Herr Arbitter, warum heißt die Cloud eigentlich Wolke?

Das ist einfach die deutsche Übersetzung für Cloud. Und das wiederum ist die verkürzte Beschreibung für Cloud-Computing. Technisch gesehen ist es so ähnlich wie ein Rechnerverbund. Die Daten lagern irgendwo in diesem Rechnernetz. Weil man so genau nicht zu sagen vermag, auf welchem Server sich die Daten befinden, spricht man bildhaft von einer Datenwolke, also Cloud.

Gibt es in dieser Cloud auch mal Gewitter?

Gewitter bedeutet auch Blitzeinschlag, und wenn das in einem Rechenzentrum der Cloud passiert, passiert nichts. Es entsteht kein Datenverlust, denn die Daten sind mehrfach gesichert. Sie werden auf mehreren Rechenzentren und Servern verteilt. Die Cloud ist also hochgradig autonom vernetzt und zudem sehr sicher.

Wo befindet sich eigentlich diese Cloud?

In welchem Rechenzentrum die Daten vernetzt sind, definiert physikalisch den Standort der Cloud. Die Deutsche Telekom betreibt mehrere sehr große Rechenzentren unter anderem in Biere bei Magdeburg sowie in München und Frankfurt.

Was gab es eigentlich vor der Cloud?

Einige IT-Experten sind der Meinung, dass es die wesentlichsten Merkmale des Cloud-Computing bereits zu Zeiten der Großrechner in den 60er-Jahren gab. So weit gehe ich nicht. Die ersten Ansätze für das, was wir heute Cloud-Computing nennen, gab es in den 90er-Jahren. Vor allem sogenannte Multi-Tenant-Systeme entstanden damals, also ein System mit mehreren virtuellen Systemen. Das ist in etwa wie eine Fahrgemeinschaft, also ein Auto und viele Mitfahrer.

Zur Person

Peter Arbitter (48)

Leiter Portfolio und Produktmanagement

Seit September 2016 bei der Telekom Deutschland

Vorher bei Microsoft und Siemens tätig

Schwerpunkt-Themen: Festnetz, Mobilfunk und IT, darin besonders Cloud-Themen

Wann wurde die Cloud richtig salonfähig?

Die Cloud wurde in der Öffentlichkeit durch US-Firmen wie Facebook im Jahr 2004 und Amazon im Jahr 2006 bekannt. Im E-Commerce-Geschäft ging es zum Beispiel darum, den Serveransturm zu Weihnachten abzufangen und Rechnerkapazitäten schnell zur Verfügung zu stellen. So wurde die Idee des Cloud-Computing geboren. Mittlerweile sind die meisten Skeptiker zum Thema Cloud hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit überzeugt, sodass man sagen kann, dass die Cloud in der IT angekommen ist. Sie ist sogar ein wesentlicher Treiber der Digitalisierung im Unternehmen und hat dadurch eine Relevanz, die weit über die IT hinausgeht und als Geschäftsmodell vieler neuer Firmen dient.

„Private Cloud ist wie Carsharing, wenn man ein Auto der Flotte ganz für sich mietet und selbst fährt. Die Public Cloud ist dagegen wie ein Taxi.“

Peter Arbitter 
Telekom Cloud-Experte

Was ist privat bei einer Private Cloud?

Eine Private Cloud ist ein Rechnersystem, das nicht öffentlich geteilt wird. Bildhaft übersetzt: Private Cloud ist wie Carsharing, wenn man ein Auto der Flotte ganz für sich mietet und selbst fährt. Die Public Cloud ist dagegen wie ein Taxi. Man fährt nicht selbst, und das Gefährt wird auch von anderen genutzt.

Es gibt inzwischen unterschiedliche Versionen der Cloud. Können Sie uns kurz beschreiben, was eine Public Cloud ist?

Public Clouds sind, wie der Name schon sagt, offen für jeden. Genutzt werden sie über das Internet, und der Zugriff erfolgt von jedem gewünschten Standort aus. Kurz gesagt: Viele Kunden teilen sich eine einzige physikalische Infrastruktur, sind aber über virtualisierte Sicherheitsinfrastrukturen voneinander immer getrennt. Von Rechenleistung, Speicherplatz, Netzwerkkomponenten bis hin zu Betriebssystemen und Applikationen – Services aus der Public Cloud stehen immer genau dann und dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden. Das ist alles on demand sozusagen. Die Standardisierung des Angebots sowie der Self-Service machen Public Clouds zur preisgünstigsten Lösung im Cloud-Computing.

Telekom-Cloud-Experte Peter Arbitter im Gespräch Was ist eine Public Cloud und was eine Private Cloud? Telekom Experte Peter Arbitter erklärt den Unterschied. (© 2017 Deutsche Telekom)

Der Unterschied ist dann die Private Cloud?

Genau. Eine Private Cloud wird nur von einer einzigen Organisation und allenfalls noch von autorisierten Geschäftspartnern, Kunden oder Lieferanten genutzt. Der Zugriff erfolgt über ein privates Netzwerk, etwa ein Virtual Private Network. Das ermöglicht mehr Kontrolle und Individualität. Aber diese maßgeschneiderten Services kosten auch mehr.

Dann gibt es noch die Hybridversion?

Die sogenannten Hybrid Clouds wiederum kombinieren Aspekte und Vorteile aus Private und Public Clouds. Dabei kann der Kunde Services aus der Public Cloud beziehen und sie mit anderen aus der Private Cloud ergänzen.

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