Vorteile erkennen: Warum sich der Blick über den Tellerrand lohnt

Betrachten wir das Offensichtliche zuerst: Bleiben aufgrund des Fachkräftemangels in Deutschland Stellen in Ihrem Unternehmen  unbesetzt, ist das Rekrutieren von Fachkräften aus dem Ausland eine vielversprechende Option.

Immerhin vergrößern Sie durch die Erweiterung Ihres Suchradius automatisch den Pool potenzieller Bewerber für vakante Positionen. Dadurch erhöhen Sie die Chancen, geeignete Mitarbeiter zu finden, die sich wie fehlende Puzzleteile in Ihr Unternehmen einfügen.

Darüber hinaus profitieren Sie, Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiter auch in anderer Weise von neuen internationalen Kollegen. Denn Fachkräfte aus dem Ausland ...

  • inspirieren durch ihren andersartigen kulturellen Hintergrund,
  • beleben Ihr Unternehmen und Ihre Unternehmenskultur,
  • tragen zur Personalvielfalt (Diversity Management) in Ihrem Unternehmen bei, die positiven Einfluss auf die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter haben kann,
  • haben Fachwissen über den Markt und die Produkte Ihres Herkunftslandes im Gepäck und
  • helfen durch entsprechende Sprachkenntnisse sowie kulturelle Kompetenzen dabei, ausländische Märkte zu erobern.

Die richtigen Fragen stellen: Wo sich das Rekrutieren lohnt

Sie sehen also, dass es sich durchaus lohnt, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Also Ärmel hochkrempeln, den Computer hochfahren und die Stellenausschreibung für den neuen Mitarbeiter fix zu Papier bringen?

Grundsätzlich die richtige Einstellung! Vorher sollten Sie sich allerdings noch Gedanken darüber machen, welche Länder sich überhaupt für Ihre internationalen Recruiting-Bemühungen anbieten. Bei diesen Überlegungen hilft es, wenn Sie die richtigen Fragen stellen:

  • Wie ist es um den Bildungsstand in dem Land bestellt, in dem Sie Fachkräfte rekrutieren möchten?
  • Sind auf dem jeweiligen Personalmarkt überhaupt Fachkräfte zu finden, die Ihrem Anforderungsprofil gerecht werden?
  • Wie sieht es mit der einheimischen Konkurrenz aus? Laufen Sie Gefahr im Kampf um Fachkräfte stets den Kürzeren zu ziehen?
  • Sind Fachkräfte des jeweiligen Landes überhaupt bereit, einen Job im Ausland anzutreten?
  • Wie steht es um Deutsch- beziehungsweise Englischkenntnisse? Fußen Sprachkenntnisse im jeweiligen Land auf einem guten Fundament, das die Integration von Fachkräften aus dem Ausland in Ihr Unternehmen erleichtert?
  • Oder sprechen in Ihrem Unternehmen Mitarbeiter vielleicht schon die jeweilige Sprache, um neuen, internationalen Kollegen helfend unter die Arme greifen zu können?

Antworten finden: Wer Ihnen hilft, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren

Sie sehen also: Es gilt jede Menge Fragen zu beantworten, bevor Sie sich für ein Land entscheiden, aus dem Sie Fachkräfte werben. Alleine sind Sie bei der Suche nach passenden Antworten allerdings nicht.

Verschiedene Institutionen unterstützen Sie bei Ihrem Unterfangen, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren und versorgen Sie mit Informationen zu ...

  • rechtlichen Rahmenbedingungen,
  • verschiedene Möglichkeiten Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren und
  • kulturelle Besonderheiten der jeweiligen Länder.

Erste Anlaufstelle sollte dabei immer Ihre regionale Arbeitsagentur sein, die in aller Regel weiterführende Informationen und nützliche Tipps anbietet. Darüber hinaus helfen ...

Übrigens: Wollen Sie eine erste Orientierung, ob eine ausländische Fachkraft für einen Job in Deutschland eine Arbeitserlaubnis benötigt und ob diese erteilt werden kann? Informationen dazu erhalten Sie beim Migration-Check der Bundesagentur für Arbeit.

