Der schmucklose Tisch stand jahrelang nahezu unbenutzt im Kinderzimmer. Nur selten setzten sich die Geschwister daran, um ein Bild zu malen oder zu puzzeln. Seit Kurzem aber ist das lang ignorierte Möbelstück zum Liebling der Kinder avanciert. Der Grund: Folien von Limmaland haben den Tisch in eine Südseeinsel verwandelt – die optimale Umgebung für kleine Piraten. Mit ihren Spielfiguren erleben die Kinder ein Abenteuer nach dem anderen. Praktischer Nebeneffekt: Das Spielzeug liegt nun auf dem Spieltisch – und ist nicht mehr über den Boden verstreut.

Bunte Folien machen aus einfachen Tischen, Regalen oder Brettern von IKEA individuelle Spielunterlagen und regen die Fantasie der Kinder immer wieder aufs Neue an. Mit der Idee haben sich Rabea Knippscheer und Stefanie Gärtner aus Köln vor drei Jahren selbstständig gemacht und Limmaland gegründet. Kein einfacher Schritt: „Gerade am Anfang fiel es uns nicht leicht, das unternehmerische Risiko und die damit verbundene Unsicherheit anzunehmen. Aber wir wollten es unbedingt probieren. Heute können wir andere nur ermutigen, mit einer guten Idee loszulegen“, sagt Stefanie Gärtner. „Für uns stand nicht allein das schnelle Wachstum, sondern die Leidenschaft für das eigene Produkt im Vordergrund. Deswegen wurden wir von manchen Experten kritisch beäugt, die unsere Idee als Spielerei angesehen haben.“

Nischenmarkt besetzt

Heute belächelt niemand mehr die Idee von Limmaland. Zubehör für IKEA-Möbel ist ein Nischenmarkt mit großem Potenzial: Unternehmen, die solche Accessoires herstellen, machen innerhalb von einigen Jahren Millionenumsätze – etwa wie das Unternehmen Bemz, das alternative Bezugstoffe für IKEA-Polstermöbel produziert. Auch die Limmaland-Gründerinnen haben seit der Gründung vor drei Jahren jedes Jahr ihren Umsatz verdoppelt. Fünf Mitarbeiter, dazu Werkstudenten und Praktikanten arbeiten mittlerweile in Köln. Limmaland designt alle Folien selbst und produziert sie in einer lokalen Druckerei.

Inspiration finden die Kölnerinnen häufig im unmittelbaren Umfeld. „Wir stehen über Social Media in engem Austausch mit unseren Kunden“, sagt Rabea Knippscheer. „Sie schicken uns Bilder, wie sie Kinderzimmer mit unseren Produkten dekoriert haben. Dadurch bekommen wir neue Ideen.“ Auch aktuelle Trends aus dem Do-it-yourself-Bereich nimmt Limmaland ins Sortiment auf und entwickelt Service und Geschäftsmodell ständig weiter: Mit einem Konfigurator können Kunden eine eigene Limmaland-Folie designen und auf dem Blog finden sie weitere IKEA-Hacks für Kinder.

Limmaland wurde 2014 von Rabea Knippscheer (links) und Stefanie Gärtner in Köln gegründet. Limmaland wurde 2014 von Rabea Knippscheer (links) und Stefanie Gärtner in Köln gegründet. (© 2017 Limmaland )

Digitalisierung macht Geschäftsmodell möglich

Unabdingbare Voraussetzung des kreativen Geschäftsmodells: die Digitalisierung. Gärtner und Knippscheer brauchten zum Start nur wenig. Ein Rechner, ein Businessplan und eine Grafikerin genügten, weil sie von Anfang an auf die Cloud setzten. Niedrige Kosten, hohe Flexibilität und eine gute Skalierbarkeit – diese Bedingungen überzeugten sie. „Wir haben beide keinen IT-Background, deswegen waren guter Service, einfache Bedienbarkeit und problemlose Buchbarkeit ebenfalls wichtig. Außerdem möchten wir uns nicht den ganzen Tag mit IT beschäftigen, sondern lieber unser Geschäft voranbringen“, sagt Gärtner.

Die Folie von Limmaland verwandelt ein einfaches Regal in einen Flugplatz mit Landebahn. Mit einem Online-Konfigurator können Kunden Produkte sogar individualisieren. Die Folie von Limmaland verwandelt ein einfaches Regal in einen Flugplatz mit Landebahn. Mit einem Online-Konfigurator können Kunden Produkte sogar individualisieren. (© 2017 Limmaland)

Auf dem TelekomCLOUD-Portal buchen die Gründerinnen Office 365, nutzen MS-Exchange-Postfächer aus der Cloud und setzen auf ein sicheres Back-up mit dem STRATO-HiDrive-Cloudspeicher. „Für kleine Unternehmen sind diese Lösungen einfach perfekt. Man muss keine eigenen Server hosten, hat immer die aktuellste Version und kann Mietlizenzen monatlich flexibel zu- und abbuchen“, sagt Gründerin Knippscheer. Mit Office 365 bearbeiten Mitarbeiter das gleiche Dokument, anstatt es per E-Mail hin und her zu schicken, und bauen so die Zusammenarbeit aus. Ein Tag im Home Office oder Arbeiten von unterwegs sind ebenfalls kein Problem. Auch mal vom Urlaubsort aus, wenn es sein muss. Über Skype for Business, welches im Office-365-Paket enthalten ist, konnten sich die Kolleginnen in solchen Situationen sogar von Angesicht zu Angesicht unterhalten, was den Austausch erleichtert.

Wichtige Voraussetzung: Deutscher Datenschutz

Bei der Auswahl des Anbieters war den Gründerinnen aber ein Aspekt besonders wichtig: Rechenzentren in Deutschland. „Wir möchten weder eigene Daten noch die Daten unserer Kunden im Ausland hosten, sondern setzen auf die strengen deutschen Datenschutzbestimmungen“, sagt Stefanie Gärtner.

Auch mit dem Service des TelekomCLOUD-Portals, das hauptsächlich auf kleine Unternehmen ausgerichtet ist, hat Limmaland gute Erfahrungen gemacht. Wenn es Probleme mit dem Hinzubuchen oder Abmelden in der Verwaltung von Mitarbeiteraccounts gab, konnte die Telekom den beiden Geschäftsführerinnen schnell helfen, per Telefon oder E-Mail. „Das hat super funktioniert. Denn IT-Probleme möchte ich schnell klären, damit wir weiterarbeiten können“, sagt Rabea Knippscheer. „Wir sind sehr zufrieden.“ Auch, weil eine derart flexible IT-Infrastruktur aus der Cloud den Gründerinnen den nächsten Wachstumsschritt deutlich erleichtert: die Internationalisierung.