Elternzeit beantragen: Das müssen Chefs auf jeden Fall wissen

Frischgebackene Mütter und Väter sind am liebsten den ganzen Tag mit ihrem Nachwuchs zusammen. Das weiß auch der Staat und hat zwecks Familienförderung die Elternzeit für Arbeitnehmer eingeführt.  Für Sie als Arbeitgeber heißt das: Bis das Kind drei Jahre alt ist, müssen Sie unter Umständen ganz oder teilweise auf die Unterstützung der betreffenden Kollegen verzichten und für befristeten Ersatz sorgen.  Das fällt nicht immer leicht. Und um darüber hinaus unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie die Rechtslage gut kennen.

So gelten einige grundsätzliche Rechte und Pflichten, sobald Arbeitnehmer Elternzeit beantragen. Und das können Beide – Mutter wie Vater.  Zum Beispiel auch:

  • Minijobber,
  • Azubis und
  • Mitarbeiter mit befristetem Vertrag.

Voraussetzung: Wer Elternzeit nehmen will, muss mit dem Kind im selben Haushalt leben. Zudem darf der Erziehungsberechtigte während der Elternzeit nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten.

In unserem Artikel Urlaubsanspruch bei Mutterschutz: 6 Fakten  finden Sie weitere Hinweise zum Thema.

Fristen: Diese Fristen und Termine sind zu beachten

Chefs und Führungskräfte sollten sich vor allem mit den Fristen und Terminen auskennen.

  • Die maximale Dauer der Elternzeit beträgt drei Jahre.
  • Eltern können die Phase auf zwei Abschnitte verteilen.
  • Ihre Zustimmung als Chefs brauchen Ihre Mitarbeiter nicht, vorausgesetzt, das Kind hat das dritte Lebensjahr noch nicht erreicht.
  • Zwölf Monate der Elternzeit dürfen gespart und bis zum achten Geburtstag des Sprösslings ausgegeben werden.

Außerdem: Spätestens sieben Wochen vor Beginn der Erziehungspause muss der Elternzeit-Antrag vorliegen. So haben Sie genügend Gelegenheit, auf den Wegfall der Arbeitskraft zu reagieren. Sprich: Für befristeten Ersatz zu sorgen.

Weniger Arbeiten: Was es für Teilzeitregelungen gibt

Auch die Teilzeitarbeit ist für Mütter und Väter ein interessantes Modell: Jeder Elternteil darf maximal 30 Stunden pro Woche in der Elternzeit arbeiten.

Allerdings gilt nicht immer ein automatischer Anspruch auf die verringerte Arbeitszeit:

  • Ihr Unternehmen muss mindestens 15 Mitarbeiter beschäftigen.
  • Der oder die Beantragende muss mehr als sechs Monate bei Ihnen gearbeitet haben.
  • Es darf zudem keine betrieblichen Gründe geben, die eine Teilzeit verhindern.
  • Ihr Angestellter muss mindestens sieben Wochen vor Beginn der verringerten Arbeitszeit einen entsprechenden Antrag stellen.

Es gelten weitere Randbedingungen: Die Teilzeit muss mindestens zwei Monate dauern und es müssen wenigstens 15 Stunden in der Woche gearbeitet werden.

Ausführliche Fakten zu dem Thema finden Sie in unserem Ratgeber Teilzeit in der Elternzeit: Rechtslage in KMU.

Elternzeit 2015: Neues Gesetz ab 1. Juli beachten

Jetzt allerdings das Entscheidende: Für Kinder, die nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden, sind teilweise abweichende Regelungen in Kraft.

Das heißt:

  • Es dürfen nun insgesamt 24 Monate im Zeitraum bis zum achten Lebensjahr des Kindes genommen werden.
  • Es gilt eine Anmeldefrist der Elternzeit von 13 Wochen.

Mehr Informationen dazu hat auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Unternehmenskultur: Fachkräfte langfristig sichern

Wenn Ihre Mitarbeiter Elternzeit beantragen, sollten Sie sogleich das Thema Unternehmensbindung in Angriff nehmen. Es geht Ihnen zwar kurzfristig Arbeitskraft verloren, aber dafür haben Sie jetzt die Möglichkeit, Talente langfristig an sich zu binden.

Tipp: Halten Sie während der Elternzeit Kontakt. Das erleichtert beiden Seiten den Wiedereinstieg nach dem Ablauf der Erziehungsphase. Und Andere werden Wind davon bekommen, wie familienfreundlich Ihr Unternehmen ist.

Es ist also eine richtige Chance, wenn Angestellte Elternzeit beantragen:

  • Sie können etwas für Ihr Image tun,
  • das Motivations-Level heben und sogar
  • die Produktivität steigern.

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