Welcher Laie erkennt auf einem Bauplan schon das mögliche künftige Traumhaus? Die Goldberg Immobilien Gruppe Nord GmbH aus Sassnitz auf Rügen hilft der Vorstellungskraft ihrer Kunden mit Virtual Reality (VR) auf die Sprünge. Dafür gab’s auf der DIGITALNORTH in Hamburg den regionalen Digital Champions Award der Telekom in der Kategorie „Digitales Kundenerlebnis“. Die Kunden des Projektentwicklungs- und Maklerbüros spazieren dank VR durch Häuser oder Wohnungen, als existierten sie bereits. Beim virtuellen Rundgang können sie sich frei bewegen, hier hinters Sofa schauen, dort den Ausblick aufs Meer genießen. Der Käufer in spe gewinnt einen realistischen Eindruck von Größenverhältnissen, Lichteinfällen und der Lage der Immobilie.

Goldberg Immobilien: Virtuelle Realität gewinnt

Die Digitalisierung zahlt sich auch für den Preisträger aus: „Nicht nur die Fehlerminimierung und Zeitersparnisse in der Planung des Architekten, sondern auch die Akzeptanz und Begeisterung der Kunden sind für unser Unternehmen ein voller Erfolg. Wir konnten auch die Vermarktungszeit deutlich verringern“, sagte Daniel Hammer, Goldberg-Projektleiter Innovation & Medien, bei der Preisverleihung. Alle VR-Inhalte hat der digitale Vorreiter selbst entwickelt. Das Immobilienbüro aus dem Nordosten gibt es seit 2011, neun Mitarbeiter arbeiten für Goldberg.

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Die Gewinner des Regionalen Digital Champions Award in der Region Nord auf einen Blick. Die Gewinner des Regionalen Digital Champions Award in der Region Nord auf einen Blick. (© 2018 Telekom)

Preiswürdig: Digitale Anpacker

Nicht nur der Immobilienentwickler aus Sassnitz hat sich in der digitalen Welt gut eingerichtet: Auf der DIGITALNORTH, der vierten Station der deutschlandweiten Informations- und Netzwerkserie DIGITALX der Telekom, zeichnete der Bonner Konzern noch drei weitere digitale Vorreiter aus. So unterschiedlich die Preisträger und ihre digitalen Lösungen auch sein mögen, so haben sie laut Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland, doch viele Gemeinsamkeiten: Mut, Flexibilität, Innovationskraft und eine echte Anpacker-Mentalität. Rickmann: „Die Digital Champions haben keine Angst vor dem digitalen Wandel. Sie haben sich Etappenziele gesetzt und gleich losgelegt.“

Online-Werbung: schnell und global

Der Digital Champions Award in der Kategorie „Digitale Produkte und Dienstleistungen“ ging an Smaato, eine Echtzeit-Werbeplattform für mobile Publisher und App-Entwickler. 2005 von Ragnar Kruse und Petra Vorsteher in Hamburg gestartet, hat sich Smaato mit seinen 250 Beschäftigten längst zum Global Player entwickelt, sitzt inzwischen in San Francisco und hat neben Hamburg Niederlassungen in New York, Shanghai und Singapur. Smaato hat die Art, Werbung zu kaufen und zu verkaufen, komplett digitalisiert: Von der Angebotsanfrage über die Preisverhandlung bis zur Auslieferung verstreichen gerade mal 150 Millisekunden. Den Award gab’s für die neue InApp-Exchange-Plattform, die 90.000 App-Entwickler mit über 450 Werbepartnern verbindet. Die Werbeplattform handelt jeden Monat 20 Milliarden Anzeigen und erreicht täglich 250 Millionen Nutzer. Smaato-Gründer Kruse sieht in der Digitalisierung eine Riesenchance für den Mittelstand. „Durch die weltweit automatische und standardisierte Auslieferung von Werbung hat jeder Zugang zu den Weltmärkten. Das hat Vorteile sowohl für Anbieter von Werbeflächen als auch für werbetreibende Unternehmen.“

