Deutsche sind im Schnitt zwölf Tage pro Jahr krank

Deutsche Arbeitnehmer meldeten sich 2017 im Schnitt 12,1 Tage im Jahr krank. Das zeigt der Fehlzeiten-Report 2018 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der auf Angaben der Beschäftigten beruht. Unternehmer können aber dazu beitragen, dass sich die Krankheitsquote ihrer Angestellten reduziert. Diese sechs Tipps sollen für geringere Fehlzeiten sorgen. 

1. Fehlzeitenanalyse durchführen

Zunächst sollte das Fehlzeitenmanagement aufzeigen, wie sich die Krankheitstage innerhalb der Firma verteilen und welche Krankheitsbilder die häufigsten Gründe für das Fernbleiben der Mitarbeiter sind. So können Unternehmen ermitteln, mit welchen Schritten sich der Krankenstand senken lässt. Welche Abteilungen sind am stärksten betroffen? Möglicherweise sind die Angestellten dort besonders überlastet oder ein schlechtes Klima im Team sorgt dafür, dass sie regelmäßig lieber einen Tag länger zu Hause bleiben

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Auch die auftretenden Krankheitsbilder sind aufschlussreich: Wenn zum Beispiel vor allem Rückenprobleme für Ausfälle sorgen, sind vielleicht schlechte Stühle und Fehlhaltungen am Schreibtisch der Auslöser.

2. Arbeitssicherheit beachten

Auch Unfallverhütung am Arbeitsplatz trägt zu einem effektiven Fehlzeitenmanagement bei. Viele Betriebsunfälle lassen sich durch bessere Sicherheitsvorkehrungen vermeiden. Ein Sicherheitsbeauftragter ist deshalb unverzichtbar, wenn der Krankenstand langfristig sinken soll. Die Mitarbeiter müssen außerdem regelmäßig in Arbeitssicherheit unterwiesen werden, um sie für mögliche Gefahrenquellen zu sensibilisieren. Und die gibt es nicht nur in Handwerksbetrieben oder Fabrikhallen – auch ein Druckerkabel im Büro wird schnell zur Stolperfalle. In Arbeitsbereichen, die Schutzkleidung erfordern, sollte diese natürlich regelmäßig und korrekt getragen werden.

3. Work-Life-Balance verbessern

Zufriedene Mitarbeiter sind gesunde Mitarbeiter. Die Work-Life-Balance der Arbeitnehmer sollte stimmen, sodass Überlastung und Ausfälle durch Stress und Burn-out vermieden werden. Jeder Biorhythmus ist anders, dementsprechend haben Angestellte auch unterschiedliche Leistungskurven. Flexiblere Arbeitszeiten helfen, darauf einzugehen. Durch Gleitzeit kann jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, in welchem Zeitraum er am produktivsten ist. Eventuell ist auch Arbeit aus dem Home Office möglich. Das ist besonders sinnvoll für Mitarbeiter, die gerade eine Erkältung entwickeln: Wenn sie zu Hause arbeiten, werden die Kollegen nicht angesteckt und damit der gesamte Krankenstand gesenkt.

Kranke Mitarbeiter stecken andere Mitarbeiter an und gehören ins Bett oder ins Homeoffice. Kranke Mitarbeiter stecken andere Mitarbeiter an und gehören ins Bett oder ins Home Office. (© 2018 Shutterstock / Cookie Studio)

4. Sinn der Arbeit aufzeigen

Die gesünderen Arbeitnehmer empfinden ihre Arbeit als sinnstiftend. Das ist eine der Haupterkenntnisse aus dem aktuellen Fehlzeiten-Report. Wer wenig oder keinen Sinn in seiner Arbeit erkennen kann, ist auch häufiger krank. Also sollten Unternehmer noch mehr Wert auf eine gute Führung der Angestellten legen und ihnen den Wert ihrer Arbeit vermitteln. Bei den Befragten, die wenig Sinn empfanden, sind die Fehltage mit 19,6 Fehltagen deutlich höher. Beschäftigte, die ihre Arbeit als sinnhaft erleben, verhalten sich zudem langfristig gesundheitsbewusster: Sie neigen weniger häufig zu Präsentismus, gehen also seltener krank zur Arbeit.

5. Arbeitsplatz angenehmer gestalten

Auch wichtig für die Gesundheit und Zufriedenheit der Angestellten: Ein angemessener Arbeitsplatz. Eine ergonomische Einrichtung und ausreichende Versorgung mit Licht, ein angenehmes Raumklima und eine möglichst geringe Lärmbelastung sind weitere Faktoren, durch die Stress und Fehlzeiten reduziert werden. Ein offenes Ohr für Klagen von Mitarbeitern hilft zusätzlich, um Probleme früh zu bemerken – sei es bei der Gestaltung der Arbeitsplätze oder bei der Zusammensetzung der Teams.

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6. Die richtige Personalauswahl treffen

Auch die Auswahl von geeignetem Personal spielt eine wichtige Rolle, wenn der Krankenstand gesenkt werden soll. Denn viele Krankheiten sind psychosomatisch bedingt und kommen zustande, weil Mitarbeiter sich überfordert fühlen, demotiviert sind oder einfach nicht gut ins Team passen. Schon in Vorstellungsgesprächen greift gutes Fehlzeitenmanagement, indem geeignete Bewerber ausgewählt werden. In Branchen mit besonders herausfordernder Arbeit kann auch ein Eignungstest helfen, die richtigen Kandidaten zu finden. Der ist zwar aufwendig, aber langfristig gesehen lohnt sich die Investition.