Kleine Cafés verbessern ihren Service mit dem digitalen Kassensystem Magenta Business POS, Elektronikhändler machen mit Hilfe der digitalen Transformation die Abläufe in ihrem Lager transparenter – und knapp 35 Prozent der Industrieunternehmen vernetzen schon heute ihre Maschinen, Prozesse und Produkte über die gesamte Lieferkette hinweg. Sie sind auf dem Weg, Industrie 4.0 zu ihrem Alltag zu machen: Ob Klein-Gastronomie, mittelgroßer Händler oder große, produzierende Unternehmen – die Wege in die digitale Transformation sind ganz unterschiedlich. Tempo und Umfang des digitalen Wandels hängen von der Unternehmensgröße und der Branchenzugehörigkeit ab. Das belegt der Digitalisierungsindex Mittelstand 2018. Und zeigt, dass der deutsche Mittelstand in Sachen Digitalisierung mitunter kleine, aber doch stetige Fortschritte macht. In der dritten Auflage des Index erreichen deutsche Mittelständler 55 von 100 möglichen Indexpunkten. Zumindest ein Indexpunkt mehr als im vergangenen Jahr. Nahezu jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) hat die Digitalisierung in seiner Geschäftsstrategie verankert. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten. Bei zwei Dritteln der befragten Firmen ist die digitale Transformation Chefsache.

Jedes zweite Unternehmen steigert mit digitalen Lösungen die Produktivität. Jedes zweite Unternehmen steigert mit digitalen Lösungen die Produktivität. (© 2018 Telekom)

Sich neu erfinden: Die Digitalisierung macht’s möglich

Die Unternehmen begnügen sich nicht mehr damit, mit der Digitalisierung etablierte Prozesse auf Effizienz zu trimmen oder Kosten zu senken. Sie wollen sich digital neu erfinden, ihren Kunden smarte Produkte und zusätzliche Services bieten. „Immer mehr Mittelständler wollen mit Hilfe der digitalen Transformation neue Geschäftsmodelle umsetzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden von Telekom Deutschland.

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Digitaler Einsatz zahlt sich aus

Ein Fortschritt, den es aber nicht zum Nulltarif gibt. Doch die Studie zeigt auch: Der digitale Einsatz zahlt sich aus. Für 53 Prozent der Befragten hat die Digitalisierung die Prozesse vereinfacht (2017: 50 Prozent). 47 Prozent haben zufriedenere Kunden und 46 Prozent konnten ihre Service-  und Produktqualität steigern. 44 Prozent (2017:40 Prozent) berichten zudem von zufriedeneren Mitarbeitern. Positive Effekte hat vor allem die Cloud: 73 Prozent der Cloud-Nutzer optimierten ihre Kosten. 67 Prozent entwickeln leichter Ideen und Innovationen. 66 Prozent erzielten dank Cloud einen höheren Umsatz und 77 Prozent erreichten mit ihr effizientere interne Prozesse.

Das Internet der Dinge auf dem Vormarsch: 55% der Firmen setzen bereits auf IoT. Das Internet der Dinge auf dem Vormarsch: 55% der Firmen setzen bereits auf IoT. (© 2018 Telekom)

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Digitale Kompetenz auf der Agenda

Studie und digitaler Reifetest

 

Bereits zum dritten Mal ermittelte techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom den digitalen Status quo mittelständischer Unternehmen. Dazu befragte das Analystenhaus im Sommer 2018 knapp 2.500 kleine und mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen. Der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2018“ analysiert die Transformationsfortschritte auf folgenden Handlungsfeldern:

 

  • Kundenbeziehungen
  • Produktivität im Unternehmen
  • Digitale Geschäftsmodelle
  • IT-Sicherheit und Datenschutz

 

Auf der Webseite sind alle Branchenteilberichte sowie die Gesamtstudie zu finden. Unternehmen können hier aber auch einen Self-Check durchführen und in wenigen Minuten ermitteln, wie digital ihr Unternehmen unterwegs ist.

 

Den Unternehmen ist klar, dass sie für die digitale Transformation Mitarbeiter mit digitaler Kompetenz brauchen. Nur gut ein Drittel glaubt derzeit, dass das vorhandene digitale Know-how der Beschäftigten ausreicht, um den Herausforderungen der digitalen Transformation zu begegnen. Laut Studie fördern daher 43 Prozent der Mittelständler die Expertise ihrer Kollegenschaft. „Die Unternehmen wissen, dass die Digitalisierung nicht nur eine Frage der Technologie ist“, sagt Rickmann. „Ihre Beschäftigten benötigen die richtigen Fähigkeiten im Umgang mit digitaler Technologie und müssen dem digitalen Wandel grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Fest steht: Digitale Kompetenz wird sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor entwickeln.“ Ganz vorn auf der Wunschliste der digitalen Kompetenzen: Kenntnisse in Sachen Datenschutz und -sicherheit sowie der sichere Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen – und das bei jeweils 70 Prozent der Befragten.