Augmented Reality, Big Data, Cloud Computing, IoT und Virtual Reality: Das Alphabet der Digitalisierung, so stellte Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden von Telekom Deutschland, in seiner Eröffnungsrede am zweiten Tag des Digitalisierungsgipfels „DIGITAL2018“ gleich klar, wird Unternehmen wie Gesellschaft nachhaltig verändern. Sind wir darauf vorbereitet? „Es ist toll zu sehen, dass Cloud Computing für viele Unternehmen bereits Alltag ist.“ Handle es sich jedoch um Technologien wie Blockchain, 3D-Druck, Virtual Reality oder Künstliche Intelligenz dann sieht der Telekom-Manager leider noch viele „schwarze Löcher – und die müssen wir füllen“.

Auch interessant: Cloud-Dienste: Deutschland ist der beste Standort

Dazu gab es auch am zweiten Tag des Telekom-Digitalisierungsgipfels DIGITAL2018 auf dem Kölner Messegelände reichlich Gelegenheit für die rund 7.000 Besucher pro Tag: Ob die Möglichkeiten und Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf Wertschöpfung, Gesellschaft und unser politisches System, die neuesten Trends in Sachen Cyber Security, jüngste Erkenntnisse auf dem Feld von Big Data oder Argumente für das Internet der Dinge: Jedes aktuell diskutierte Thema der Digitalisierung fand hier sein Podium. „Die DIGITAL2018 ist für mich ein wichtiger Impuls“, sagte etwa Frauke Lüppken, Gründerin und Geschäftsführerin des Beratungsunternehnmens Kallisto Consulting. „Ich nehme viele Anregungen mit.“

Transformation braucht Veränderungswillen

Zum Beispiel diesen Tipp von Telekom Manager Rickmann: „Unternehmen müssen digitale Kompetenz aufbauen.“ Mit dem Besuch von Programmierkursen aber sei es nicht getan. Das sei nicht falsch, aber zu kurz gesprungen. „Digitale Kompetenz ist eine Kombination aus kulturellen und fachlichen Komponenten“, sagte Rickmann. „Bauen Sie die Ängste Ihrer Mitarbeiter ab. Erklären Sie ihnen die Chancen, die die Digitalisierung eröffnet – dem Unternehmen und ihnen selbst.“ Denn: Wer hinter dem digitalen Wandel steht, dem fällt die Auseinandersetzung mit neuen Devices und Anwendungen deutlich leichter.

Auch interessant: Das war der erste Tag der DIGITAL2018

Digitalisierung ist mehr als Technologie

Wer in der digitalen Welt erfolgreich sein wolle, müsse neben den Mitarbeitern vor allem den „Kunden zur Nummer eins“ machen. Wie das geht? Mit einer Kombination aus Transparenz, Einfachheit und Individualität. Klingt alles gar nicht so einfach? „Dann“, sagte Rickmann, „lassen Sie sich helfen. Kooperieren Sie mit Startups.“ So wie die Telekom es vorlebt – mit einem in Deutschland einzigartigen Portfolio aus Startups. Eines davon: enfore. Mit dem von Gründer Marco Börries und dessen Team entwickelten digitalen Kassensystem MagentaBusiness POS wollen Telekom und enfore gemeinsam kleine Unternehmen digitalisieren. Börries‘ Anspruch: „Ich möchte, dass kleine Firmen im Konzert der digitalen Größen mitspielen können.“

Auch interessant: Marco Börries: Small is beautiful

Kooperationen brauchen Vertrauen

Bei all solchen Partnerschaften gilt: „Kooperationen verändern die eigene Organisation und die eigenen Prozesse“ – davon ist  Dirk Wössner, Vorstandsmitglied der Telekom und Sprecher der Geschäftsführung überzeugt. Wer, wie die Telekom etwa beim Glasfaserausbau, auf Zusammenarbeit setze, müsse sich öffnen. Ohne gegenseitiges Vertrauen der Partner aber funktioniere das nicht. Dass sich das lohnt, weil Unternehmen mit guten Partnern mehr erreichen, war auch auf der DIGITAL2018 selbst zu sehen: Huawei und Samsung, zwei Technologie-Partner, mit denen die Telekom seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet, unterstützten das Event als Hauptsponsoren.

