Erfolgreiche Familienunternehmen

Sie werden oft als Rückgrat der deutschen Wirtschaft bezeichnet und haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben einmal klein angefangen. Viele der rund drei Millionen Familienunternehmen in Deutschland sind nach wie vor kleine Betriebe. Doch nicht wenige können heute Milliardenumsätze verzeichnen und sind international aktiv. In Deutschland konnten diese fünf im Jahr 2016 die höchsten Umsätze erreichen:

1. Volkswagen

Trotz Dieselskandal steht der VW-Konzern unumstritten an der Spitze des Rankings. Darunter fallen auch die Marken Audi, Seat, Skoda oder Porsche. Hinter dem Wolfsburger Autobauer Volkswagen stehen die Familien Porsche und Piëch, die die Mehrheit der Anteile besitzen. Ferdinand Porsche entwickelte 1938 mit dem Käfer den ersten Volkswagen. 610.000 Mitarbeiter sorgten im Jahr 2016 weltweit für einen Umsatz von 217 Milliarden Euro.

2. BMW

Auch der zweite Autobauer in diesem Ranking ist in der Hand einer Familie. Karl Rapp hat 1913 die Rapp Motorenwerke ins Leben gerufen, den Vorgänger der heutigen BMW-Group. 1917 wurde der Name in BMW GmbH umgewandelt. Doch dem Unternehmen ging es nicht immer gut: Die 1950er Jahre endeten mit hohen Verlusten, ehe Anfang der 1960er der Industrielle Herbert Quandt ein großes Aktienpaket übernahm und BMW so vor dem Aus bewahrte.  46,7 Prozent der Stammaktien sind heute im Besitz von Stefan Quandt und Susanne Klatten, die der Familie Quandt angehört. Der Umsatz im Jahr 2016 betrug gut 94 Milliarden Euro, etwa 125.000 Beschäftigte waren daran beteiligt.

Was ist ein Familien-unternehmen?

Bei einem Familienunternehmen sind die Eigentums- und Leitungsrechte in der Person des Unternehmers oder der Unternehmerin beziehungsweise deren Familie vereint. Die Führungsrolle an der Unternehmensspitze kann dabei auch von familienfremden Personen wahrgenommen werden.  Die Unternehmensgröße spielt  keine Rolle.

3. Schwarz-Gruppe

Zur Schwarz-Gruppe gehört die Supermarktkette Kaufland sowie der Discounter Lidl. Die Gruppe mit Sitz in Neckarsulm machte 2016 einen Umsatz von rund 80 Milliarden Euro. 390.000 Mitarbeiter halfen mit. Lidl & Co. war in den 1930er Jahren noch eine Südfrüchte-Großhandlung, Josef Schwarz baute das Unternehmen bald darauf zu einem Lebensmittel-Großhändler aus. Sohn Dieter übernahm nach seinem Tod die Leitung. Heute gibt es in fast allen Ländern Europas Lidl- oder Kaufland-Filialen, insgesamt über 10.000.

4. Aldi Group

Der große Lidl-Konkurrent Aldi folgt mit geringem Abstand auf dem vierten Platz. Immerhin 77 Milliarden Euro erwirtschaftete der Discounter im Jahr 2016. Gut 162.000 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, das in Aldi Nord und Aldi Süd aufgeteilt ist. Der Firmenname ist ein Akronym und steht für Albrecht Diskont. Denn es war der gelernte Bäcker Karl Albrecht, der sich 1913 als Brothändler selbstständig machte. Seine Söhne Karl und Theo übernahmen das elterliche Geschäft 1945 und erarbeiteten das Konzept, das die Filialen bis heute auszeichnet: Möglichst billige Preise und die Reduktion auf das Wesentliche.

Hinter Aldi stehen die mittlerweile verstorbenen Brüder Karl und Theo Albrecht, die das Unternehmen aufgebaut haben. Hinter Aldi stehen die mittlerweile verstorbenen Brüder Karl und Theo Albrecht, die das Unternehmen aufgebaut haben. (© 2017 Shutterstock / Vytautas Kielaitis)

5. Robert Bosch GmbH

Auf Platz fünf der Familienunternehmen folgt mit Bosch ein Mischkonzern, der auch dank einiger Unternehmenszukäufe in den vergangenen Jahren einen Umsatz von gut 73 Milliarden Euro verzeichnen konnte. Knapp 400.000 Mitarbeiter im Bereich der Automobilzulieferung, Werkzeugherstellung und Technik sind bei Bosch weltweit angestellt. Robert Bosch hatte das Unternehmen 1886 gegründet. Heute hält die Robert-Bosch-Stiftung 92 Prozent der Anteile, die restlichen Anteile sind auf Nachfahren des Firmengründers verteilt.

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