Anforderungsprofil erstellen: Was Sie von einem Bewerber aus dem Ausland erwarten

Haben Sie sich für ein Land entschieden, in dem das Auswerfen der Recruiting-Angel fette Beute verspricht? Ausgezeichnet. Jetzt gilt es festzulegen, wonach Sie überhaupt suchen, damit Sie nicht im Trüben fischen. Der nächste Schritt: Erstellen Sie ein Anforderungsprofil, in dem Sie festlegen, was Sie von Bewerbern aus dem Ausland erwarten.

Beginnen sollten Sie damit, Aufgaben, Ziele und Rahmenbedingungen zu verschriftlichen. Darüber hinaus sollten Sie Rechte und Pflichten der neuen internationalen Kollegen definieren und sich über Aufstiegsmöglichkeiten Gedanken machen. Denken Sie daran: Bewerber sind eher an einer Karriereleiter mit vielen Sprossen interessiert als an einem Hamsterrad, in dem sie sich nicht von der Stelle bewegen.

Außerdem sollten Sie sich überlegen ...

  • welcher Abteilung die neue Fachkraft zugeordnet werden soll und wer direkt über oder unter ihr arbeiten wird,
  • welches Gehalt Sie zahlen können und einen Verhandlungsspielraum einkalkulieren, damit Sie sich in einem möglichen  Bewerbungsgespräch nicht verpokern und
  • wie Sie die Stelle genau bezeichnen, damit sich potenzielle Bewerber unter Ihrer Ausschreibung etwas vorstellen können.

Machen Sie sich außerdem ganz generell Gedanken, was Sie von Ihren zukünftigen Mitarbeitern erwarten: Welche fachlichen aber auch persönlichen Fähigkeiten, sollte ein Bewerber zum Beispiel mitbringen?

Ordnen Sie Ihre Erwartungen im Anschluss in einem Ranking und legen Sie fest, auf welche Eigenschaften Sie auf gar keinen Fall verzichten und wo Sie eventuell ein Auge zudrücken können. So haben Sie später einen besseren Überblick, wenn es darum geht, sich zwischen mehreren Bewerbern zu entscheiden.

Die Stellenausschreibung gestalten: Worauf Sie achten sollten

Nach Vorlage des erstellten Anforderungsprofils gestalten Sie dann schließlich eine Stellenausschreibung. Füttern Sie diese mit möglichst vielen Informationen, so dass potenzielle Bewerber genau wissen, worauf Sie sich einlassen und was von ihnen erwartet wird, wenn sie sich auf die vakante Position bewerben.

Gehen Sie dabei auch auf die Unterlagen ein, die Sie verlangen. Der deutsche Standard, der von Bewerbern einen vollständigen Lebenslauf und Unterlagen zu bisherigen Arbeitserfahrungen verlangt, gilt nämlich nicht überall.

Zudem bietet es sich an, die ausgeschriebene Stelle durch die Thematisierung von Unterstützungsangeboten, die Sie Bewerbern machen, schmackhaft zu machen. Haben Sie sich in Ihrem Unternehmen zum Beispiel um eine entsprechende Willkommenskultur bemüht gemacht? Wunderbar - teilen Sie das auch Ihren potenziellen Bewerbern mit.

Eins sollte bei all dem natürlich klar sein: Wollen Sie Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren, sollten Sie Ihre Stellenausschreibung nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch beziehungsweise in der Sprache des jeweiligen Landes verbreiten. Und zwar im besten Fall ...

  • auf Ihrer Firmen-Homepage,
  • bei Online-Jobbörsen und -Datenbanken,
  • über soziale Netzwerke oder
  • in ausländischen Printmedien.

Weitere Anlaufstellen für Ihre Stellenausschreibung sind außerdem die bereits genannten Institutionen EURES und ZAV.

 

 

Fachkräfte lassen sich auch im Internet rekrutieren. Zum Beispiel über Social-Media-Kanäle. Tipps & Tricks dazu sehen Sie im mDM-Video:

Weiterführende Links: