Bis zu 5,5 Milliarden Euro bis 2022: Das sieht Bayerns Masterplan in Sachen Digitalisierung vor. Investitionen, die den hohen Innovationsstandard im Süden Deutschlands auch in Zukunft sichern sollen: Schließlich ist Bayern das Bundesland mit den meisten Patentanmeldungen in Deutschland, jedes dritte deutsche Patent stammt aus dem Süden. Und eine aktuelle Deloitte-Studie sieht München als Deutschlands Digitalstandort Nummer eins: „Die bayerische Landeshauptstadt punktet mit hoher Dynamik im Informations- und Kommunikationssektor, mit der größten Anzahl qualifizierter IT-Experten und ist ein Ballungsgebiet für IT-Unternehmen ebenso wie für viele Branchen, die digitale Technologie anwenden.“

Und welche Unternehmen sind Vorbilder der Digitalisierung? Diese Fragen diskutierten die Teilnehmer der DIGITALSOUTH am 16. Mai in der Allianz Arena in München. Hier machte die DIGITALX der Telekom nach Köln und Böblingen bei Stuttgart Station. Die Netzwerk- und Informationsreihe bietet Mittelständlern, Startups und Politikern aus den jeweiligen Regionen eine Plattform zum Austausch und Networking rund um das Thema digitale Transformation.

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Networking mit 650 Teilnehmern

Das Ziel von DIGITALX: sich austauschen, voneinander lernen und die digitale Transformation im Freistaat weiter vorantreiben. „Die digitale Zeit ändert vieles – aber nicht alles“, sagte Björn Weidenmüller, Leiter Vertrieb Großkunden Telekom Deutschland, in seiner Eröffnungsrede. „Auch heute geht nichts über den persönlichen Kontakt und Austausch mit interessanten und relevanten Unternehmern.“ Vorbild sei hier das Silicon Valley, wo der Austausch zwischen den Unternehmen Alltag sei. Weidenmüller: „Sogar Wettbewerber diskutieren miteinander. Deswegen wollen wir auch in Deutschland regionale Plattformen für den Austausch in Sachen Digitalisierung aufbauen. Und die hohe Zahl von rund 650 Teilnehmern an der DIGITALSOUTH zeigt, dass das Interesse am Networking sehr groß ist.“

Björn Weidenmüller erklärte, worauf es bei der Digitalisierung ankommt. Björn Weidenmüller erklärte, worauf es bei der Digitalisierung ankommt. (© 2018 Telekom)

Digitalisierung stellt Märkte auf den Kopf

Eine Plattform, die die Teilnehmer einen Tag lang intensiv nutzten: Während der Plenumsdiskussion diskutierten Gäste wie Gert Bruckner, Ministerialdirigent Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie, Dr. Rainer Seßner, Geschäftsführer von Bayern Innovativ oder Tijen Onaran, Gründerin von Global Digital Women über die Herausforderungen der digitalen Transformation.

„Digitalisierung schafft völlig neue Möglichkeiten, bestehende Geschäftsfelder weiterzuentwickeln und Services zu verbessern. Zudem lassen sich neue Ansätze finden, um neue Geschäftsfelder aufzubauen. Was wichtig ist, denn Digitalisierung kann disruptiv sein und  Märkte in kürzester Zeit komplett auf den Kopf stellen“, warnte Dr. Rainer Seßner. Und Weidenmüller empfahl den Zuhörern zum Schluss seines Vortrags: „Disrupt yourself!“

Wie digital ist Bayern? V.l. Moderatorin Alexandra von Lingen, Dr. Rainer Seßner, Tijen Onaran, Dr. Gert Bruckner, Deepa Gautam-Nigga und Klaus Müller. Wie digital ist Bayern? V.l. Moderatorin Alexandra von Lingen, Dr. Rainer Seßner, Tijen Onaran, Dr. Gert Bruckner, Deepa Gautam-Nigga und Klaus Müller. (© 2018 Telekom)

Jedes Unternehmen braucht eine digitale Strategie

„Bayern ist ein Spitzenstandort für die Digitalisierung“, hob Gert Bruckner hervor: „Aber viele Unternehmen brauchen praktische Hilfestellung auf dem Weg der digitalen Transformation. Wir unterstützen den Mittelstand zum Beispiel seitens des Wirtschaftsministeriums mit einem Digitalisierungsbonus für Investitionen in die Digitalisierungsprojekte.“ Jedes Unternehmen müsse eine digitale Strategie für sich entwickeln, auch der Frisör oder Bäcker. Es sei entscheidend, Projekte gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse des Mittelstands zuzuschneiden. Bruckner: „Für einen Bäcker zum Beispiel ist die Datenautobahn kein Thema.“

Dass die digitale Transformation einen komplexen Wandel mit sich bringt und kaum alleine zu bewältigen ist, sagt auch Wladimir Klitschko: „Wer sich verändern will, ob beruflich oder privat, muss seinen Weg konsequent verfolgen. Das gilt auch für die Digitalisierung“, sagte der Unternehmer und ehemaliger Boxweltmeister in seiner Keynote. „Auch ich verfolge für meine Karriere nach dem Sport klare Ziele, stelle mich den Herausforderungen mit Besessenheit und brauche Weggefährten.“ Was Telekom Manager Weidenmüller auch als wichtige Zutat für die digitale Transformation sieht: „Die deutsche Wirtschaft hat ihre Stärken in der Vertikalisierung. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die perfekte Verzahnung von Autoherstellern und Zulieferern. Digitalisierung braucht aber stärkere horizontale Vernetzung – branchenübergreifend und interdisziplinär.“

Face the Challenge! Unternehmer Dr. Wladimir Klitschko fesselte die Gäste mit seinem Vortrag. Face the Challenge! Unternehmer Dr. Wladimir Klitschko fesselte die Gäste mit seinem Vortrag. (© 2018 Telekom)

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Kundenservice digital verbessern

Die Teilnehmer der DIGITALSOUTH stellen sich längst den Herausforderungen der Digitalisierung, treiben die Einführung neuer Technologien voran und wollen ihre Beschäftigten auf diesem Weg mitnehmen. Ein Beispiel dafür zeigte der Telekommunikationsdienstleister Swyx, der gemeinsam mit Dr. Schnell, einem mittelständischen Hersteller von Reinigungs- und Hygieneprodukten, zeigte, wie Digitalisierung schon durch die Einführung einer neuen Telefonanlage beginnen kann. So konnte Dr. Schnell den telefonischen Service für die Kunden verbessern - und gleichzeitig die Wartungs- und Technikerkosten deutlich senken. Das Handelsblatt Research Institut und SAMSUNG präsentierten Schlüsseltechnologien und Trends. Und im Startup-Talk diskutierten junge Unternehmer darüber, wie gut es sich im Süden Deutschlands gründen lässt. Michael Geisinger, Gründer von Dynamic Components, sagt: „München ist für uns ein idealer Standort, weil hier viele Unternehmen aus dem B2B-Bereich sitzen, für die unsere IoT-Lösung von Interesse ist.“

 

Digital Champions Award

 

Die digitalen Pioniere sind automatisch nominiert für den nationalen Digital Champions Award, der am 7. und 8. November beim DIGITALSUMMIT in Köln von Telekom und WirtschaftsWoche übergeben wird.

Wer sich für den nationalen Award bewerben möchte, kann das bis um 31. Mai hier.

 

Auf dem Marktplatz stellten die Teilnehmer ihre innovativen Ideen zur vor, etwa das Kassensystems MagentaBusiness POS, die Point-of-Sale-Komplettlösung von Softwareentwickler enfore und Telekom. „Auch deswegen ist die Veranstaltung für uns ein echter Gewinn gewesen“, sagt Geisinger. „Wir haben gelernt, wie andere Startups und Mittelständler die Digitalisierung im Süden vorantreiben. Der Austausch war sehr wertvoll.“

 

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Abschluss des Tages bildeten das Netzwerkdinner und die Verleihung der regionalen Digital Champions Awards in vier Kategorien an Unternehmen aus der Region, die bereits erfolgreich digitale Projekte umgesetzt haben: