Kapitel 3: Als Unternehmer 
gehst du voran!
Erfolgreiche Digitalisierungsprojekte sind immer auf der 
Managementebene verankert.

Fast versteht es sich von selbst: Digitalisierung ist Chefsache. Nach der Studie „Digital Leadership“ des Wirtschaftsprüfungs- und Consulting-Unternehmens Deloitte Digital und der Personalberatung Heads! brauchen Unternehmen, die von der Digitalisierung betroffen sind – und das sind heute fast alle –, einen sogenannten „Digital Leader“. Seine Aufgabe ist es, die strategische Führung des digitalen Wandels zu übernehmen, ihn voranzutreiben und die zentralen Prozesse im Blick zu haben.

Damit der Wandel ein organisatorischer und wirtschaftlicher Erfolg werden kann, muss diese Person viel Einfluss haben und über entsprechende Steuerungsmechanismen verfügen. Außerdem sollte sie einen großen professionellen Erfahrungsschatz haben. Die Rolle des „Digital Leader“ nimmt daher häufig ein Mitglied des Vorstands oder Aufsichtsrats ein, in kleineren Unternehmen der Chef persönlich. „Die Transformation des Unternehmens in die digitale Zukunft ist nicht eine Frage der Technik“, erklärt Mathias Hiebeler, Managing Partner bei Heads! „Sie ist eine Frage der Unternehmensführung, getrieben durch den CEO und sein Top-Management-Team.“

So hält es beispielsweise das Traditionsunternehmen Villeroy & Boch AG. Frank Göring, Vorstandsvorsitzender beim Mettlacher Keramikwarenhersteller, arbeitet bei allen Digitalisierungsprojekten eng mit seinen Top-Managern zusammen. Gemeinsam entwickeln sie sogenannte Roadmaps, in denen jährlich festgelegt wird, wohin die digitale Reise gehen soll.

Frank Gšoering, CEO Villeroy und Boch Frank Gšoering, CEO Villeroy und Boch (© 2016 Bernd Hartung) - Veršffentlichung nur gegen Honorar, Beleg (auch von digitalen Medien) und Namensnennung. Es gelten die Allgemeinen Geschaeftsbed
"Eine offene Kommunikation den Mitarbeitern gegenüber ist wichtig, damit sie eine positive Grundhaltung gegenüber den digitalen Neuerungen haben."

„Schließlich haben wir es alle täglich mit den Auswirkungen zu tun“, so Göring weiter. 

Der digitale Wandel ist bei Villeroy & Boch ein ständiger Prozess, an dem alle Führungskräfte beteiligt sind. Damit wir unsere Chancen optimal nutzen können, haben wir eine Strategie entwickelt, die einen Change-Management-Prozess im gesamten Unternehmen in Gang gesetzt hat.

Als Vorstandschef arbeite ich eng mit der obersten Führungsebene zusammen. Wir entwickeln detaillierte Roadmaps zu Digitalisierungsprojekten. Nicht nur ich, sondern die gesamte Führungsmannschaft treibt den digitalen Wandel voran. Die Mitarbeiter beziehen wir aktiv ein. Viele digitale Entwicklungen übertragen sich ja auch auf ihren Alltag oder sind außerhalb des Arbeitsplatzes bei den Mitarbeitern schon viel etablierter als im Büro, wie etwa Social Media.

Am Arbeitsplatz führen wir derzeit ein Software-Tool ein, das die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch unterstützt, wodurch das E-Mail-Volumen reduziert wird. Für mich steht fest: Die Kommunikation spielt in Change-Prozessen eine zentrale Rolle. Einmal im Monat informieren wir die Mitarbeiter in einem Digitalisierungs-Newsletter über neue Tools, die wir in unseren Shops oder in anderen Bereichen einsetzen, und deren Vorteile. Und die sind ja auch greifbar – auch das trägt zur positiven Grundhaltung gegenüber digitalen Neuerungen bei.

Bewährte Pfade verlassen

Bewährte Pfade zu verlassen kann teilweise schwerfallen. Auf der anderen Seite war und ist es gerade der Wandel, der die lange Tradition von Villeroy & Boch überhaupt erst möglich gemacht hat. Unser Unternehmen musste sich über viele Generationen immer wieder auf Veränderungen einstellen. Diese waren geprägt von den Bedingungen der Märkte, dem Anspruch der Kunden und Verbraucher oder auch von technischen Innovationen.

So müssen wir beispielsweise heutzutage überall beim Kunden präsent sein – vor Ort und virtuell. Unsere Erfahrung zeigt, dass Kunden sich häufig vor Ort inspirieren lassen, dann aber doch online kaufen oder umgekehrt. Click & Collect ist zum Beispiel einer der Services, die wir 2015 als Antwort darauf eingeführt haben: Kunden, die online einkaufen, können die Ware im Anschluss in einem Laden ihrer Wahl abholen. Es geht auch umgekehrt: Ein POS-Infoterminal dient als Schnittstelle zwischen Shop und Internet. Kunden stehen damit alle Onlineservices von Villeroy & Boch auch im Geschäft zur Verfügung.

Unsere Händler nutzen außerdem eine neue Virtual-Reality-Brille. Praktischer 
Nutzen: Sie können selbst bei kleineren Ausstellungen ihren Kunden das gesamte Sortiment in 3-D zeigen. 

Über die Villeroy & Boch AG

  • Gründung & Sitz: 1748, Mettlach
  • Vorstandsvorsitzender: Frank Göring
  • Mitarbeiter: 7300

Weiterführende Links zum Thema

Wechsel deine Perspektive: Gründer Torsten Oestergaard über seine Kunden und wie wichtig Innovationen sind

Sei Mutig: Wie Unternehmerin Nina Hugendubel den digitalen Wandel vorantreibt

Webseite Villeroy & Boch

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