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PS-starke Werbung: TAXi-AD

In der Kategorie „Transformation Mittelstand“ fuhr die TAXi-AD GmbH, ein Mittelständler aus Hamburg, allen anderen davon. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen mit 30 Mitarbeitern löste im vergangenen Jahr eine kleine Revolution in der Taxi-Werbung aus und stattet Taxen in der Hansestadt mit digitalen Werbe-Screens auf dem Autodach aus. Sowohl die Idee als auch die technische Umsetzung stammen vom Preisträger selbst. Das digitale Display ist sogar für kleinere Händler attraktiv, weil TAXi-AD die Werbung gezielt einspielen kann. Denn die Taxen zeigen die Werbung nur dann, wenn die Wunschparameter des Kunden – Ort, Zeit oder Wetter – auch tatsächlich zutreffen. „Ein Eisdielenbesitzer in der Hamburger Osterstraße kann seine Einblendungen so aussteuern, dass die Werbung täglich in der Mittagspausenzeit zwischen 11:30 und 13:00 Uhr, nur bei schönem Wetter und nur in einem zu definierenden Umfeld ausgestrahlt wird“, sagt Ralf Johansson, Geschäftsführer von TAXi-AD, über seine Innovation, die bislang nur in Hamburg im Einsatz ist. Weil die digitale Dachwerbung mit den Taxis immer an den richtigen Ort fährt, hat sich TAXi-AD neue Zielgruppen erschlossen. Johansson: „Allein in den letzten fünf Monaten hat die Neukundengewinnung unsere Erwartungen deutlich übertroffen.“

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Hamburg@work bringt die Digitalwirtschaft zusammen

Digitale Vorreiter gesucht

Alle Gewinner der regionalen Digital Champions Awards qualifizieren sich automatisch für den nationalen DCA. Den vergeben Telekom und WirtschaftsWoche in diesem Jahr schon zum dritten Mal. Am 7. und 8. November wird’s bei der DigitalSummit in Köln wieder richtig spannend. Versprochen. Die Jury kürt wieder Sieger in vier Kategorien:

  • Digitale Transformation Mittelstand
  • Digitales Kundenerlebnis
  • Digitale Produkte und Dienstleistungen
  • Digitale Prozesse und Organisation

Den Sonderpreis vergeben Telekom und WirtschaftsWoche an einen „Digitalisierungsmacher“, also einen Visionär der Transformation.

Die Bewerbungsfrist für den nationalen DCA-Entscheid endet am 22.06.2018. Mehr Infos finden Sie hier.

Hamburg@work feierte vergangenes Jahr seinen 20. Geburtstag – jetzt knallen erneut die Korken für den Gewinn des regionalen Digital Champions Awards in der Kategorie „Digitale Prozesse und Organisation“.  Die Veranstaltungs- und Online-Plattform gilt seit diesem Jahr als Digital Cluster im Norden Deutschlands. Heißt: Das Netzwerk unterstützt Unternehmen dabei, den digitalen Fortschritt voranzutreiben – quer durch alle Branchen. Der Verein zählt mehr als 1.500 Mitglieder aus rund 650 Mitgliedsfirmen. „Wir verbinden nicht nur Aktive aus der Digitalwirtschaft, sondern bringen Menschen und Unternehmen durch Information sowie Kommunikation, online und auf Veranstaltungen zusammen“, sagt Uwe Jens Neumann, Vorstandsvorsitzender von Hamburg@work – und verfolgt damit ähnliche Ziele wie die Telekom mit Initiativen wie der DIGITALX.  Preiswürdig: die Vereinheitlichung der Digitalsysteme für die Verwaltung der Mitgliederdaten oder für die Online-Buchung von Veranstaltungen. Grundlage ist eine integrierte Plattform, mit der sich alle Arten von Inhalten verwalten lassen. Neumann: „Ohne Digitalisierung der Kernprozesse wäre die Komplexität der Themen und der Angebote von Hamburg@work dauerhaft nicht zu leisten.“

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