Auch interessant: Gemeinsam geht’s schneller

Das Erfolgsrezept der Hidden Champions

Ganz allein haben es die Hidden Champions nach oben geschafft. Häufig genug aus der deutschen Provinz haben sich gut 1300 Mittelständler an die Spitze des Weltmarkts gesetzt. „Das Phänomen der Hidden Champions ist unser herausragendes differenzierendes Merkmal gegenüber dem Rest der Welt“, sagt Professor Professor Hermann Simon, der die Hidden Champions seit vielen Jahren erforscht. Weltweit komme fast jedes zweite dieser durchsetzungsstarken Unternehmen aus Deutschland. Das Erfolgsrezept: ein konsequenter Fokus auf Wachstum und Marktführerschaft. Getreu dem Leitspruch „Schuster, bleib bei deinem Leisten“ haben sie ihr Angebot nicht um jeden Preis diversifiziert, sondern auf Expansion gesetzt – erst regional, dann national und schließlich global. „Nur mit Fokus wird man Weltklasse.“

Digitalisierung längst im Fokus

Natürlich ist auch die Digitalisierung für sie kein Fremdwort: Fast 50 Prozent der Patente zum autonomen Fahren kommen etwa aus Deutschland. Und jüngere Hidden Champions wie Teamviewer, Dax-30-Aufsteiger Wirecard oder Brainlab verdanken ihre Vorrangstellung den digitalen Services, die sie anbieten.

Vom Internet der Dinge zum Internet der Sinne

Wie sehr gar einzelne Individuen eins werden können mit der Digitalisierung, zeigte ein staatlich anerkannter Cyborg: Neil Harbisson. Der Künstler kommt aus einer Welt der Graustufen – wurde farbenblind geboren – und kann nun dank moderner Technologie Farben wieder unterscheiden – nicht visuell, sondern akustisch. Wie das geht? Mit einer Antenne, die sich Harbisson 2004 in seinem Schädel implantieren ließ. Deren Sensor erfasst die Frequenz der Farben und leitet sie an einen Chip weiter, den Ärzte in seinen Hinterkopf implantierten. Die Folge: Farben werden zu Tönen. Mit erstaunlichen Folgen: „In meiner Welt gibt es keine weiße oder schwarze Haut“, sagt Harbisson. In meiner Welt klingen alle Menschen orange.“ Längst sei die Apparatur zu einem Teil seines Körpers geworden. „Ich nutze keine Technologie – ich bin Technologie“, sagte Harbisson. Und ist davon überzeugt, dass die Cyborg-Community schon in zehn Jahren deutlich gewachsen sein werde. „Menschen verlieren doch zunehmend die Angst vor der digitalen Technologie – weil sie merken, dass sie mit ihrer Hilfe die eigenen Sinne erweitern und die Welt ganz neu wahrnehmen können.“ Seine Vorhersage: „Die Digitalisierung entwickelt sich weiter – vom Internet der Dinge zum Internet der Sinne.“

Auch interessant: Die Sieger des Digital Champions Awards 2018

Im nächsten Jahr zur DIGITAL2019

Sie möchten der Digitalisierung nicht hinterherlaufen, sondern lieber zu den digitalen Vorreitern gehören? Sie brauchen Information, Inspiration und ein gutes digitales Business-Netzwerk für die Transformation Ihres Unternehmens? Dann freuen Sie sich auf die digitale Deutschlandreise der Telekom. Die gastiert mit ihrer Informations- und Netzwerkveranstaltung DIGITALX auch im nächsten Jahr in Ihrer Region. Höhepunkt der digitalen Deutschlandreise ist dann wieder der abschließende Digitalisierungsgipfel. Die „DIGITAL2019“ findet am 29./30. Oktober 2019 in der Koelnmesse statt. Tickets sind jetzt schon erhältlich. Mehr Infos unter www.digital18.de.