Die gute Nachricht zuerst: Hamburg und Niedersachsen sind auf ihrem digitalen Transformationsweg schon ein gutes Stück vorangekommen. Dass Niedersachsen seine digitalen Anstrengungen deutlich verstärkt und Hamburg ohnehin auf dem besten Weg zur Digitalen Stadt ist, registriert man auch anderswo: „Viele amerikanische Firmen denken bei Hamburg nicht mehr nur an den Hafen, sondern vielmehr an die Digitalwirtschaft“, sagte US-Generalkonsul Richard Yoneoka bei der Podiumsveranstaltung auf der DIGITALNORTH in der Fischauktionshalle der Hansestadt. Schließlich haben hier zum Beispiel auch Google oder Facebook ihre Deutschlandzentralen.

Digitale Nordlichter auf dem Podium

Kein Wunder, dass die DIGITALNORTH kein Problem damit hatte, neben US-Generalkonsul Richard Yoneoka noch weitere interessante Diskutanten fürs Plenum zu finden. Mit dabei: Tobias Bergmann, Präses der Handelskammer Hamburg, Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Professor Dr. Garabed Garo Antranikian, ehemaliger Präsident der Technischen Universität Hamburg, sowie Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG in Hannover und Tijen Onaran, Gründerin Global Digital Women.

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DIGITAL NORTH: Zur Digitalisierung hier entlang. DIGITAL NORTH: Zur Digitalisierung hier entlang. (© 2018 Telekom)

Most wanted: Lehrer mit Digitalkompetenz

Muss der Norden bei der digitalen Bildung nachbessern, wollte Moderatorin Susanne Schöne von Tijen Onaran wissen, deren Netzwerk inzwischen mehr als 20.000 Frauen verknüpft. „Ja, wir brauchen mehr Lehrer mit Digitalkompetenzen“, die Schüler brächten zum Glück schon die digitale Bereitschaft mit. Wissen – das war der Dreh- und Angelpunkt der Diskussion. Tobias Bergmann, berichtete von seinen Erfahrungen mit mittelständischen Unternehmen. „Die nehmen die Digitalisierung sehr ernst.“ Was häufig fehle, sei jedoch die Umsetzungskompetenz. Die Firmenchefs fragten sich: „Womit fange ich an? Wie komme ich digital einen Schritt voran?“ Bergmann: „Wir brauchen digitale Role Models für die Unternehmen“. Heißt: Vorbilder aus den eigenen Reihen. Garo Antranikian plädierte für eine „Dreifachhelix aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“, um die Transformation voranzutreiben. Er setzt auf Interdisziplinarität und Technologietransfer.

Besser zusammen erfolgreich

Den Netzwerkgedanken der DIGITALX-Reihe der Telekom greift in wenigen Wochen auch die CEBIT auf. Warum? „Wir wollen uns zum Think Tank der Digitalisierung entwickeln“, sagte Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG in Hannover. Die CEBIT wolle mit dem neuen Konzept auch die Digital Natives ansprechen, Business und Spaß verknüpfen. Das Netzwerken werde immer wichtiger; die Digitalisierung löse Hierarchien und Silos auf. Manchmal sei es einfach Zeit für eine radikale Transformation.

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Live in Hamburg auf der DIGITAL NORTH: Der Anschluss an die Zukunft. Live in Hamburg auf der DIGITAL NORTH: Der Anschluss an die Zukunft. (© 2018 )

Digitale Gräben zuschütten

Glasfaserausbau in den Gewerbegebieten

Die Telekom bringt schnelle Glasfaserleitungen in Gewerbegebiete. Natürlich auch nach Hamburg. Mit der dritten Welle ihres forcierten Glasfaserausbaus will die Telekom in der Hansestadt neben dem Hafen noch vier weitere Gewerbegebiete ans schnelle Netz bringen. Das Angebot reicht vom asymmetrischen 100 MBit/s-Geschäftskundenanschluss bis zum symmetrischen 1 GBit/s-Anschluss. Davon profitiert speziell der Mittelstand. Die Glasfasernetze baut die Telekom jetzt sukzessive aus. Damit legt sie nicht nur den Grundstein für die Digitalisierung der lokalen Wirtschaft, sondern auch für die Gigabitgesellschaft von morgen: www.telekom.de/vollglas

Warum sollte sich ein Unternehmen in Niedersachsen ansiedeln, fragte die Moderatorin Stefan Muhle, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Die Antwort: „Weil wir ein Macherland sind.“ Hier halte sich man nicht mehr an das Motto „erst grübeln, dann dübeln“, sondern mache mit der Digitalisierung Tempo, bringe schnelle Lösungen auf den Markt, selbst wenn diese erst zu 80 Prozent ausgereift seien. Die Unternehmen verbesserten ihre Digitalangebote dann sukzessive, wenn sie bereits im Gebrauch sind. Jetzt müssten die Telekommunikationsunternehmen allerdings noch massiv in den Glasfaserausbau investieren. Auch das Land werde den Glasfaserausbau unterstützen, um zum Beispiel die digitalen Gräben zwischen Stadt und Land zu beseitigen. Die Leidenschaft und Begeisterung für das Thema seien da – auch wenn man momentan noch nicht dort sei, wo man hinwolle. Mit dieser Bemerkung sprach Muhle allen Beteiligten der DIGITALNORTH aus dem Herzen – denn die digitale Aufbruchsstimmung und der Wille, sich gemeinsam für die Transformation einzusetzen, waren in der Hamburger Fischauktionshalle deutlich zu spüren.

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