ElektroG 2018 Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz  (ElektroG) – auch WEEE-Richtlinie genannt – verpflichtet Hersteller und Händler, von ihnen vertriebene Elektro- und Elektronik-Altgeräte (EAG) umweltschonend entweder selbst oder durch zertifizierte Fachbetriebe zu entsorgen. Ab dem 15. August 2018 tritt eine Reform in Kraft: das ElektroG 2018. Es gilt dann nicht mehr nur für ausgesprochene Elektrogeräte, sondern für alle Produkte mit elektrischen oder elektronischen Funktionen.

ElektroG 2018: Künftig sind auch Möbel betroffen

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) setzt die Richtlinie 2012/19/EG über Elektro- und
Elektronik-Altgeräte um. Ab dem 15. August 2018 gilt die Entsorgungsvorschrift nicht mehr nur für Radios oder Wäschetrockner. Auch Möbel wie elektrisch verstellbare Betten oder Textilien wie mit LEDs ausgestattete Jacken fallen darunter. Auf viele Online-Händler, die von der aktuellen Regelung noch nicht betroffen sind, kommen dann neue Pflichten zu.

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Sechs Produktkategorien für Altgeräte

Unter das ElektroG 2018 fallen künftig Produktgruppen aus sechs Kategorien:

  • Kategorie 1: Wärmeübertrager
  • Kategorie 2: Bildschirme, Monitore und Geräte, die Bildschirme mit einer Oberfläche von mehr als 100 Quadratzentimetern enthalten
  • Kategorie 3: Lampen
  • Kategorie 4: Geräte, bei denen mindestens eine der äußeren Abmessungen mehr als 50 Zentimeter beträgt (Großgeräte)
  • Kategorie 5: Geräte, bei denen keine der äußeren Abmessungen mehr als 50 Zentimeter beträgt (Kleingeräte)
  • Kategorie 6: kleine Geräte der Informations- und Telekommunikationstechnik, bei denen keine der äußeren Abmessungen mehr als 50 Zentimeter beträgt

Online-Händler sollten sich frühzeitig informieren, ob ihre Ware in eine der sechs Klassen gehört. Hilfreich ist hier die „Stiftung elektro-altgeräte register“, kurz EAR. Wer sich nicht rechtzeitig um das Thema kümmert und zum 15. August 2018 keine Registrierung gemäß ElektroG 2018 vorweist, muss mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro und Abmahnungen anderer Anbieter rechnen.

Anmeldungen sind ab dem 1. Mai 2018 über die EAR möglich– mit Wirkung zum 15. August 2018. Zu beachten ist hier die übliche Bearbeitungszeit von zehn Wochen. Nach der Registrierung erhalten die Antragsteller eine sogenannte WEEE-Nummer für ihre Ware.

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ElektroG 2018: Checkliste für Online-Händler

Um sich gesetzeskonform zu verhalten und die Umweltauflagen zu erfüllen, haben Unternehmen mehrere bürokratische Anforderungen zu erfüllen. Im ersten Schritt müssen sie prüfen, welche ihrer Artikel von dem ElektroG 2018 betroffen sind. Die entsprechenden Produkte sind in eine der sechs Geräteklassen einzuordnen und bei der EAR zu registrieren. Dazu bedarf es verschiedener Nachweise und Angaben:

  • Händler brauchen eine finanzielle Garantie, die im Falle ihrer Insolvenz die Entsorgung ihrer Produkte sicherstellt. Einzelheiten zu den verschiedenen Garantieformen und den Kosten erläutert die EAR auf ihrer Internet-Seite.
  • Die Stiftung regelt über kommunale Sammelstellen zentral die Abgabe der Elektrogeräte. Dafür stehen Container bereit. Sind die Behälter voll, dann erhalten die nach ElektroG 2018 registrierten Unternehmen von der EAR eine Abholanordnung. Der haben die Händler entweder in Eigenregie oder nachweislich über ein beauftragtes zertifiziertes Unternehmen nachzukommen. In jedem Fall müssen der Transport der Container und die anschließende fachgerechte Entsorgung der Geräte gewährleistet sein.
  • Weitere Angaben, die zur Registrierung bei der EAR zu machen sind: Steuernummer der Händler, Informationen zu den Gerätemarken, Bilder sowie deutschsprachige Beschreibungen der jeweiligen Produkte
  • Nach erfolgreicher Anmeldung erhält jeder Antragsteller eine WEEE-Registrierungsnummer. Erst dann darf er seine eingetragenen Waren verkaufen. Außerdem ist er verpflichtet, die Nummer etwa auf Rechnungen und in Angeboten zu vermerken.
ElektroG 2018: Neue Auflagen für Händler Die Altgeräte werden in Containern gesammelt. Händler müssen für ihren Abtransport und die geeignete Beseitigung sorgen. (© 2018 Shutterstock / TTstudio)

Länderspezifische Regelungen beachten

Die WEEE-Richtlinie gilt europaweit. Ihre Umsetzung ist allerdings Sache der Länder. Das heißt, wer als Online-Händler seine Waren nicht nur in Deutschland vertreibt, muss die jeweiligen Bestimmungen und Vorschriften in den anderen Staaten berücksichtigen.

Aktuell ist die Richtlinie 2002/96/EG mit zehn Kategorien in Kraft. Sie werden von der EAR automatisch in eine der sechs neuen Klassen überführt. Wer bereits heute elektrische oder elektronische Produkte angemeldet hat, muss diese bis zum 31. Dezember 2018 nach den Regeln des ElektroG 2018 bei der Stiftung registrieren.