. Aus seiner Sicht besonders beeindruckend: mit dieser Lösung auch Wettbewerbern wie Amazon die Stirn zu bieten. Qiagens Rezept für Innovation verriet Thorsten Harzer, Head of Digital Accelerator: „Wir sammeln strukturiert die Ideen unserer Mitarbeiter ein.“

 Auch interessant: Das waren die Gewinner des nationalen Digital Champions Awards 2017.

Digitale Talentsuche erleichtert

„Ich liebe es, wenn Dinge einfacher werden“, sagte Jurorin Christina Burkhardt, Gründerin und CEO Shiftschool in ihrer Laudatio auf das Berliner Start-up Talentwunder, Sieger in der Kategorie „Digitale Produkte und Dienstleistungen“. Wie Gründer Andreas Dittes auf seine Geschäftsidee kam? „Ich habe vor einiger Zeit im Silicon Valley gelebt und dort einen regelrechten War for Talents erlebt.“ Und weil die Unternehmen auch hier um zu wenige Fachkräfte konkurrieren, entwickelte Talentwunder eine Cloud-Lösung, die den gesamten Recruiting-Prozess digitalisiert und damit die Suche nach geeigneten Kandidaten vereinfacht. Mit dem Software-as-a-Service-Angebot finden HR-Abteilungen die besten Fachkräfte in Online-Netzwerken. Und das weltweit.

Auch interessant: So digital ist der Mittelstand

Ausgezeichneter Pioniergeist

Wie man den Wandel vom klassischen Tischler zu einem Online-Anbieter für hochwertige Möbel nach Maß schafft, zeigt die Schreinerei Dickmänken: Mit ihrem 3D-Möbelkonfigurator schrankwerk.de bringt das 1927 gegründete Traditionsunternehmen Produktion und Verkauf von Möbeln in die digitale Welt und damit direkt zum Kunden nach Hause. Dank fotorealistischer Visualisierung können diese ihre maßgefertigten Möbel bequem planen und bestellen. Dank der digitalen Transformation bietet die familiengeführte Schreinerei ihre Möbel auch international an. Dafür gab es in Köln den Digital Champions Award in der Kategorie „Digitale Transformation Mittelstand“. Damit sei, so Laudator Hagen Rickmann, die „Königsdisziplin der Digitalisierung“ gemeint. Schließlich müssten sich die Betriebe letztlich neu erfinden. Rickmann lobte den Mut des Preisträgers, dessen Unternehmen alles daran setze, dass im Möbelbereich nicht mehr nur Standardware über das Internet zu beziehen ist. Was brachte den Stein ins Rollen? „Wir haben uns gefragt, warum wir unsere Möbel nur in Münster anbieten sollen“, sagte Geschäftsführer Klaus Dickmänken. Nachdem ein erster Konfigurator für die Webseite erstellt war, meldeten sich bereits erste Kunden aus ganz Deutschland. Damit stand fest: Transformation lohnt sich. „Heute verstehen wir uns als Handwerksbetrieb und Digitalunternehmen.“

Auch interessant: Köpfchen gesucht: Big Data im Personalwesen

Digitaler Kick für Fußballmanager Rummenigge

DIGITAL2018: Nachahmer erwünscht

Interaktive Workshops mit Digitalpionieren, spannende Reden digitaler Größen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und jede Menge Best Practices, die sich zur Nachahmung empfehlen: Telekom und WirtschaftsWoche bieten der digitalen Transformation mit der DIGITAL 2018 in Köln eine große Bühne. Die Verleihung des Digital Champions Awards ist nur einer von vielen spannenden Programmpunkten des zweitägigen Digitalgipfels. Alle Infos und Neuigkeiten finden Sie auf der News-Seite der DIGITAL2018 und im Newsletter.

Er bleibt auch digital am Ball und freut sich deshalb über den neuen Titel „Digitalisierungsmacher 2018“: Karl-Heinz Rummenigge, früherer Weltklassestürmer, seit 2002 Vorstandsvorsitzender des Fußballclubs Bayern München – und in dieser Funktion auch Treiber der Digitalisierung des Vereins. „Mit der Digitalisierung schafft der FC Bayern eine enge Verbindung zu seinen Fans“, sagte Laudator Wladimir Klitschko, Ex-Box-Champion und Geschäftsführer der Klitschko Management Group (KMG). Mit dem Projekt „FC Bayern Digital 4.0“ und der eigenen Digital- und Medientochter stehe der Fußballclub heute als Symbol für Digitalisierung im Sport – dank des Einsatzes seines Vorstandsvorsitzenden. Der konnte sich wegen des Champions League-Spiels gegen AEK Athen nur aus München zuschalten. Er verwies in Sachen Digitalisierung auf „wirklich tolle Mitarbeiter“. Dass die Digitalisierung inzwischen ein strategischer Brückenschlag über die Beziehung zu den Fans hinaus“ sei, sagte Stefan Mennerich, Direktor Neue Medien beim FC Bayern München bei der Entgegennahme des Preises. „Unsere Digitaltochter hat sich zum Digitalisierungsdienstleister für andere Vereine entwickelt.“

Auch interessant: sporttotal.tv: Amateurfußball für die Massen